Wanderung mit Hanka ist ein DEFA-Dokumentarfilm von Alfons Machalz von 1956.

Inhalt Der Film zeigt verschiedene Orte in Polen während einer Reise.Heimann, 2020, S. 38–40; Jordan/Sxhenk, 1996, S. 72–73, mit detaillierten Inhaltsangaben. Er beginnt an der Quelle der Weichsel in den Beskiden, dann folgen Bilder aus Krakau mit dem Wawel und dem Marienaltar von Veit Stoß sowie Innenstadtimpressionen, danach Aufnahmen von der Lenin-Hütte in Nowa Huta und dem Autowerk FSO bei Warschau. Aus der polnischen Hauptstadt werden Innenstadtaufnahmen vor allem von Passanten gezeigt, dazu historische Wochenschauaufnahmen vom Widerstandskampf der polnischen Nationalarmee Armija Krajowa gegen die frühere deutsche Besatzung. In Oświęcim/Auschwitz sind Monteure aus der DDR beim Aufbau eines neuen Kraftwerks beteiligt (das auf den Resten der IG-Farben-Fabrik beim früheren Konzentrationslager entsteht, worauf aber nicht eingegangen wird).

Danach werden Bilder aus Wrocław/Breslau gezeigt und auf die schweren Zerstörungen der Vergangenheit verwiesen. Es sind auch das Geburtshaus des Komponisten Frédéric Chopin in Żelazowa Wola und die Mündung der Weichsel in die Ostsee zu sehen.

Die Reise wird kommentiert von einem Besucher aus der DDR und einer fiktiven polnischen Dolmetscherin Hanka, die er angeblich bei einer Konferenz kennengelernt hatte, beide bleiben aber unsichtbar.

Hintergründe Wanderung mit Hanka war der erste Dokumentarfilm der DEFA aus dem polnischen Nachbarland. Er entstand in Absprache und mit der Drehgenehmigung des Dokumentarfilmstudios WFD in Warschau und mit Zustimmung des polnischen Botschafters in der DDR.Heimann, 2020, S. 37f., mit einigen Hintergrundinformationen.

Die Aufnahmen fanden vom 1. August bis 27. September 1956 statt, in einer Zeit von politischer Unruhe mit Streiks in Polen im beginnenden politischen Tauwetter, kurz vor dem Amtsbeginn des liberaleren KP-Chefs Gomułka im Oktober, wovon aber in dem Film außer einer gewissen Offenheit bei den Kommentaren nichts zu spüren ist.

Die Drehaufnahmen an den verschiedenen Orten geschahen meist ohne größere Vorrecherchen und Motivsuchen, auch gab es mehrmals sprachliche Missverständnisse mit einheimischen Verantwortlichen, wodurch sich die Drehkosten von geplanten 60.000 auf 100.000 Złoty erhöhten.Heimann, 2020, S. 39 Die Studioabnahme erfolgte am 21. Dezember 1957, die staatliche kurz danach.

Der Film Wanderung mit Hanka wurde am 27. April 1957 erstmals im Deutschen Fernsehfunk gezeigt, im Nachmittagsprogramm, direkt nach dem UFA-Klassiker Der Mann, der Sherlock Holmes war. Wiederholungen gab es am 8. Juli 1957 und am 21. Juli 1958, danach keine weiteren.Heimann, 2020, S. 40. Der Film war im Verleih von Progress Film, wurde aber offenbar nicht in den Kinos gezeigt.Wanderung mit Hanka Filmportal, ohne Aufführungstermine; auch Heimann, 2020, S. 40 erwähnte keine.

Literatur Thomas Heimann: Freundschaft – Przyjaźń? Kamerablicke aus der DDR auf den polnischen Nachbarn. DEFA-Stiftung, Berlin 2020. S. 37–40 (PDF), mit ausführlichen Hintergrundinformationen. Günter Jordan, Ralf Schenk (Hrsg.): Schwarzweiß und Farbe. DEFA-Dokumentarfilme 1946– 92. Berlin 1996. S. 72–73, mit Inhaltsangabe.

Weblinks Wanderung mit Hanka Filmportal

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1956 Kategorie:DDR-Film Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Beziehungen zwischen der Deutschen Demokratischen Republik und Polen Kategorie:Volksrepublik Polen Kategorie:Politisches Tauwetter 1956