Die Baureihe 151 umfasste zwei Dampflokomotiven der rumänischen Staatsbahnen Căile Ferate Române (CFR) für den Güterzugdienst mit der Achsfolge 1’E1’ (Santa Fe). Hergestellt wurden die beiden Maschinen 1939 und 1942 bei der Firma Malaxa. Ihre Konstruktion wurde von den rumänischen Schnellzuglokomotiven der Reihe 142 abgeleitet, einem Lizenznachbau der österreichischen Reihe 214. Die Lokomotive 151.001 musste nach dem Zweiten Weltkrieg an die Sowjetunion abgegeben werden und ist nicht mehr vorhanden. Die 151.002 wurde bis 1969 betrieben und wurde nach 1994 im Depot Dej als Museumslok wieder aufgebaut und ist erhalten geblieben. Mit einer Leistung von 2600 PS waren diese Lokomotiven die stärksten je in Rumänien gebauten Dampflokomotiven.
Geschichte
Nach Überwindung der Weltwirtschaftskrise wollten die CFR ihren Lokpark vereinheitlichen und fanden für die Beförderung von schweren Güterzügen Gefallen an Lokomotiven der Achsfolge 1’E1’. Auf Grund der sehr guten Ergebnisse der CFR-Baureihe 142 wurde von dieser Konstruktion abgeleitet eine Güterzuglokomotive mit dieser Achsfolge entworfen. Diese Arbeiten wurden von der Lokomotivfabrik Malaxa durchgeführt. Bei der Reihe handelte es sich, zusammen mit der ebenfalls ab 1939 beschafften CFR-Baureihe 131.0 um die ersten eigenständigen Lokomotivkonstruktionen für die CFR.A. E. Durrant: The Steam Locomotives of Eastern Europe, Newton Abbot 1966, S. 48 Zuvor waren alle Beschaffungen der CFR entweder bei ausländischen Lokomotivfabriken oder als Lizenzfertigung ausländischer Entwürfe erfolgt. 1939 wurde mit der Fabriknummer 355 die erste Lokomotive 151.001 hergestellt. Sie wurde 1940 auf einer Messe in Mailand ausgestellt, wo sie besonders mit ihrer Erscheinung, der kegelförmigen Rauchkammertür, der Verkleidung aller Dome auf dem Kesselscheitel und der kleinen Windleitbleche wie bei der CFR 142 großes Aufsehen erregte.www.dampflokomotiven.net: Internetseite über die Lokomotive CFR 151.002
Nach der Messe wurde die Lokomotive dem Depot Bukarest Călători zugeteilt und lief im schweren Güterzugdienst nach Brașov über den Predealpass. Die Deutsche Reichsbahn stellte leihweise zwei Maschinen der DR-Baureihe 45 zur Verfügung, mit denen am Predealpass Vergleichsfahrten durchgeführt wurden. Mit diesen Maschinen wurde die Prototyplokomotive verglichen und für einen weiteren Serienbau in der Konstruktion verfeinert. Die Lokomotive entwickelte eine Leistung von 2600 PS und konnte als Spitzenleistung einen Zug von 3.100 t ziehen.Thomas Estler, Loks der rumänischen Staatsbahn CFR, Transpress-Verlag Stuttgart, 2019, ISBN 978-3-613-71550-9
1942 wurde bei Malaxa die zweite Lokomotive 151.002 hergestellt, die im Gegensatz zur 151.001 keine Windleitbleche besaß. Außerdem war die Rauchkammertür bei der Lok 151.002 klassisch gewölbt ausgeführt. Die Lokomotive wurde dem Depot Bukarest zugeteilt und bekam den Spitznamen Mariana. Außer den beiden genannten Maschinen konnten aus Kriegsgründen keine weiteren hergestellt werden. Die 151.001 musste nach Kriegsende als Reparationsleistung an die Sowjetunion abgegeben. Ihr Schicksal dort ist unsicher, angeblich soll sie nach einem Kesselzerknall in Charkow ausgemustert worden sein. Die 151.002 befand sich zum Kriegsende im Depot Piatra-Olt. Nach einer Hauptuntersuchung wurde sie in Brașov stationiert. Im Jahr 1953 wechselte die Lokomotive, bei der in der Zwischenzeit einige Teile gegen neuere getauscht wurden, in das Depot Cluj-Napoca. Sie stand dort bis in das Jahr 1967 im Einsatz. Im Jahr 1969 wurde sie dann endgültig außer Dienst gestellt. Für die Feier anlässlich des 125-jährigen Bestehens der CFR wurde beschlossen, die Lok als Ausstellungsobjekt zu verwenden. Bis zum Jahr 1994 wurde die Lok aufwendig restauriert und ist mit Stand 2026 im Depot Dej hinterstellt.www.cfrcalatori.ro: Internetseite über das Museum Dej, Standplatz der CFR 151.002
Technische Daten Im Großen und Ganzen stützt sich die Konstruktion der CFR 151 auf die der CFR 142. Die Lokomotive wurde als Heißdampf-Zweizylinderbauart entworfen. Von den fünf Kuppelachsen wurden die mittleren fest im Rahmen gelagert, die erste Kuppelachse ist mit der Vorlaufachse in einem Krauss-Helmholtz-Drehgestell verbunden, die Nachlaufachse ist als Adamsachse ausgeführt. Die Lokomotiven konnten Kurvenradien bis 150 m ohne Probleme durchfahren. Dank der 1500 mm großen Kuppelräder konnten die Lokomotiven aushilfsweise auch Schnellzüge bespannen und ermöglichten eine Beschleunigung im Güterzugverkehr. Als Neuheit wurden alle Stangen- und Radlager als Wälzlager von SKF ausgeführt.
Der Kessel war weitgehend identisch mit dem der Baureihe 142, lediglich die Rauchkammer wurde um 200 mm verkürzt. Alle Kesselaufbauten wurden unter einer gemeinsamen Verkleidung versteckt, die sich über den gesamten Kessel vom Führerstand bis zur Rauchkammertür erstreckte. Der Kessel besaß ursprünglich eine Feuerbüchse aus Kupfer, bei der Ausbesserung um 1964 wurde sie durch eine stählerne ersetzt. Im Unterschied zu den mit Ventilsteuerung ausgerüsteten 142 erhielten die 151 herkömmliche Heusinger-Steuerungen mit Kolbenschiebern. Es wurden bei den Lokomotiven pneumatisch zu betätigende Entwässerungsventile für die Zylinder verwendet.
Literatur
Thomas Estler: Loks der rumänischen Staatsbahn CFR; Transpress-Verlag Stuttgart, 2019, ISBN 978-3-613-71550-9 Șerban Lacriţeanu, Ilie Popescu: Istoricul tracțiunii feroviare din România, 1919-1990, Locomotivele cu abur CFR, Band 2, Kapitel Locomotivele CFR tip 1E1-h2, seria 151.000, ASAB-Verlag Bukarest, ISBN 978-973-7725-29-5 (rumänisch) Dr. Schn. Neue rumänische Güterzug-Lokomotiven. In: Die Lokomotive, 1944 Nr. 1, S.15 (Digitalisat)
Weblinks
www.dampflokomotiven.net: Internetseite über die Lokomotive CFR 151.002 www.hobby.ro/roarmy: Hobbyseite über Lokomotiven der damaligen Zeit mit Erwähnung der CFR 151 trainspo: Foto mit technischen Daten der CFR 151 Einzelnachweise
Kategorie:Dampflokomotive Achsfolge 1E1 151 Kategorie:Schienenfahrzeug (FAUR)