Ein Ferienhaus auf Teneriffa ist ein deutscher Fernsehfilm der Regisseurin Sabine Bernardi aus dem Jahr 2019. Die Komödie entstand nach einem Drehbuch von Johannes Rotter und handelt von der Krankenschwester Tinka, die mit ihrem Sohn Paul und ihrem neuen Lebensgefährten Jürgen nach Teneriffa reist und unerwartet mit Beziehungs- und Familienproblemen konfrontiert wird, als Jürgens Freunde Diana und Lars sich samt Tochter in ihrem Ferienhaus einquartieren müssen.
Handlung Die lebenslustige Krankenschwester Tinka reist mit ihrem zwölfjährigen Sohn Paul und ihrem Freund Jürgen auf die Kanareninsel Teneriffa, um endlich gemeinsam Urlaub zu machen. Für die frisch verliebte Tinka soll die Reise gleich mehrere Wünsche erfüllen: Sie möchte Jürgen heiraten und ihn enger mit Paul verbinden, der auf den neuen Partner seiner Mutter bislang eifersüchtig reagiert. Zugleich möchte sie Jürgens langjährige Freunde, das Paar Lars und Diana, kennenlernen.
Doch aus dem erhofften Traumurlaub wird schnell ein Stresstest für die junge Beziehung: Wegen eines Buchungsfehlers müssen Lars, Diana und deren Tochter Charlie ebenfalls in das von Jürgen gebuchte Ferienhaus einziehen. Schon bald prallen unterschiedliche Lebenswelten aufeinander. Die stilbewusste und wohlhabende Diana hält Tinka für die falsche Partnerin für den gebildeten Architekten Jürgen. Tinka spürt zunehmend, dass sie sich von Jürgens Freundeskreis unterscheidet.
Während die Spannungen zwischen den Erwachsenen wachsen, entwickeln sich auch zwischen den Kindern eigene Konflikte. Gleichzeitig steckt die Ehe von Lars und Diana in einer Krise, und Lars macht Jürgen ein verlockendes Angebot: Er soll die Bauleitung eines Prestigeprojekts in Dubai übernehmen. Für Jürgen könnte dies eine große berufliche Chance sein, für Tinka jedoch das Ende ihrer Hoffnung auf ein gemeinsames Familienleben. Schließlich muss sie sich fragen, ob ihre Beziehung zu Jürgen tatsächlich eine gemeinsame Zukunft hat.
Hintergrund mini|Ein Ferienhaus auf Teneriffa entstand an verschiedenen Schauplätzen auf der titelgebenden Kanareninsel. Ein Ferienhaus auf Teneriffa entstand nach einer Idee von Autorin Annika Tepelmann. Das Drehbuch verfasste Schauspieler und Autor Johannes Rotter. Die Herstellung des Films übernahm die Bavaria Fiction im Auftrag von ARD Degeto für Das Erste. Als Produzenten traten Bea Schmidt und Stephanie Krenzler in Erscheinung. Die Redaktion beim Sender lag bei Katja Kirchen. Für den Schnitt konnte wiederum Renata Salazar Ivancan verpflichtet werden. Neben der Bavaria Fiction war die lokale Seven Islands Film mit verschiedenen Produktionsservices wie unter anderem der Bereitstellung von Crew und Equipment beteiligt.
Die Dreharbeiten fanden vom 21. Februar bis 21. März in Anwesenheit der sechs Hauptdarsteller Anna König, Janek Rieke, Caro Scrimali, Philipp Hochmair, Arsseni Bultmann und Lena Mayr auf der kanarischen Insel Teneriffa statt. Zu den Drehorten gehörten unter anderem die Gemeinden La Orotava, Santiago del Teide, Adeje, Arona, Guía de Isora und San Miguel de Abona, der Nationalpark El Teide sowie der 1978 eröffnete Flughafen Teneriffa Süd in der Gemeinde Granadilla de Abona. Laut Medienberichten brachten die Gebühren für die Dreharbeiten der Regierungsverwaltung rund 750.000 Euro ein. Der Arbeitstitel lautete Familienurlaub mit Freunden.
