Tanja Bürgelin-Arslan (* 1968 in Lörrach) ist eine deutsche Künstlerin und Kommunikationsdesignerin. Sie arbeitet unter anderem mit Fotografie, Skulptur und Installation und realisierte mehrere Arbeiten im öffentlichen Raum. Zu diesen gehört die Gestaltung des U-Bahnhofs Rathaus in Fürth, für die sie nach einem Wettbewerb ein großformatiges Panorama der Fürther Innenstadt entwickelte. Weitere Arbeiten im öffentlichen Raum sind das Entenportal in Eimeldingen und der Lebensweg im Emilienpark in Grenzach-Wyhlen. Inhaltlich beschäftigen sich ihre Arbeiten unter anderem mit örtlicher Geschichte sowie gesellschaftlichen und religiösen Themen. Letztere werden beispielsweise in den Werken Gebete aus aller Welt und Der gläserne Mensch sichtbar.
Leben und Ausbildung
Bürgelin-Arslan absolvierte nach dem Abitur eine Schneiderlehre und besuchte die Schule für Gestaltung Basel.Nikolaus Trenz: „Lörracherin gestaltet U-Bahnhof in Fürth“. In: Badische Zeitung, 6. Dezember 1996. Bei ihrem Studium des Kommunikationsdesigns an der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule in Nürnberg gehörten zu ihren damaligen Schwerpunkten Fotografie, Typografie und Illustration.„Menschen im Dreiland: Heute Tanja Bürgelin-Arslan“. In: Wochenblatt, 25. Juli 2007, S. 12.
In ihrer Diplomarbeit beschäftigte sie sich mit der Pralinenherstellung. Daraus entstand gemeinsam mit dem Pralinenmacher Jack Burkey das 1998 im DuMont Buchverlag erschienene Werk Das kleine Pralinenbuch.„Meisterrezepte für die Nachwelt erhalten“. In: Nürnberger Anzeiger, 11. November 1998, S. 4.
Bürgelin-Arslan arbeitet als freischaffende Künstlerin und Designerin.„Man muss auch mal etwas wagen“. In: Rebland, 29. August 2017.
Werk
U-Bahnhof Rathaus in Fürth
mini|Bahnsteigebene des U-Bahnhofs Rathaus in Fürth mit der großformatigen Wandgestaltung
Während ihres Studiums nahm Bürgelin-Arslan 1995 an einem Wettbewerb zur Gestaltung der neuen Fürther U-Bahnhöfe Rathaus und Stadthalle teil. Ihr Entwurf für den U-Bahnhof Rathaus erhielt den ersten Preis und wurde anschließend realisiert.Stadt Fürth, Stadtwerke Fürth (Hrsg.): U-Bahn Fürth. Bauabschnitt 2. Fürth 1998.
Für ihre Gestaltung machte sie zuerst Fotos von der Innenstadt Fürths. Sie stand dabei auf dem Rathausturm, in 54 Metern Höhe, und fotografierte alles rundherum. Aus 22 einzelnen Fotos machte sie ein großes Gesamtbild. Die Gebäude darauf sind meistens blau auf weißem Hintergrund zu sehen, einige besondere Sehenswürdigkeiten sind farbig hervorgehoben. Das Panorama wurde im Siebdruckverfahren auf Ceramicsteel übertragen und in zwei großformatigen Wandbildern umgesetzt.„Tief unten von ganz oben blicken“. In: Nürnberger Zeitung, 26. August 2023, S. 15. Die beiden Wandbilder haben eine Größe von etwa 60 mal fünf Metern.„Künstlerische Brücke vom Damals zum Heute“. In: Rebland, 30. April 2014.
Das Gestaltungskonzept beschränkte sich nicht auf die Wandbilder. Auch andere Teile des Bahnhofs wurden passend dazu gestaltet: die Treppenaufgänge, Eingänge, die Beleuchtung sowie Informations- und Orientierungselemente.Nikolaus Trenz: „Lörracherin gestaltet U-Bahnhof in Fürth“. In: Badische Zeitung, 6. Dezember 1996.Stadt Fürth, Stadtwerke Fürth (Hrsg.): U-Bahn Fürth. Bauabschnitt 2. Fürth 1998, S. 28–29.
Der U-Bahnhof Rathaus wurde am 5. Dezember 1998 eröffnet. 25 Jahre später berichtete die Nürnberger Zeitung noch einmal ausführlich über die künstlerische Gestaltung des Bahnhofs.„Tief unten von ganz oben blicken“. In: Nürnberger Zeitung, 26. August 2023, S. 15.
