mini|hochkant|Wappen der Sprenge im Wappenbuch des Westfälischen Adels Sprenge ist der Name eines erloschenen westfälischen Adelsgeschlechts.

Geschichte Das Geschlecht hatte seine Stammheimat in der Grafschaft Mark.Spiessen (1901–1903), S. 120. Wesentliche Familiensitze waren Gut Borgmühl und Haus Heyde, beide bei Unna.Steinen (1755), S. 871–873.Fahne (1858), S. 367.

Der erste Vertreter des Geschlechts ist Heinrich Sprenge, der 1256 als Zeuge für Graf Otto I. von Tecklenburg († 1263) erwähnt wird, als dieser dem Kloster Himmelpforten Güter in Höingen übertrug. Hermann Sprenge von Höingen erscheint 1289. Wenige Jahre später, 1295, verkauften Heynemann Sprenge, seine Frau und Kinder sowie sein Bruder Hermann Sprenge dem Kloster Fröndenberg ihre Güter in Hemmerde.Neitmann (1993), S. 521.

Es folgen 1320 der Knappe Gerwin Sprenge, seine Frau Gude und ihre Kinder Henrich, Hermann, Adelheid und Christine Sprenge. Giselbert genannt Sprenge war 1328 Bürge für Gobelin von Hegenschede. 1330 werden Goswin und Diederich Sprenge erwähnt, 1343/4 der Ritter Meinricus Sprenge, der der Unnaer Kirche einen silbernen Abendmahlskelch schenkte, der noch heute verwendet wird.

1338 werden verschiedene Familienmitglieder als Lehnsnehmer der Grafen von Arnsberg erwähnt. Hermann Sprenge hatte ein Gut in Holtum mit sechs Hufen und mehreren Kotten. Heinrich Sprenge besaß einen Hof im Kirchspiel Flierich. Gottfried und Gerwin Sprenge hatten ein Gut in Borgmulen im Kirchspiel Mühlhausen zu Lehen. 1347 verkauften Dietrich Sprenge, seine Ehefrau Gude, ihre Söhne Gerwin, Godike, Heinrich und Dietrich, ihre Töchter Christine und Jutte sowie Hermann Sprenge, der Sohn des verstorbenen Gerwin Sprenge vor dem Freigrafen zu Unna eine Zehntlöse an die Bürger zu Unna.

1356 und 1370 tritt Hermann Sprenge zu Walterickhusen auf, dessen Frau eine Tochter von Hermann Frescken und Jutten war. Die Eheleute hatten zwei Kinder: Gerwin Sprenge (urkundlich 1370–1390, Knappe) und Gudeken Sprenge. Letztere wurde die Frau des Henneken Schade, Bruder von Otto Schade. 1361 findet sich ein Hermann Sprenge zu Budberg. Ein Hinrich Sprenge erscheint 1385. 1386 verkaufte Gerwin Sprenge, Sohn des verstorbenen Meyrike Sprenge, Johann von Mengede eine Rente aus dem Gut und Erbe, genannt der Hof zu Flierich im Gericht Werl, und eine Kornrente aus dem Gut und Erbe, das im Kirchspiel und Gericht Unna lag. Gerwin war 1393 Standgenosse des Gerichts zu Unna.Neitmann (1993), S. 523.

Nachdem die Grafschaft Arnsberg 1368 an Kurköln verkauft worden war, hatte Heinrich Sprenge 1388 den Hof Burchmuele (Gut Borgmühl) vom Erzstift Köln zu Lehen. Im selben Jahr beteiligte er sich an der Großen Dortmunder Fehde. Er war unter den Teilnehmern aus der „Feste“ zu Unna, ebenso wie Heinrich Sprenge von dem Varste, Hermann Sprenge, Heinrichs Sohn, und Gerwin Sprenge.

