Otto Stolz (* 24. April 1917 in Berlin; † 19. Mai 1962 in Köln) war ein deutscher Journalist und Mitbegründer der Freien Universität Berlin.

Er entstammte einer Gewerkschafterfamilie und gehörte bereits vor 1933 der Sozialistischen Arbeiterjugend an. Nach dem Zweiten Weltkrieg schloss er sich wiederum der SPD an und blieb auch nach deren Zwangsvereinigung mit der KPD zur SED weiter SPD-Mitglied. Als Student an der Humboldt-Universität gehörte er ab 1947 zu den profilierten Stimmen der oppositionellen Studenten, war Sprecher der SPD-Hochschulgruppe, Mitglied im Studentenrat und freier Mitarbeiter der unter amerikanischer Lizenz erscheinenden Studentenzeitung Colloquium. Eine von Stolz verfasste kritische GlosseVollständiger Abdruck der Glosse in: Marianne und Egon Erwin Müller: „...stürmt die Festung Wissenschaf!“ Die Sowjetisierung der mitteldeutschen Universitäten seit 1945. Colloquium-Verlag Berlin 1953, S. 39. anlässlich der Rektoratseinführung 1948 veranlasste die Deutsche Verwaltung für Volksbildung unter Paul Wandel (SED), ihm und den beiden Colloquium-Herausgebern Joachim Schwarz und Otto Hess die Studienerlaubnis zu entziehen. Auf einer anschließenden Protestkundgebung von 2000 Studenten forderte Stolz erstmals öffentlich die Gründung einer Freien Universität in den Westsektoren Berlins, die wenige Monate später ihren Lehrbetrieb aufnahm.

Nach dem Ende seines Studiums arbeitete Stolz 1949/50 kurzzeitig als Ressortleiter Innenpolitik der Neuen Zeitung in München und anschließend bis 1957 als stellvertretender Chefredakteur der DGB-Wochenzeitung Welt der Arbeit. Von 1958 bis zu seinem plötzlichen Tod 1962 war er leitender Redakteur der Deutschen Welle in Köln.

Als Leitartikler sowie in mehreren Büchern setzte er sich kritisch mit der Entwicklung der Gewerkschaften auseinander und monierte insbesondere ihre einseitige Bindung an die SPD. Wegen seiner Beteiligung an dem CDU-nahen Verein „Rettet die Freiheit“ wurde er 1959 aus der SPD ausgeschlossen.

Schriften (Auswahl)

Wohlstand in Freiheit (1951) Deutsche Gewerkschaftler sehen Amerika (1953) Sozialistische Errungenschaften für den Arbeiter? (1958) Die Gewerkschaften in der Sackgasse (1959)

Literatur

Einzelnachweise

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