Maria von Salisch (* 7. Juli 1956 in Hamburg) ist eine deutsche Psychologin und Professorin für Entwicklungspsychologie an der Leuphana Universität Lüneburg.Prof. Dr. Maria von Salisch auf Leuphana Universität, abgerufen am 14. August 2026.
Leben Sie studierte von 1976 bis 1979 Psychologie am Barnard College der Columbia University in New York und schloss hier mit einem B.A. ab. Danach studierte sie Psychologie an der Universität Hamburg und erwarb 1983 das Diplom in Psychologie. Danach arbeitete sie 1984 als Stipendiatin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes bei Paul Ekman an der University of California, San Francisco. 1989 promovierte sie an der Freien Universität Berlin (FU) zum Dr. phil. 1998 habilitierte sie an der FU und bekam die Venia Legendi für Psychologie verliehen.
Von 1984 bis 1989 war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der Erziehung des FB Erziehungs- und Unterrichtswissenschaften der Freien Universität Berlin. 1990 wechselte sie zum Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Forschungsbereich Entwicklung und Sozialisation, und kam dann wieder zurück an das Institut für Schulpädagogik und Bildungssoziologie des Fachbereichs Erziehungswissenschaft und Psychologie der Freien Universität Berlin. Ab 1999 war sie Wissenschaftliche Oberassistentin in der Arbeitseinheit Entwicklungspsychologie des Fachbereichs Erziehungswissenschaft und Psychologie der FU. Seit 2002 ist sie Professorin für Entwicklungspsychologie an der Leuphana Universität Lüneburg.
Werk Bereiche ihrer wissenschaftlichen Arbeit waren die emotionale und soziale Entwicklung im Kindes- und Jugendalter (z. B. wie erkennen, regulieren und setzen Kinder Gefühle ein; Regulation und langfristige Folgen von Emotionen bei Heranwachsenden), Medienwirkungen (Zusammenhang zwischen Computerspielen, Online-Kommunikation und Aggression sowie der Regulierung von Ärger im Kindesalter), Emotionale Kompetenz (etwa die Bedeutung von Peer-Beziehungen für die Persönlichkeitsentwicklung) und soziale Beziehungen (Entstehung und Bedeutung von Kinderfreundschaften sowie sozialen Netzwerken). Darüber hinaus hat sie sich mit den Themen alltagsintegrierte Sprachförderung in Kitas und Achtsamkeit in Schulen auseinandergesetzt (Kurzinterventionen zur Förderung von Selbstregulation; in den Unterricht integrierte Achtsamkeits- und Entspannungsübungen konnten dabei die psychische Gesundheit, die Stressregulation und das soziale Klima in Schulklassen positiv verändern).
Sie leitete die Entwicklung des ATEM 3–9 (Adaptive Test of Emotion Knowledge), ein computergestützter adaptiver Test zur Erfassung des Emotionswissens bei Kindern im Alter von 3 bis 9 Jahren. Der Test wurde international (unter anderem ins Englische und Hebräische übersetzt) eingesetzt. In einer großangelegten niedersächsischen Längsschnittstudie mit 261 Kindergartenkindern zum Thema Emotionswissen und Aufmerksamkeitssteuerung wies ihr Team nach, dass ein fundiertes Verständnis von Gefühlen fünfjährigen Kindern maßgeblich dabei hilft, ihre Aufmerksamkeit zu steuern und sich später in der Schule besser zu konzentrieren. In dem Kindertagesstätten-Projekt „Fühlen – Denken – Sprechen“ (FDS) widmete sie sich der alltagsintegrierten Sprachbildung in Kitas. Ziel war es, feinfühlige Gespräche über Gefühle und Absichten gezielt zu nutzen, um die sprachliche Kompetenz von ein- und mehrsprachig aufwachsenden Kindern im Alltag zu professionalisieren. Dabei wurde eine wissenschaftlich evaluierte Fortbildungsmaßnahme für pädagogische Fachkräfte entwickelt.