Ferner erscheinen 1390 die Brüder und Knappen Diederich und Godeke Sprenge sowie Henrich Sprenge zu Borgmühl bei Unna. Godeke Sprenge erhielt 1392 und 1393 Land im Kirchspiel Boenen als märkisches Lehen. 1396 sind die Brüder Diederich und Godeke Sprenge von Werve als Zeugen genannt.Neitmann (1993), S. 524. 1400 vermachte Diederich Sprenge, der mit einer Belie verheiratet war, das Mühlengut zu Brüninghausen im Kirchspiel Olpe an Aleke Wesselberg. 1427 sagte Dietrich Sprenge zusammen mit anderen dem Herzog Adolf II. von Kleve-Mark die Fehde an. 1471 übertrug Belie Sprenge von Brünninghausen die ihrem gleichnamigen Sohn Johann von Cobbenrode von ihrem verstorbenen Sohn Heinrich Sprenge ererbten Forderungen an Junker Heinrich von Limburg. Henrich Sprenge zu Borgmühl wurde 1392 und 1393 mit dem märkischen Lehen Peternellenhof zu Afferde im Kirchspiel Unna belehnt. Ebenfalls 1393 war Heinrich Sprenge von der Borgmühl Bürge für Dietrich von Velmede, als dieser sein Erbe zu Velmede an Hermann von der Recke verkaufte. 1407 war Heinrich Sprenge dann auch Zeuge für besagten Hermann von der Recke. Zwischen 1419 und 1427 erscheint Heinrich Sprenge mehrmals als Angehöriger der märkischen Ritterschaft, mehrfach auch zusammen mit seinem Sohn Diederich Sprenge zu Borgmühl (siehe unten). 1431 hatte er zusammen mit dem Peternellenhof auch den Dickmanshof zu Mülhausen, ein märkisches Lehen, in Besitz. Urkundlich erscheint er bis 1432.Neitmann (1993), S. 521 f.

1401 werden Randolph Sprenge und seine Ehefrau Beleke von Hennen erwähnt, 1402 Hermann Sprenge sowie 1414–1424 die Ritter Hermann, Randolph und Menricus Sprenge. 1414–1428 erscheinen urkundlich Engelbert Sprenge zu Werve und seine Frau Fye. 1419 besiegelten Diederich Sprenge zu Borgmühle, Heinrich Sprenges Sohn, Henrich Sprenge ebenfalls zu Borgmühle und Engelbert Sprenge die märkische Landesvereinigung. Zwei Jahre später, 1421, besiegelten Henrich Springe von der Borchmoelen, Diederich, sein Sohn, Engelbert Sprenge und Henrich Sprenge von der Heiden, d. h. zu Haus Heyde bei Unna, die märkische Pfandschaft. Laut Anton Fahne war das Siegel des Letzteren bereits Mitte des 19. Jahrhunderts abgefallen. Die Siegel der Übrigen sollen aber das Klauenwappen gezeigt haben. Dieselben besiegelten 1426 die märkische Landesvereinigung. Zudem wird Diederich Sprenge von der Borgmühl um 1420 in den märkischen Ritterzetteln für das Amt Unna aufgeführt.Neitmann (1993), S. 522. Ebenfalls um 1420 in den Ritterzetteln des Amtes Unna aufgeführt ist Heinrich Sprenge, Hermanns Sohn. Dieser Heinrich Sprenge ist noch 1437 Mitglied der märkischen Ritterschaft.Neitmann (1993), S. 523 f.

1388 entsagte Dortmund Heinrich Sprenge op der Heyde. Nach Steinen wird Henrich Sprenge opper Heyde auch 1422 erwähnt. Laut Johann Dietrich von Steinen sollen Heinrich Sprenge zu Borgmühl und Heinrich Sprenge zu Heyde sehr wahrscheinlich ein und dieselbe Person gewesen sein. Diese Annahme ist aber nicht korrekt, da beide Personen 1421 unter der märkischen Ritterschaft huldigen.

1406 waren die Brüder Hermann und Hacke Sprenge unter den Fehdehelfern des Grafen Adolf II. von Kleve-Mark (1373–1448) gegen das Bistum Lüttich. Im selben Jahr erscheinen auch die Brüder Rudolf (Randolf) Sprenge und Hermann Sprenge als Zeugen in einem gerichtlichen Streit zwischen Hermann von der Recke und Hermann Kotemann. 1413 verkauften die Brüder Hermann und Randolf Sprenge zusammen mit Kunne, offenbar ihre Schwester und Witwe des Lubbert von Nordhof, den ehemaligen Besitz des Letzteren an Hermann von der Recke. 1424 sagten Dietrich von der Recke, Hermann Sprenge und andere als Helfer von Herzog Adolf II. von Kleve-Mark dem Junker Ruprecht von Berg und Ravensberg († 1433) die Fehde an. Rudolf Sprenges Witwe, Beleke von Hennen, stiftete 1438 eine Memorie.

