mini|Ehemaliges Logo der Regionalliga Die Regionalliga ist seit der Saison 2008/09 die vierthöchste Spielklasse im deutschen Männerfußball. Sie gliedert sich in fünf Ligen (Nord, Nordost, West, Südwest und Bayern) der verschiedenen Regional- bzw. Landesverbände, von deren Meistern seit 2019 drei direkt in die 3. Liga aufsteigen und die restlichen zwei in einem Playoff den vierten Aufsteiger ausspielen.

Von 1963 bis 1974 war sie die zweithöchste Spielklasse unter der Bundesliga, danach gab es 20 Jahre lang keine Regionalliga. 1994 wurde sie als dritthöchste Spielklasse zwischen der 2. Bundesliga und den Oberligen installiert. Sie wurde anfangs in vier (Nord, Nordost, West/Südwest und Süd) und ab 2000 in zwei Staffeln (Nord und Süd) ausgespielt. Anfang der Saison 2008/09 wurde sie durch Einführung der 3. Liga vierthöchste Spielklasse und in drei Staffeln (Nord, West, Süd) ausgetragen. Mit der Spielzeit 2012/13 wurden als Unterbau zur 3. Liga fünf regionale Ligen gebildet.

1963 bis 1974 – 2. Spielklasse in fünf Regionalligen mini|Fußball-Regionalliga-Einteilung, 1963–1974 Bis 1963 gab es als höchste Spielklasse vier Oberligen und die Berliner Vertragsliga, deren Meister und Zweitplatzierte am Saisonende den Deutschen Meister ausspielten. Als zweite Spielklasse bestand bis dahin im Westen, Südwesten und Süden die II. Division, während im Norden und in Berlin direkt unterhalb der Oberliga die Landes- oder Verbandsligen folgten. In den anderen drei Regionen bildeten diese die dritte Ebene.

Mit Gründung der erstklassigen eingleisigen Bundesliga 1963 wurden auf der zweiten Ebene fünf Regionalligen (Nord, West, Südwest und Süd sowie Berlin) geschaffen; die bisherige II. Division entfiel. Fortan stiegen die zwei oder drei Tabellenletzten der fünf Regionalligen in die Landes- oder Verbandsligen ab. Die Zahl der Absteiger war regional unterschiedlich und variierte außerdem je nach „gleitender Skala“.

Verantwortlich waren die Regionalverbände: Für die Regionalliga Nord war es der Norddeutsche Fußball-Verband, für West der Westdeutsche Fußballverband, für Südwest der Fußball-Regional-Verband Südwest, für Süd der Süddeutsche Fußball-Verband und für Berlin der Verband Berliner Ballspielvereine.

Die Meister von 1964 bis 1974 Jahr Nord West Südwest Süd Berlin 1964 FC St. Pauli Alemannia Aachen Borussia Neunkirchen KSV Hessen Kassel SC Tasmania 1900 Berlin 1965 Holstein Kiel Borussia Mönchengladbach 1. FC Saarbrücken FC Bayern München Tennis Borussia Berlin 1966 FC St. Pauli Fortuna Düsseldorf FK Pirmasens 1. FC Schweinfurt 05 Hertha BSC 1967 SV Arminia Hannover Alemannia Aachen Borussia Neunkirchen Kickers Offenbach Hertha BSC 1968 SV Arminia Hannover Bayer 04 Leverkusen SV Alsenborn FC Bayern Hof Hertha BSC 1969 VfL Osnabrück Rot-Weiß Oberhausen SV Alsenborn Karlsruher SC Hertha Zehlendorf 1970 VfL Osnabrück VfL Bochum SV Alsenborn Kickers Offenbach Hertha Zehlendorf 1971 VfL Osnabrück VfL Bochum Borussia Neunkirchen 1. FC Nürnberg SC Tasmania 1900 Berlin 1972 FC St. Pauli Wuppertaler SV Borussia Neunkirchen Kickers Offenbach Wacker 04 Berlin 1973 FC St. Pauli Rot-Weiss Essen 1. FSV Mainz 05 SV Darmstadt 98 Blau-Weiß 90 Berlin 1974 Eintracht Braunschweig SG Wattenscheid 09 Borussia Neunkirchen FC Augsburg Tennis Borussia Berlin

