Eugen Polanski (polnisch Bogusław Eugeniusz Polańskihttps://www.sport.pl/sport/1,67926,9985455,Boguslaw_Eugeniusz_Polanski_przez_Sosnowiec_do_kadry.html; * 17. März 1986 in Sosnowiec, Polen) ist ein ehemaliger polnisch-deutscher Fußballspieler und heutiger -trainer. Der als Mittelfeldspieler eingesetzte Polanski, der sowohl die deutsche als auch die polnische Staatsbürgerschaft besitzt, hatte diverse deutsche Juniorennationalmannschaften durchlaufen, bevor er von 2011 bis 2014 für die polnische A-Nationalmannschaft spielte.
Spielerkarriere Verein Polanskis Eltern wanderten mit dem zweijährigen Eugen 1988 als Aussiedler nach Deutschland aus und ließen sich im niederrheinischen Viersen nieder. Dort begann er bei Concordia Viersen mit dem Fußballspielen und besuchte das Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium. 1994 wechselte er zu Borussia Mönchengladbach, für die er zehn Jahre lang in den Jugendteams spielte. Nebenbei besuchte Polanski die Höhere Berufsfachschule des Berufskollegs für Wirtschaft und Verwaltung in Mönchengladbach.
Ab der Saison 2004/05 gehörte er zum Profikader der Borussia. In seinem dritten Bundesliga-Spiel am 19. November 2005 beim 1:1 gegen Bayer 04 Leverkusen erzielte er sein erstes Tor. In der Rückrunde der Saison 2005/06 wurde er Stammspieler im defensiven Mittelfeld. 2006/07 kam er nur noch sporadisch zum Einsatz und Mönchengladbach stieg als Tabellenletzter in die Zweite Liga ab. Auch in der Saison 2007/08 hatte Polanski keinen Stammplatz und stand bei keinem seiner neun Einsätze 90 Minuten auf dem Platz. Sein Vertrag in Mönchengladbach endete am 30. Juni 2008.
Zur Saison 2008/09 wechselte Polanski nach 14 Jahren bei Borussia ablösefrei zum FC Getafe in die spanische Primera División.Polanski zu Getafe, in: transfermarkt.de, vom 16. August 2008 Er wurde als Nachfolger des zu Real Madrid gewechselten Spielmachers Rubén de la Red verpflichtet. In Getafe hatte er einen Stammplatz im defensiven Mittelfeld.
Für die Saison 2009/10 wurde Polanski vom Bundesligisten 1. FSV Mainz 05 zunächst ausgeliehenPolanski wechselt zum FSV Mainz, focus.de und im November 2010 dann, gemäß einer vereinbarten Kaufoption, bis 2014 fest unter Vertrag genommen. Sein erstes Bundesligaspiel für den Verein absolvierte er am 24. Oktober 2009 im Heimspiel gegen den SC Freiburg; er wurde in der 81. Minute für Miroslav Karhan eingewechselt. Sein erstes Bundesligator für Mainz 05 erzielte er am 13. Dezember des Jahres im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart. In der 65. Minute für André Schürrle eingewechselt, verwandelte in der 90. Minute einen durch eine Tätlichkeit von Jens Lehmann an Aristide Bancé verursachten Strafstoß zum Endstand von 1:1.
Am 25. Januar 2013 wechselte Polanski zur TSG 1899 Hoffenheim. In viereinhalb Jahren wurde er in 123 Partien eingesetzt; er erzielte neun Tore. Sein Vertrag bis Juni 2018 wurde nicht verlängert.Eugen Polanski verlängert bei der TSG bis 2018 achtzehn99.de, abgerufen am 31. Mai 2016 Anschließend beendete er trotz anderer Angebote seine aktive Karriere.
Nationalmannschaft Polanski spielte am 7. Oktober 2005 erstmals für die deutsche U-21-Nationalmannschaft, als er beim 4:0-Sieg gegen Wales in der 59. Minute für David Odonkor eingewechselt wurde. Er bestritt 19 Einsätze, in denen er einen Treffer erzielte. Polanski nahm an der U-21-EM 2006 sowie an den Qualifikationen zur U-21-EM 2007 und 2009 teil. Das Rückspiel der Entscheidungsspielrunde in der Qualifikation zur U-21-EM 2009 am 15. Oktober 2008 gegen die Auswahl Frankreichs (Deutschland gewann jenes Spiel mit 1:0) war das letzte Länderspiel von Polanski für Deutschlands U-21. Für den Kader zur U-21-EM wurde Polanski nicht nominiert.
Am 10. August 2011 debütierte Polanski in der polnischen Nationalmannschaft im Spiel gegen Georgien, das die Polen mit 1:0 gewannen. Bei der EM 2012 stand er in allen drei Gruppenspielen gegen Griechenland, Russland und Tschechien in der Anfangsformation. Die polnische Auswahl schied nach der Gruppenphase aus. Im Mai 2014 gab Polanski seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekannt.Eugen Polanski - Rücktritt aus dem Nationalteam, in: reviersport.de, vom 26. Mai 2014
Trainerkarriere Nach Ende seiner Laufbahn als Spieler unterschrieb Polanski im Januar 2019 einen Vertrag für die Rückrunde der Super-League-Saison 2018/19 beim Schweizer Erstligisten FC St. Gallen. Dort wurde er unter Cheftrainer Peter Zeidler als Praktikant zum Assistenztrainer ausgebildet,Zwei Neuzugänge beim FCSG, fcsg.ch, abgerufen am 10. Januar 2019 wurde jedoch vom Verein in der Folge nicht fest angestellt.
Im Sommer 2019 kehrte Polanski nach Deutschland zurück und fand eine Anstellung bei seinem alten Verein Borussia Mönchengladbach. Er war dort zunächst als „Talente-Trainer“ tätig und für die Integration junger Talente in die Profimannschaft verantwortlich. Er folgte in dieser Funktion auf den zu Borussia Dortmund gewechselten Otto Addo.Polanski wird Übergangstrainer bei Borussia, rp-online.de, abgerufen am 8. Oktober 2019 Im Mai 2022 gaben die Mönchengladbacher bekannt, dass Polanski als Nachfolger von Heiko Vogel den Posten des Cheftrainers der U23-Mannschaft übernimmt.
Nach der Trennung von Gerardo Seoane übernahm Polanski Mitte September 2025 die Bundesligamannschaft interimsweise.Borussia trennt sich von Cheftrainer Gerardo Seoane, borussia.de, 16. September 2025, abgerufen am 17. September 2025. Im November 2025 erhielt er einen festen Vertrag mit einer Laufzeit bis 2028.Borussia setzt langfristig auf Trainer Eugen Polanski, rp-online.de, 18. November 2025, abgerufen am 18. November 2025. Die Hinrunde der Saison 2025/26 wurde mit 19 Punkten auf dem 10. Platz abgeschlossen. In der Rückrunde erzielte man ebenfalls 19 Punkte, sodass die Spielzeit mit 38 Punkten auf dem 12. Platz abgeschlossen wurde. Nach drei Niederlagen aus den ersten drei Spielen der Saison 2026/27, darunter ein 0:5 gegen den SC Freiburg im letzten Spiel, trennte sich der Verein knapp ein Jahr nach seinem Amtsantritt von Polanski.Borussia trennt sich von Trainer Eugen Polanski, borussia.de, 13. September 2026, abgerufen am 13. September 2026. Bei den Fohlen brachte er es in besagtem Zeitraum auf 29 Partien, von denen acht gewonnen wurden.
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Einzelnachweise
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