Rezeption Kritik Tilmann P. Gangloff von der Frankfurter Rundschau fand, dass Ein Ferienhaus auf Teneriffa zunächst wie eine „belanglose Urlaubskomödie“ daherkomme, sich jedoch überraschend zu einem Film mit „viel Biss“ entwickle. Er lobte vor allem das Ensemble, insbesondere Caro Scrimali, die für ihn eine „Entdeckung für den Fernsehfilm“ sei, sowie die überzeugende Darstellung der beiden Kinder. Positiv hob er außerdem die „bösen Beiläufigkeiten“ hervor, durch die sich der Ton des Films allmählich verändere. Insgesamt sei der Film vor allem wegen seines Ensembles sehenswert.
mini|hochkant|Der Cast um Philipp Hochmair erhielt vornehmlich positive Kritiken für sein Spiel. dpa-Redakteurin Ulrike Cordes kritisierte, dass die Komödie trotz ihrer „ansehnlich“ besetzten Rollen und der traumhaften Urlaubskulisse „nicht wirklich witzig“ wirke. Aus den „Gegensatz-Konstellationen“ der Geschichte ergäben sich zwar einige amüsante Situationen, die Figuren und ihre Konflikte blieben jedoch „psychologisch schlicht geschnitzt“. Insgesamt funktioniere der Film daher „nur bedingt“ und dürfte vor allem Zuschauer ansprechen, die sich mit einer schönen Urlaubskulisse zufriedengeben. Auch das versöhnliche Ende sei „nicht gerade überraschend“.
Rainer Tittelbach bemängelte in seiner Kritik für Tittelbach.tv die „schwache Dramaturgie“ und die „unentschlossene Narration“ des Films. Die Handlung des Films könne sich nicht klar für eine Richtung entscheiden und auch die Figuren blieben für ihn weitgehend „klischeehaft“ und würden kaum über ihren „Typen-Status“ hinauskommen. Für eine Komödie fehlten „Witz und Ironie“, während die Geschichte als Dramödie zu „belanglos“ wirke. Insgesamt sei der Film daher eine „lauwarme Dramödie unter kanarischer Sonne“.
Jasmin Herzog von Prisma kritisierte, dass Ein Ferienhaus auf Teneriffa auf ein „altbewährtes Konzept“ zurückgreife, bei dem unterschiedliche Charaktere durch einen Buchungsfehler gezwungen werden, gemeinsam Urlaub zu machen. Zwar klinge die Kombination aus Figuren, Umgebung und Handlung „in der Theorie reizvoll“, doch die Umsetzung schaffe es nicht wirklich, den Zuschauer zu fesseln. Insgesamt erfinde die „sommerliche Komödie“ das Rad nicht neu; in Erinnerung blieben vor allem die „wunderbaren Aufnahmen der Kanarischen Insel“.
Die Redaktion der Zeitschrift TV Spielfilm bezeichnete die Produktion als „putziges Filmchen mit Panoramablick“, das „mit Herz, Schmerz und lebensnahen Figuren“ aufwarte, ansonsten aber „keine großen Wellen“ schlage. Filmdienst nannte Ein Ferienhaus auf Teneriffa eine „harmlos-öde (Fernseh-)Komödie mit konstruierten Gegensätzen und Peinlichkeiten, die weder Witz noch dramatisches Potenzial haben“. Angesichts „fader Typisierungen“ kämen „nur die Insellandschaft positiv zur Geltung“.
Einschaltquoten Ein Ferienhaus auf Teneriffa feierte am 22. Juni 2019 im Ersten Erstausstrahlung. Mit 15,9 Prozent Marktanteil bei insgesamt 3,7 Millionen Zuschauern avancierte der Spielfilm zur meistgesehenen Produktion in der Hauptsendezeit. In der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen konnte ein Marktanteil von 7,4 Prozent erzielt werden.
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