Alexandra Ioana Dariescu (* 16. August 1985 in Iași) ist eine rumänisch-britische Pianistin, Musikpädagogin und Produzentin. Bekannt wurde sie durch ihre multimediale Eigenproduktion The Nutcracker and I und durch ihr anhaltendes Engagement für die Wiederentdeckung von Werken komponierender Frauen.
Leben
Herkunft und Ausbildung Dariescu erhielt ab dem siebten Lebensjahr Klavierunterricht und gab ihr Debüt im Alter von neun Jahren mit der Moldova-Philharmonie Iași. Mit siebzehn Jahren erhielt sie das nach Constantin Silvestri benannte Stipendium, das ihr den Wechsel nach Großbritannien und den Schulbesuch an der Pocklington School ermöglichte. 2004 wurde ihr ein Stipendium des Associated Board of the Royal Schools of Music für das Studium am Royal Northern College of Music in Manchester zugesprochen, wo sie bei Mark Ray, Nelson Goerner, Alexander Melnikow und Dina Parakhina studierte und 2008 mit Auszeichnung sowie der Goldmedaille des Hauses abschloss. Ihr britisches Debüt gab sie bereits 2006 in der Bridgewater Hall mit Mozarts Klavierkonzert Nr. 15 unter André de Ridder, das live auf BBC Radio 3 übertragen wurde. 2008 gewann sie den Wettbewerb des Young Classical Artists Trust und begann ein Masterstudium bei Ronan O’Hora an der Guildhall School of Music and Drama, das sie mit Auszeichnung und einem Fellowship beendete. Meisterkurse besuchte sie unter anderem bei Dmitri Baschkirow, Menahem Pressler und Boris Berman. Dariescu ist Professorin für Klavier an der Guildhall School of Music and Drama. Sie stiftete beim Leeds International Piano Competition den Alexandra Dariescu Award, der die Interpretation eines Werkes einer Komponistin auszeichnet. Seit 2014 ist sie Botschafterin der Königlichen Stiftung Margareta von Rumänien, seit 2017 Schirmherrin der Konzertreihe Music in Lyddington und Kulturbotschafterin Rumäniens.
Künstlerische Laufbahn 2013 trat Dariescu als erste rumänische Pianistin in der Londoner Royal Albert Hall auf, wo sie Beethovens fünftes Klavierkonzert mit dem Royal Philharmonic Orchestra spielte. 2016 brachte sie mit dem Stavanger Symfoniorkester unter John Storgårds Alberto Ginasteras Concierto Argentino zur norwegischen Erstaufführung. Es folgten 2017 Auftritte im Wiener Musikverein mit dem Concertino von Dinu Lipatti und dem Klavierkonzert Edvard Griegs sowie beim London Philharmonic Orchestra in der Royal Festival Hall mit Rachmaninows zweitem Klavierkonzert. 2018 begann ihre Zusammenarbeit mit der Sopranistin Angela Gheorghiu, mit der sie zunächst an der Wiener Staatsoper und später unter anderem an der Staatsoper Unter den Linden und im Londoner Barbican Centre auftrat. Dariescu konzertierte mit der Academy of St Martin in the Fields, dem London Symphony Orchestra, dem Detroit Symphony Orchestra, den Philharmonischen Orchestern von Oslo, Stockholm und Kopenhagen sowie den Sinfonieorchestern von Sydney, Houston, Seattle und Vancouver, unter Dirigenten wie Ádám Fischer, Cristian Măcelaru, Alain Altinoglu, Sakari Oramo und Santtu-Matias Rouvali. Zu den Uraufführungen und Wiederentdeckungen ihrer jüngeren Spielzeiten zählen die britische Erstaufführung der Phantasie concertante von Dora Pejačević mit dem BBC Symphony Orchestra, die Uraufführung des für sie geschriebenen Klavierkonzerts Shades of Unbroken Dreams von James Lee III sowie Aufführungen von Werken Leokadija Kaschperowas, Nadia Boulangers und Doreen Carwithens.
The Nutcracker and I 2017 entwickelte und produzierte Dariescu The Nutcracker and I, eine multimediale Aufführungsform für Klavier, Tänzerin und digitale Animationen, die auf Tschaikowskis Nussknacker beruht. Die Uraufführung fand am 19. Dezember 2017 in der zum Barbican Centre gehörenden Milton Court statt. Anschließend wurde die Produktion mit über einhundert Vorstellungen in Europa, Asien, Australien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und den USA gezeigt, unter anderem im Wiener Konzerthaus, in der Laeiszhalle, in der Philharmonie Luxembourg und beim Verbier Festival. 2018 erschien bei Signum Classics ein gleichnamiges Hörbuch, gesprochen von Lindsey Russell. 2019 stand das Projekt in der Kategorie Nachwuchsförderung auf der Nominierungsliste des Opus Klassik. 2020 folgte mit The Nutcracker – Reimagined gemeinsam mit dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra eine erweiterte Fassung für Klavier, Sprecher, Blechbläser und Tanz.
Auszeichnungen (Auswahl) 2008: Preis des Young Classical Artists Trust 2013: Women of the Future Award (Kategorie Kunst und Kultur) 2018: Offizier des Ordens der Krone von Rumänien 2020: Kultur-Verdienst-Orden Rumäniens im Rang eines Ritters
Diskografie (Auswahl) 2012: Chopin, Schumann, Liszt (Champs Hill Records) 2013: Complete Preludes, Vol. 1: Chopin & Dutilleux (Champs Hill Records) 2015: Complete Preludes, Vol. 2: Shostakovich & Szymanowski (Champs Hill Records) 2016: Tchaikovsky: Piano Concerto No. 1 / The Nutcracker Suite, mit dem Royal Philharmonic Orchestra unter Darrell Ang (Signum Classics) 2016: Mesmerism für Klavier und Orchester, mit dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra (NMC Records) 2018: The Nutcracker and I (Signum Classics) 2019: Complete Preludes, Vol. 3: Boulanger, Fauré & Messiaen (Champs Hill Records) 2019: Plaisir d’amour, mit Angela Gheorghiu (Decca Classics)
Weblinks Offizielle Website Biografie bei der Konzertagentur KD Schmid
Einzelnachweise
Kategorie:Klassischer Pianist Kategorie:Musikpädagoge Kategorie:Hochschullehrer (London) Kategorie:Rumäne Kategorie:Brite Kategorie:Geboren 1985 Kategorie:Frau