Kim Un-yong (* 19. März 1931 in Daegu, Gyeongsangbuk-do, damaliges Japanisches Kaiserreich, heutiges Südkorea; † 3. Oktober 2017 in Sinchon-dong, Seodaemun-gu, Seoul, Südkorea) war ein südkoreanischer Sportfunktionär, Vizepräsident des Internationalen olympischen Komitees und Gründungsmitglied der WTF.

Leben Während seines Studiums am Institut für Politikwissenschaft und Diplomatie der Yonsei-Universität und seiner Vorbereitung auf die Prüfung für den höheren Staatsdienst brach der Koreakrieg aus, und die Nordkoreanische Volksarmee besetzte Seoul. Unmittelbar nach der Rückeroberung Seouls trat er in die Armee ein und absolvierte drei Studienaufenthalte an der Infanterieschule der US-Armee.

Kim Un-yong wurde Agent des südkoreanischen Geheimdienstes (KCIA) und Sekretär des Premiers Park Chung-hee, der den blutigen Militärputsch am 16. Mai 1961 initiierte.

Am 23. Januar 1971 wurde Kim Un-yong zum 8. Präsidenten der Korean Taekwondo Association gewählt und behielt dieses Amt 20 Jahre. Obwohl er die Position aufgrund der anhaltenden Konflikte innerhalb der Organisation zunächst abgelehnt hatte, wurde er von der koreanischen Regierung gebeten, sie anzunehmen und den Verband zu sanieren.

Choi Hong-hi, der Vorsitzende der bestehenden International Taekwondo Federation (ITF), ging 1972 unter Berufung auf staatliche Unterdrückung ins kanadische Exil und verlegte den Hauptsitz der ITF nach Toronto. Daraufhin wurde die World Taekwondo Federation (WTF) als Gegenorganisation gegründet und Kim Un-yong übernahm 1973 das Amt des ersten Präsidenten.

In der Überzeugung, dass Taekwondo eine koreanische Kampfkunst sei und der zuständige Dachverband daher seinen Sitz in Korea haben sollte, löste Kim Un-yong die Verbindung zwischen der Korean Taekwondo Association und der International Taekwon-Do Federation unter Choi Hong-hi auf.

Kim Un-yong spielte eine bedeutende Rolle bei der Einführung von Taekwondo bei den Olympischen Spielen und half Südkorea bei der Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 1988.

Kim Un-yong war Präsident des Koreanischen Olympischen Komitees, Präsident des Organisationskomitees für die Asienspiele 2002 in Busan, Präsident der Korean Taekwondo Association, Präsident des World Taekwondo Headquarters (Kukkiwon), Botschafter für besondere Aufgaben im Ministerium für auswärtige Angelegenheiten und Handel sowie Ko-Vorsitzender des Komitees für den Wiederaufbau Koreas; auf internationaler Ebene fungierte er als Präsident der Global Association of International Sports Federations (GAISF), als Mitglied des IOC-Exekutivkomitees, als Vorsitzender der IOC-Kommission für Hörfunk und Fernsehen sowie als Präsident der World Taekwondo Federation.

Am 28. Januar 2004 wurde er auf Betreiben der Staatsanwaltschaft wegen verschiedener Korruptionsdelikte, darunter Untreue und Veruntreuung, festgenommen und zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Er musste das Amt des WTF-Präsidenten niederlegen und als sein Nachfolger wurde Chungwon Choue ernannt.

Am 2. bzw. 3. Oktober 2017 starb Kim Un-yong im Severance Hospital in Seoul, Südkorea.

Im Dezember 2017 erschien er posthum auf dem Titelblatt des *Tae Kwon Do Life Magazine* – in einer Ausgabe, die seinem Beitrag zur Globalisierung des Taekwondo gewidmet war.

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Einzelnachweise

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