Entenportal in Eimeldingen
mini|Das Entenportal am südlichen Ortseingang von Eimeldingen
Für einen Kreisverkehr am südlichen Ortseingang von Eimeldingen schuf Bürgelin-Arslan die Skulptur „Entenportal“, die aus vier großen Stahlenten besteht und auf den historischen Flurnamen „Entenschwumm“ anspielt. Eine Jury wählte ihren Entwurf aus sechs eingereichten Arbeiten aus.Victoria Langelott: „Das Entenportal ist eingeweiht“. In: Badische Zeitung, 3. August 2007, S. 20; „Markantes Kunstwerk in Arbeit“. In: Wochenblatt, 25. Juli 2007, S. 2.
Eingeweiht wurde das Werk 2007. Juryvorsitzender und Kunsthistoriker Hans H. Hofstätter begründete die Entscheidung unter anderem mit dem Bezug zur örtlichen Geschichte. Finanziert wurde die Skulptur mit 30.000 Euro von der Kunststiftung der Sparkasse Markgräflerland, während die Gemeinde die Kosten für Fundament, Bepflanzung und Beleuchtung trug.Victoria Langelott: „Das Entenportal ist eingeweiht“. In: Badische Zeitung, 3. August 2007, S. 20.
Lebensweg in Grenzach-Wyhlen
Für ein Kunstwerk im Emilienpark in Grenzach-Wyhlen wurde 2009 ein Wettbewerb veranstaltet, bei dem Bürgelin-Arslans Entwurf „Lebensweg“ als Sieger hervorging.Manfred Herbertz: „Lebensweg für den Emilienpark“. In: Badische Zeitung, 2. Mai 2009. Ihr Entwurf wurde umgesetzt.
Die Installation wurde 2010 eingeweiht und verbindet räumlich wie symbolisch den Bereich eines Kindergartens mit dem benachbarten Seniorenzentrum. Zu der Anlage gehören ein Wasserlauf, zwei Torbögen sowie Silhouetten von Menschen unterschiedlicher Lebensalter. Die Kosten des Kunstwerks beliefen sich auf 56.000 Euro, wovon die Kunststiftung der Sparkasse Markgräflerland die Hälfte übernahm.Valentin Ade: „Hier treffen sich die Generationen“. In: Badische Zeitung, 10. Mai 2010.
Weitere Arbeiten und Installationen
2012 setzte sich Bürgelin-Arslan in der Skulptur „Der gläserne Mensch“ mit der Sammlung persönlicher Daten in sozialen Netzwerken auseinander. Die Arbeit stellte die digitale Speicherung persönlicher Informationen dem biblischen Motiv des „Buchs des Lebens“ gegenüber und wurde unter anderem auf der Regio-Messe sowie in Lörrach gezeigt.Victoria Langelott: „Nachdenken über Facebook und das Buch des Lebens“. In: Badische Zeitung, 22. Mai 2012.
2014 gestaltete sie ein Buswartehaus auf dem Bahnhofsvorplatz von Eimeldingen, für das historische Fotografien des früheren Bahnhofs und von Einwohnern des Ortes zu einer Fotomontage verbunden und im Siebdruckverfahren auf Ceramicsteel ausgeführt wurden.„Künstlerische Brücke vom Damals zum Heute“. In: Rebland, 30. April 2014.
Für die Friedenskirche in Norddeich schuf sie die Installation „Gebete aus aller Welt“, die aus 190 goldfarbenen Schriftzügen mit Gebeten in 20 Sprachen sowie Spiegelelementen besteht. Zuvor war „Gebete aus aller Welt“ bereits in einer Ausstellung in Basel zu sehen.„Das Beten verbindet uns Menschen“. In: Ostfriesischer Kurier, 29. Dezember 2014, S. 3.„Ein Kunstwerk, das verbinden möchte“. In: Badische Zeitung, 9. Mai 2015.
Ausstellungen
2016 war eine Arbeit Bürgelin-Arslans in der Ausstellung „Hülle und Fülle“ im Dreiländermuseum Lörrach zu sehen, einer kuratierten thematischen Gemeinschaftsausstellung des Vereins Bildende Kunst, die 91 Werke von 61 Künstlerinnen und Künstlern aus den Bereichen Malerei, Fotografie, Installation und Skulptur umfasste.„Hülle und Fülle“. In: Badische Zeitung, 28. Mai 2016.
Publikationen
Tanja Bürgelin-Arslan, Jack Burkey: Das kleine Pralinenbuch oder kann denn Süßes Sünde sein? DuMont Buchverlag, Köln 1998, ISBN 3-7701-4441-4. Werner Zimmer (Hrsg.): Die Etappen der Tour de France ’99. Mit der ARD auf Entdeckungsreise durch Frankreich. Gollenstein Verlag, Blieskastel 1999, ISBN 3-933389-10-0. Mit Fotografien von Tanja Bürgelin-Arslan.„Küche und Kultur entlang der Tour“. In: Badische Zeitung, 30. Juni 1999.
Einzelnachweise
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