1426 wird Engelbert Sprenge zu Werve erwähnt, 1447 Henrich Sprenge, 1452 Engelbert Sprenge und 1459 Diederich Sprenge, Burgmann zu Kamen. 1441 wurde Johann Sprenge von den Brüdern Franko und Heinrich von Witten mit der Mühle zu Borgmühl belehnt. Derselbe Johann Sprenge wird von Steinen für die Jahre 1466 und 1467 erwähnt. 1467 beschenkte Johann Sprenge zu Borgmühl die Kirche zu Lünern. 1470 war seine Tochter Elske Sprenge (lebte 1519 nochLandesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen, D 214u / Stadt Unna (Dep.) / Urkunden, Nr. 301, abgerufen am 11. August 2026.), Erbin zu Borgmühl und Heyde, deren Mutter eine Langen war, die Frau von Diederich von der Recke, Burgmann zu Kamen. So kamen Borgmühl und Heyde an die von der Recke.Neitmann (1993), S. 522 f.

1462 kaufte Goddert Sprenge von Evert Welpendorp ein Haus in Kamen. 1470 verkauften Goddert Sprenge zu Borgmühle und sein Sohn Goddert dem Johann Op dem Hamme gen. von Schoeppingk ihr Haus op dem Rode in Kamen, das sie zuvor von Evert von Welpendorp und dessen Frau Grete gekauft hatten. Beleke/Bela Sprenge war 1467–1489 Äbtissin des Klosters Rumbeck. Zwei Schwestern waren Gertrud Sprenge und N. N. Sprenge, Ehefrau des Johann Cobbenrode Noch 1479 erscheint ein Henrich Sprenge zur Heiden.

Auch im in Livland im Baltikum war die Familie vertreten. Ein in Westfalen geborener Heinrich Sprenge war 1435 Kumpan des Deutschen Ordens zu Soneburg. Bereits vor 1438 war er Schaffer in Riga und 1439–1442, vermutlich noch bis 1445, Komtur zu Dünaburg. 1451 war er Vogt zu Narva.

Bald danach, d. h. um 1500, erlosch das Geschlecht im Mannesstamm.

Wappen Blasonierung: In Schwarz drei (2:1) goldene Adlerklauen. Auf dem Helm mit schwarz-goldenen Helmdecken zwei goldene Adlerklauen. mini|hochkant|Darstellung in Siebmachers Wappenbuch von 1772 unter den Nider-Reinlendischen Während diese Blasonierung der Wappenabbildung bei Max von Spiessen entspricht, beschreibt derselbe die Helmzier textuell leicht anders („ein schwarzer (rechts) und ein goldener Adlerfang“). Anton Fahne berichtet zwar ebenfalls von Adlerklauen, seine zugehörige Wappenskizze scheint jedoch fälschlicherweise eher Bärenklauen darzustellen. Auch die Wappendarstellung in Siebmachers Wappenbuch von 1772 unter den Nider-Reinlendischen zeigt fälschlicherweise eher Bären- als Adlerklauen. Hier sind der Schild silbern und die Klauen schwarz.Siebmacher (1772), Tfl. 115.

Literatur Anton Fahne: Geschichte der Westphälischen Geschlechter unter besonderer Berücksichtigung ihrer Uebersiedelung nach Preußen, Curland und Liefland, mit fast 1200 Wappen und mehr als 1300 Familien, Heberle, Köln 1858, S. 367 (Google Bücher). Sonja Neitmann: Von der Grafschaft Mark nach Livland. Ritterbrüder aus Westfalen im livländischen Deutschen Orden (= Veröffentlichungen aus den Archiven Preussischer Kulturbesitz, Beiheft 3), Köln/Weimar/Wien 1993, S. 521–525. Johann Siebmacher: Johann Siebmachers allgemeines großes und vollständiges Wappenbuch, 2. Teil, 12. Ausgabe, Nürnberg 1772, Tfl. 115 (uni-goettingen.de). Max von Spiessen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 120 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 303 (hhu.de). Johann Dietrich von Steinen: Westphälische Geschichte mit vielen Kupfern, 2ter Teil. Meyer, Lemgo 1755, S. 871–873 (uni-muenster.de) und Tab. XXXI, Nr. 3 (uni-muenster.de).

Einzelnachweise

Kategorie:Westfälisches Adelsgeschlecht