Composition No. 175, Composition No. 126 Trillium-Dialogues M ist ein Musikalbum von Anthony Braxton mit dem Creative Jazz Orchestra. Die 1994 live im Rahmen des London Jazz Festival im Sadler’s Wells Theatre in London entstandenen Aufnahmen erschienen im Januar 2006 auf zwei Compact Discs bei Leo Records.

Hintergrund Die Musik auf dieser Aufnahme entstand im Mai 1994 im Sadler’s Wells in London; Braxton, der hier nicht als Musiker, sondern als Komponist und Dirigent auftrat, leitete ein 23-köpfiges Ensemble namens „Creative Jazz Orchestra“, darunter die Pianistin Nikki Iles.

„Komposition Nr. 126 Trillium Dialogues M“ ist Teil von Braxtons ambitionierter Trillium-Opernreihe – „sechsunddreißig eigenständige Einakter, die in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren fertiggestellt werden“ sollen. Braxton selbst zählt diese Musik zu seinen wichtigsten Werken; eine Aufnahme von Trillium R ist als Vier-CD-Set 1999 bei Braxton House erschienen. Daher bietet diese CD „den ersten leicht zugänglichen Vorgeschmack auf Trillium“, so John Eyles, und enthält die ersten beiden der vier Akte von Trillium M. Auf Tonträgern wurde der Trillium-Zyklus mit Trillium E (2011), Trillium J (2016) und Trillium X (2025) fortgesetzt.

Titelliste Anthony Braxton with the Creative Jazz Orchestra – Composition No. 175, Composition No. 126 Trillium-Dialogues M (Leo Records – CD LR 453/454) Composition No. 175 43:29 Composition No. 126 (Trillium-Dialogues M) Act 1 33:50 Composition No. 126 (Trillium-Dialogues M) Act 2 14:35

Die Komposition und das Libretto stammen von Anthony Braxton.

Rezeption Wenn man von den jüngst erschienenen und hervorragenden, aber sehr unterschiedlichen Braxton-Veröffentlichungen wie 20 Standards (Quartet) 2003, Ninetet (Yoshi’s) 1997 Vol. 3 oder Quintet (London) 2004 (Live at the Royal Festival Hall) (alle 2005 bei Leo Records) beeindruckt war, dann treffe einen diese neueste Braxton-Veröffentlichung unvorbereitet, meint John Eyles in All About Jazz. Trotz des Namens des Orchesters handele es sich bei dieser Musik ganz sicher nicht um Jazz; es sei vielmehr eine „Avantgarde-Oper“. Die Stimmen dominierten, und das Orchester beschränke sich meist darauf, sie zu begleiten. Beide Kompositionen hätten wenig mit einer konventionellen Geschichte oder Handlung zu tun. Auch enthielten sie keine einprägsamen Melodien im Stil klassischer italienischer oder deutscher Opern.

Nach allem, was man hört, klinge „Trillium“ dicht, wortreich und ziemlich repetitiv, so Eyles weiter. Und wie bei einem Großteil von Braxtons Musik ergebe es eine gewisse Logik, wenn man es im Kontext seines übrigen Schaffens betrachte. Bei jedem Anhören dieses Albums entdecke man neue Dinge, die man genießen und auf sich wirken lassen kann. Auch wenn es für den Autor schwer erkennbar ist, worum es in der Handlung geht – irgendetwas über die Erziehung der eigenen Kinder, aber es scheint keine Rolle zu spielen, in welcher Reihenfolge man die einzelnen Stücke hört – doch das sei nebensächlich im Vergleich zu der charmanten Exzentrik der Texte.Eyles gibt ein Beispiel: „Unseren Kindern muss die Wahrheit über die Natur von Veränderungszyklen und weltweiten Beiträgen vermittelt werden – und wir dürfen bei diesem Ziel nicht scheitern. Das Konzept der Wertesysteme muss im Hinblick darauf betrachtet werden, was dieses Thema für die weltpolitische Dynamik bedeutet.“

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Anmerkungen und Einzelnachweise

Kategorie:Album (Klassische Musik) Kategorie:Album (Neue Improvisationsmusik) Kategorie:Album 2006 Kategorie:Livealbum Kategorie:Anthony-Braxton-Album