Brullaea ocypteroidea ist ein Zweiflügler aus der Familie der Raupenfliegen (Tachinidae). Die Erstbeschreibung der Art sowie die Einführung der Gattung Brullaea von dem französischen Entomologen André Jean Baptiste Robineau-Desvoidy (1799–1857) wurden 1863 posthum veröffentlicht. Das lateinische Art-Epitheton ocypteroidea bedeutet „ähnlich der Gattung Ocyptera“. Der Gattungsname ehrt den französischen Entomologen Gaspard Auguste Brullé. Die monotypische Gattung Brullaea wird der Tribus Leucostomatini innerhalb der Unterfamilie der Wanzenfliegen (Phasiinae) zugeordnet.

Merkmale Die überwiegend schwarz gefärbten schlanken Fliegen sind 7–8 mm lang. Im Folgenden eine Merkmalskombination für die Gattung Brullaea nach Cerretti et al. (2012). Der Postpedicellus ist 2–3-mal so lang wie der Pedicellus. Der Scheitel ist bei den Männchen in Dorsalansicht mindestens zwei Drittel so breit wie das Auge. Bei den Männchen sind die äußeren Vertikalborsten gut entwickelt. Das vierte Abdominaltergit der Männchen weist Spuren von Bereifung am Vorderrand auf. Der Hinterleib ist bei Weibchens ohne Zangen. Gewöhnlich ist er ohne präsuturale Akrostichalborsten (gelegentlich ein Paar vorhanden).

Verbreitung Brullaea ocypteroidea hat eine paläarktische Verbreitung. Das Vorkommen erstreckt sich über Mittel- und Südeuropa. Es reicht im Osten bis nach Ostsibirien. In Deutschland ist die Art weit verbreitet. Im wärmeren Mitteleuropa lokal nicht selten.

Lebensweise Brullaea ocypteroidea gilt aufgrund ihrer Tribuszugehörigkeit als ein Endoparasitoid von Wanzen. Wirtsarten sind offenbar noch nicht bekannt. Die Art hat in Mitteleuropa offenbar eine Generation im Jahr. Die Fliegen beobachtet man zwischen Mitte Juni und Anfang September, insbesondere im Juli, beim Besuch von Blüten. Der typische Lebensraum der Art sind trockene Wiesen und Waldränder.

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