Iván & Hadoum ist ein spanisch-deutsch-belgisches Filmdrama von Ian de la Rosa aus dem Jahr 2026. Der Film erzählt von der Liebesbeziehung zwischen dem trans Mann Iván und seiner spanisch-marokkanischen Arbeitskollegin Hadoum vor dem Hintergrund prekärer Arbeitsverhältnisse in der Landwirtschaft der südspanischen Provinz Almería. Er verbindet eine Liebesgeschichte mit Fragen nach sozialer Klasse, Geschlechterrollen und Arbeitskämpfen.

Iván & Hadoum ist das Spielfilmdebüt von Ian de la Rosa. Der Film wurde im Februar 2026 in der Sektion Panorama der 76. Internationalen Filmfestspiele Berlin uraufgeführt und dort mit dem Teddy Award als bester Spielfilm ausgezeichnet. Handlung Iván arbeitet in einem landwirtschaftlichen Betrieb in der südspanischen Provinz Almería. In den Gewächshäusern und Verpackungshallen werden Obst und Gemüse für den europäischen Markt produziert. Iván lebt mit seiner Mutter, seiner Schwester und seinem Neffen zusammen und hofft auf eine Beförderung, die ihm und seiner Familie ein besseres Leben ermöglichen könnte.

Als Hadoum als Saisonarbeiterin in den Betrieb zurückkehrt, begegnen sich die beiden wieder. Sie kennen sich bereits aus ihrer Schulzeit. Hadoum stammt aus einer marokkanisch-spanischen Familie und zieht für wechselnde Arbeiten von Ort zu Ort. Zwischen ihr und Iván entwickelt sich eine Liebesbeziehung.

Die Arbeitsbedingungen im Betrieb führen zunehmend zu Konflikten. Hadoum solidarisiert sich mit den Arbeiterinnen, während Iván aufgrund der langjährigen Beziehungen seiner Familie zu den Besitzern zum Vorarbeiter befördert wird. Damit befindet er sich plötzlich auf der anderen Seite der betrieblichen Hierarchie. Die Auseinandersetzungen um die Arbeitsbedingungen belasten auch die Beziehung zwischen Iván und Hadoum. Iván muss sich entscheiden, welche Bedeutung beruflicher Aufstieg, familiäre Erwartungen und Solidarität für sein eigenes Leben haben.

Produktion Regisseur und Drehbuchautor Ian de la Rosa wuchs in Níjar in der Provinz Almería auf. Iván & Hadoum ist sein erster abendfüllender Spielfilm. Das Projekt erhielt 2023 beim Berlinale Co-Production Market den mit 20.000 Euro dotierten Eurimages Co-Production Development Award.

Der Film entstand als spanisch-deutsch-belgische Koproduktion. Beteiligt waren die spanischen Produktionsfirmen Avalon, Pecado Films und Vayolet Films sowie die deutsche Port au Prince Film & Kultur Produktion und die belgische Saga Film. Zu den Koproduzenten der deutschen Produktion gehören Jan Krüger und Roshanak Khodabakhsh.

Gedreht wurde in der Provinz Almería, unter anderem in der Gegend von Barranquete bei Níjar. Die Kamera führte Beatriz Sastre, den Schnitt übernahm Yannick Leroy.

Die Hauptrollen übernahmen Silver Chicón als Iván und Herminia Loh als Hadoum.

Veröffentlichung mini|Ian de la Rosa bei der Teddypreisverleihung 2026 Die Weltpremiere von Iván & Hadoum fand am 13. Februar 2026 bei den 76. Internationalen Filmfestspielen Berlin statt. Der Film wurde in der Sektion Panorama gezeigt.

Im März 2026 lief der Film im Wettbewerb des Filmfestivals Málaga. Der spanische Kinostart erfolgte im Juni 2026. Für Deutschland ist ein Kinostart am 11. November 2026 vorgesehen.

Rezeption Nikki Baughan bezeichnete Iván & Hadoum in Screen Daily als gelungenes Spielfilmdebüt, das Fragen von Klasse und Identität miteinander verbinde. Der Film erweitere das queere Kino um eine Liebesgeschichte, in der die Transidentität des Protagonisten zwar von Bedeutung sei, ihn jedoch nicht auf diese reduziere.

Martin Kudláč schrieb in Cineuropa, de la Rosa verbinde Elemente des Liebesfilms mit dem Sozialdrama. Der eigentliche Konflikt zwischen den beiden Hauptfiguren werde weniger durch ihre Identitäten als durch die soziale Hierarchie bestimmt. Während Hadoum als Saisonarbeiterin Teil einer prekären Arbeiterschaft bleibe, führe Iváns Beförderung dazu, dass er innerhalb des Betriebs die Seite wechsle. Kudláč hob zudem die Kameraarbeit von Beatriz Sastre hervor, die die sonnige Landschaft Almerías mit dem wachsenden Druck auf die Hauptfigur verbinde.

Elsa Fernández-Santos sah in El País die Stärke des Films vor allem in dessen Umgang mit den miteinander verbundenen Konflikten um Geschlecht und soziale Klasse. Der Film vermeide dabei zahlreiche Stereotype. Sie hob besonders hervor, dass Iváns Transidentität selbstverständlich in die Erzählung integriert werde und der soziale Aufstieg der Figur zum Ausgangspunkt eines Konflikts um Klassenzugehörigkeit und Solidarität werde.

Nadine Lange stellte im Tagesspiegel ebenfalls den Arbeitskampf als zentralen Konflikt heraus. Iváns Transidentität spiele eine Rolle, während die Liebenden durch ihre unterschiedlichen Positionen innerhalb des Arbeitskonflikts auf gegensätzliche Seiten gerieten. Lange ordnete den Film zugleich einer Entwicklung des queeren Kinos zu, in der Queerness zunehmend selbstverständlich in Geschichten einfließe.

Auszeichnungen

2026: Teddy Award – Bester Spielfilm 2026: Festival de Málaga – Silberne Biznaga, Spezialpreis der Jury 2026: Festival de Málaga – Silberne Biznaga für das beste Drehbuch an Ian de la Rosa 2026: Festival de Málaga – Besondere Erwähnung der Jury für Silver Chicón

Weblinks

Iván & Hadoum beim deutschen Verleih Port au Prince Iván & Hadoum beim Queerfilmfestival

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2026 Kategorie:Spanischer Film Kategorie:Belgischer Film Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Filmdrama Kategorie:Transgeschlechtlichkeit im Film