Anita Popist (; auch: Anita Papist) ist eine in Teheran lebende iranische Sängerin. Sie erhielt internationale Aufmerksamkeit, nachdem sie von einem Gericht der iranischen Sittenpolizei wegen des Hochladens zweier Musikvideos, in denen sie kein Hidschāb trug, zu 74 Peitschenhieben verurteilt worden war.

Musikalische Laufbahn Sie gehört der Underground-Musikszene Teherans an. Ihre in persischer und englischer Sprache gesungene Musik verbreitet sie hauptsächlich eigenständig über Uploads auf den Onlineplattformen Youtube, Instagram und Soundcloud.

Verurteilung Am 14. Dezember 2025 lud Anita Popist auf Instagram eine Videoaufnahme hoch, in der sie mit instrumentaler Begleitung der Musiker Shahin Motevalli und Ashkan Kamal ein unpolitisches persischsprachiges Lied singt. Am 2. Juni 2026 lud sie auf Youtube ein Musikvideo zu ihrer Interpretation von Joaquín Rodrigos Il Adagio aus dem Concierto De Aranjuez hoch. In beiden Videos trägt sie die Haare offen und keinen Hidschāb, wodurch die Sittenpolizei auf sie aufmerksam wurde. Im Juli desselben Jahres wurde sie wegen Verstößen gegen die öffentliche Moral zu 74 Peitschenhieben verurteilt. Ebenso wurde ihr Pass konfisziert und ihr Mobiltelefon gesperrt. Dieses Urteil wurde international scharf kritisiert.

Die iranisch-amerikanische Journalistin und Frauenrechtsaktivistin Masih Alinejad schrieb am 19. Juli 2026 auf X (ehemals Twitter):"In the middle of a war, the Islamic Republic still finds time to flog this young women for music. Anita Papist, a young Iranian singer, has been sentenced to 74 lashes. Her crime? Singing and uploading her video on Instagram. The regime confiscated her passport. Blocked her phone. Now they want to silence her voice. This is called gender apartheid. A total apartheid against women. Be her voice[.]""Inmitten des Krieges findet die Islamische Republik immer noch Zeit, ihre jungen Frauen wegen Musik auszupeitschen. Anita Papist, eine junge iranische Sängerin, wurde zu 74 Hieben verurteilt. Ihr Verbrechen? Zu singen und ihr Video auf Instagram hochzuladen. Das Regime konfiszierte ihren Pass. Blockierte ihr Telefon. Jetzt wollen sie ihre Stimme zum Schweigen bringen. Das nennt sich Gender Apartheit. Eine totale Apartheit gegen Frauen. Seid ihre Stimme[.]"Bereits in den Monaten vor Anita Popists Verurteilung erhielten auch andere iranische Musikerinnen und Musiker ähnliche Urteile. Im Juni 2026 wurde die Sängerin Parastoo Ahmadi ebenfalls zu 74 Peitschenhieben verurteilt, nachdem sie ein Konzert mit unbedeckten Haaren gesungen hat. An dem Musiker Mehdi Yarrahi wurde im März 2026 wegen des Singens vor Protestliedern im Rahmen seiner Unterstützung der Bewegung Frau, Leben, Freiheit dasselbe Urteil vollstreckt. Für ihre Unterstützung derselben Bewegung wurden der Sänger Shervin Hajipour zu einer mehrjährigen Haftstrafe und der Rapper Toomaj Salehi zum Tode verurteilt.

Weblinks

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Einzelnachweise

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