mini|hochkant|Gertrud Månsson (Porträtfoto) Gertrud Karolina Månsson, auch Gertrud Carolina Månsson, (geboren am 18. Dezember 1866 in Kungsholmen, Stockholm; gestorben am 30. Dezember 1934 ebenda) war eine schwedische Politikerin (Sveriges socialdemokratiska arbetareparti), Gewerkschafterin, Vorkämpferin für Frauenrechte und eine der ersten Frauen im Stadtrat von Stockholm.
Leben Månsson war eine Tochter des Eisenbahners Johannes Månsson (25. März 1833 – 2. Februar 1882) und dessen Frau Charlotta Christina (geborene Lindqvist; 9. Februar 1831 – 1890). Da sie aus ärmlichen Verhältnissen stammte, musste sie 1878 im Alter von elf Jahren die Volksschule verlassen, um ihren Lebensunterhalt als Dienstmädchen zu verdienen. Nach dem Tod beider Eltern wanderte ihre jüngere Schwester Anna Maria Månsson (um 1872–1939) nach Amerika aus (vermutlich zu Verwandten). Was aus ihr und ihrem Bruder Johan Adolf Månsson (1868–1915) wurde, ist nicht bekannt. Bereits frühzeitig begann Månsson, sich in der Frauenbewegung zu engagieren, und beteiligte sich mit ihrer älteren Schwester Selma Johanna Katarina Månsson (30. Oktober 1864 – 20. Dezember 1921) am 11. Juni 1892 an der Gründung des Stockholmer Frauenvereins (), der sich im August der neu gegründeten Sveriges socialdemokratiska arbetareparti anschloss. Sie war mehrmals Vorsitzende des Frauenvereins (1892–1895, 1897–1898 und 1906–1908) sowie Mitglied des Vorstands der Frauengewerkschaft (1902–1909).
mini|Månsson 1910 in ihrem Laden Mit ihrer Schwester Selma eröffnete sie 1896 ein Geschäft für Lampenöl und Haushaltswaren in der Straße Upplandsgatan 39. Ihre Nachbarin Agda Östlund wurde eine der ersten Frauen, die die Sozialdemokratische Partei im Parlament vertrat. Månsson gehörte ab 1899 dem am 5. April 1897 ins Leben gerufenen Arbeitsausschuss der sozialdemokratischen Frauenkonferenz an, einem Vorläufer der am 7. Oktober 1902 gegründeten Frauengewerkschaft , deren Ziel es war, Frauen zu organisieren, die in der Hauswirtschaft oder in der Industrie arbeiteten, und sich für menschenwürdige Arbeitsbedingungen, kürzere Arbeitszeiten sowie faire Arbeitsverträge einzusetzen. Sie war eine der ersten Redakteurinnen der von der Frauengewerkschaft 1904 herausgegebenen Zeitschrift Morgonbris. 1909 wurde diese Gewerkschaft aufgelöst und ging in die Landsorganisationen (LO) über.
1910 wurde Månsson bei der Wahl im 4. Stockholmer Bezirk in den Stadtrat gewählt, nachdem es seit 1909 auch Frauen erlaubt war, für diese Wahl anzutreten und zu wählen. Sie stand auf der Liste der Arbeiterpartei an zweiter Stelle und belegte unter den gewählten Vertretern des Bezirks den fünften Platz. Sie trat jedoch 1915 nicht zur Wiederwahl an, da ihre unentgeltliche politische Arbeit eine zu große finanzielle Belastung wurde, zumal sie ja auch noch ein Unternehmen zu führen hatte. Erst im Jahr 1919 kandidierte sie erneut und wurde wiederum in den Stadtrat gewählt, in dem sie bis 1931 tätig war. Anschließend verzichtete sie endgültig auf weitere Kandidaturen oder kommunale Ämter.Kerstin E. Wallin: Gertrud Carolina Månsson. In: Svenskt kvinnobiografiskt lexikon. (schwedisch, skbl.se und englisch, skbl.se – übersetzt von Alexia Grosjean) Bereits vor ihrer Arbeit im Stadtrat hatte sie wertvolle Erfahrungen im Ausschuss der Armenfürsorge der Gustav-Wasa-Kirchengemeinde gesammelt. Als Stadträtin war sie unter anderem Mitglied der Delegation für die Gewährung von Subventionen und des Vorstands der städtischen Mädchenschule. Da sie selbst aus einem ärmlichen Elternhaus stammte, lag ihr die Armenfürsorge besonders am Herzen. Zudem war sie seit 1909 Mitglied im Kuratorium der Stockholmer Informations- und Unterstützungsstellen für Tuberkulose.
Anfang der 1920er Jahre verkaufte Månsson das Geschäft und nahm eine Stellung als Angestellte im Büro bei Systembolaget an, die sie bis zum Ende ihres Berufslebens ausübte.Hjördis Levin: Gertrud K Månsson. In: Svenskt biografiskt lexikon. Band 26: Munck–Rosenschöld. Norstedt, Stockholm 1989, S. 192 (sok.riksarkivet.se).
Schriften (Auswahl) Kläder åt barnen. In: Morgonbris. 1. Jahrgang, Nr. 2, Stockholm 1905, S. 5 (gupea.ub.gu.se – Kürzel G-d. für Gertrud). Stockholms allmänna kvinnoklubb firar femton års jubileum 1892–1907. En liten historik över det arbete som utförts. In: Morgonbris. 3. Jahrgang, Nr. 3, Stockholm Juli 1907, S. 5–7. Wi möl hendör! An unsere Kriegerfrauen. Kiel 1917 (Abt. 4 des Vaterländischen Frauenvereins und des Vereins vom Roten Kreuz).
Literatur Vår första kvinnliga stads fullmäktige. In: Dagny. 3. Jahrgang, Nr. 12, Stockholm 1910, S. 134–135 ().
Månsson, Gertrud Karolina. In: Walborg Hedberg, Louise Arosenius: Svenska kvinnor från skilda verksamhetsområden : Biografisk uppslagsbok. Albert Bonniers förlag, Stockholm 1914, S. 72 (schwedisch, runeberg.org).
Signe Wessman: Berömvärda kvinnor – Gertrud Månsson, Svergies första kvinnliga stadsfullkäktig ur tiden. In: Morgonbris. Nr. 1, Januar 1935, S. 28 (schwedisch, gupea.ub.gu.se PDF, Nachruf). Hjördis Levin: Gertrud K Månsson. In: Svenskt biografiskt lexikon. Band 26: Munck–Rosenschöld. Norstedt, Stockholm 1989, S. 192 (sok.riksarkivet.se).
Weblinks Kerstin E. Wallin: Gertrud Carolina Månsson. In: Svenskt kvinnobiografiskt lexikon. (schwedisch, skbl.se und englisch, skbl.se – übersetzt von Alexia Grosjean) Gertrud Månsson, den första kvinnan i kommunfullmäktige stockholmskallan.stockholm.se (schwedisch) Gertrud Månsson kvinnofronten.nu (schwedisch).
Einzelnachweise
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