Ehrungen/Positionen 2009–2021: Mitherausgeberin der Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie 2013–2015: Vorsitzende des Ethik-Beirats der Leuphana Universität Lüneburg 2014–2019: Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Studie zur Entwicklung der Ganztagsschule (StEG) 2014–2016: Mitglied des Zukunfsforums und Vorsitzende der AG Bildung 1 des Demographiebeirats des Ministerpräsidenten von Niedersachsen 2006: Gastprofessur an der School of Social and Family Dynamics der Arizona State University in Tempe Mitglied von Phi Beta Kappa
Publikationen (Auswahl) Monografien Mit Felix Paschel; Mary Schultz; Jan Pfetsch: Cybermobbing, Hatespeech, Sexting und Cybergrooming. Online-Interaktionsrisiken von Kindern und Jugendlichen aus psychologischer Sicht. Beltz Juventa Verlag, Weinheim 2025, ISBN 978-3-7799-8751-2. Mit Julie Klinkhammer; Katharina Voltmer: Emotionale Kompetenz bei Kindern und Jugendlichen: Entwicklung und Folgen (2., erweiterte und überarbeitete Auflage). Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2022, ISBN 978-3-17-040696-4. Mit Katharina Voltmer: ATEM 3-9 Adaptiver Test des Emotionswissens: Manual. Springer Verlag, Berlin 2021, ISBN 978-3-662-59357-8. Mit Herbert Selg; Dieter Ulich; Günter Bierbrauer: Sozialpsychologie (Grundriss der Psychologie). Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 978-3-17-018213-4. Mit Rainer Bösel; Dieter Ulich; Herbert Selg: Einführung in die Psychologie (Urban-Taschenbücher, Band 551). Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 978-3-17-0184145. Mit Dieter Ulich; Lothar Laux; Herbert Selg: Persönlichkeitspsychologie (Grundriss der Psychologie, Band 11). Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 978-3-17-015162-8. Mit Hildegard Schröppel; Toni Faltermaier; Dieter Ulich; Herbert Selg; Philipp Mayring; Winfried Saup; Petra Strehmel: Entwicklungspsychologie des Erwachsenenalters (Grundriss der Psychologie, 14, Band 14). Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2001, ISBN 978-3-17-016054-5. Mit Dieter Ulich; Herbert Selg; Gerhard Vossel; Heinz Zimmer: Grundriss der Psychologie: Psychophysiologie: Bd. 4. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1998, ISBN 978-3170126220. Mit Dieter Ulich; Herbert Selg; Bernhard Sieland: Grundriss der Psychologie: Klinische Psychologie II. Intervention: Bd. 2 (Urban-Taschenbücher). Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1996, ISBN 978-3-17-012553-7. Mit Dieter Ulich; Herbert Selg; Jürgen Klapprott; Rudolf Kamenz: Grundriss der Psychologie: Forschungsmethoden der Psychologie: Bd. 3. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1992, ISBN 978-3-17-010941-4.
Herausgeberschaften Mit Finja Hondrich; Katharina Voltmer: Atempause: Achtsamkeit in der Grundschule üben. Waxmann Verlag, Münster 2024, ISBN 978-3-8309-4849-0. Mit Oliver Hormann; Peter Cloos; Katja Koch; Claudia Mähler: Fühlen Denken Sprechen: Alltagsintegrierte Sprachbildung in Kindertageseinrichtungen. Waxmann Verlag, Münster 2021, ISBN 978-3-8309-4302-0.
Zeitschriftenartikel/Buchbeiträge Mit Judith Bergold; Katharina Voltmer: Components of Emotion Knowledge in Subtypes of Children with Autism Spectrum Disorders (ASD). In: Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie, 2026, 75 (2), S. 90–108. Mit Oliver Hormann; Katharina Voltmer: It takes two to tango - how teacher-child interactions help advance children’s emotion knowledge. In: Frontiers in Psychology, 2025, 16. Mit Rotem Schapira; Katharina Voltmer: A cultural comparison of children’s emotion knowledge: Data from two cultures. In: International Journal of Behavioral Development, 2025, 49 (1), S. 38–48. Mit Joern Fischer; Steffen Farny; David J. Abson; Vânia Zuin Zeidler; Stefan Schaltegger; Berta Martín-López; Vicky M. Temperton; Klaus Kümmerer: Mainstreaming regenerative dynamics for sustainability, In: Nature Sustainability, 2024, 7 (8), S. 964–972. Mit Katharina Voltmer: Longitudinal prediction of primary school children's COVID-related future anxiety in the second year of the pandemic in Germany. In: PLoS ONE, 2024, 19 (5), e0302065.
Weblinks
Maria von Salisch auf Research Gate, abgerufen am 14. August 2026. Maria von Salisch auf Google Scholar, abgerufen am 14. August 2026.
Salisch, Maria von 1956- auf KrimDoc, abgerufen am 14. August 2026.
Einzelnachweise
Kategorie:Entwicklungspsychologe Kategorie:Hochschullehrer (Freie Universität Berlin) Kategorie:Hochschullehrer (Leuphana Universität Lüneburg) Maria Kategorie:Geboren 1956 Kategorie:Deutscher Kategorie:Frau