Aufsteiger in die Bundesliga Am Saisonende fand eine Aufstiegsrunde in zwei Gruppen à fünf Mannschaften statt (bis 1966 waren es zwei Gruppen à vier Mannschaften). Die beiden Gruppensieger stiegen in die Bundesliga auf. Für die Aufstiegsrunde qualifiziert waren die fünf Regionalliga-Meister und -Vizemeister (bis 1966 nur drei Vizemeister). Gespielt wurde im Modus jeder gegen jeden in einer Hin- und Rückrunde mit folgenden Gruppensiegern: 1964 Borussia Neunkirchen (1. Südwest) und Hannover 96 (2. Nord) 1965 Borussia Mönchengladbach (1. West) und FC Bayern München (1. Süd) 1966 Fortuna Düsseldorf (1. West) und Rot-Weiss Essen (2. West) 1967 Borussia Neunkirchen (1. Südwest) und Alemannia Aachen (1. West) 1968 Kickers Offenbach (2. Süd) und Hertha BSC (1. Berlin) 1969 Rot-Weiß Oberhausen (1. West) und Rot-Weiss Essen (2. West) 1970 Arminia Bielefeld (2. West) und Kickers Offenbach (1. Süd) 1971 VfL Bochum (1. West) und Fortuna Düsseldorf (2. West) 1972 Wuppertaler SV (1. West) und Kickers Offenbach (1. Süd) 1973 SC Fortuna Köln (2. West) und Rot-Weiss Essen (1. West) 1974 Eintracht Braunschweig (1. Nord) und Tennis Borussia Berlin (1. Berlin)

Am Ende der Saison 1973/74 wurden neben den beiden Bundesliga-Absteigern die 38 besten Mannschaften der fünf Regionalligen in die neu eingeführte zweigleisige 2. Bundesliga eingruppiert, die 1974/75 mit einer Nord- und Südgruppe à 20 Mannschaften an den Start ging. Die Regionalligen wurden aufgelöst, die nicht für die 2. Bundesliga qualifizierten Mannschaften wurden drittklassig. Auf der dritten Ebene des Ligasystems wurde in Norddeutschland die Oberliga Nord gegründet. Im übrigen Bundesgebiet waren weiterhin die schon bestehenden Verbandsligen bzw. 1. Amateurligen die dritte Spielklasse. 1978 wurden sieben weitere Oberligen eingerichtet.

Saison-Rekorde meiste Punkte: 63 (93*) (Eintracht Braunschweig 1973/74 nach 36 Spielen) wenigste Punkte: 3 (3*) (Germania Metternich 1966/67 nach 30 Spielen) meiste Tore: 146 (FC Bayern München 1964/65 nach 36 Spielen) Rekordtorschütze: 52, Günter ‚Meister‘ Pröpper (Wuppertaler SV), Saison 1971/72 wenigste Tore: 15 (BFC Alemannia 90 1973/74 nach 33 Spielen und Sportfreunde Neukölln 1969/70 nach 26 Spielen) wenigste Gegentreffer: 11 (Hertha BSC 1967/68 nach 30 Spielen) meiste Gegentreffer: 158 (FC Emmendingen 1964/65 nach 36 Spielen) beste Tordifferenz: +114 (146:32) (FC Bayern München 1964/65 nach 36 Spielen) Zuschauerrekord: 90.000 Besucher (TSV 1860 München gegen FC Augsburg am 15. August 1973); geschätzt, da das Stadion gestürmt wurde

* Punkte nach der 3-Punkte-Regel.

1994 bis 2008 – 3. Spielklasse Anfang der 1990er Jahre wurden die zehn Oberligen, die den bisherigen Unterbau zur 2. Bundesliga bildeten, als nicht mehr zeitgemäß betrachtet. Um einen verbesserten Unterbau mit höherer Leistungsdichte für den Profibereich zu schaffen, beschloss der DFB 1993 die Wiedereinführung der Regionalligen als zwischen 2. Bundesliga und den Oberligen angelegter dritthöchster Spielklasse zur Saison 1994/95.

1994 bis 2000 – Regionalliga in drei/vier Staffeln mini|Regionalliga-Einteilung, 1994–2000 Nachdem vor Einführung der zweigeteilten 2. Bundesliga zum Jahr 1974 noch jeder der fünf DFB-Regionalverbände seine eigene Regionalliga hatte, wurde für die Wiedereinführung zunächst eine Dreiteilung mit einer Regionalliga im Süden, einer im Bereich West/Südwest und einer im Bereich Nord/Nordost beschlossen, wobei es um Letztere umfassende Diskussionen gab. Besonders in den neuen Bundesländern wurde eine eigene Staffel befürwortet. Begründet wurde dies dadurch, dass eine gemeinsame Liga fast die Hälfte der Fläche Deutschlands umfassen würde und insbesondere die zu erwartenden Reisekosten deutlich höher als in einer eigenen Liga ausfallen würden. Doch DFB, Süd- und Westdeutscher Fußballverband befürworteten eine Einteilung proportional zur Anzahl der gemeldeten Männermannschaften in den jeweiligen Regionen. Demnach kam Süd auf 36, West/Südwest auf 31 und Nord/Nordost auf 33 % (19 % im Norden und 14 im Nordosten). Aufgrund dieser Werte setzte sich am Ende im Beschluss die Dreiteilung der Regionalliga durch.

Als Übergangslösung wurde im Norden und Nordosten zunächst je eine eigene Regionalliga-Staffel geschaffen, die nach zwei Jahren zu einer Spielklasse vereinigt werden sollte.kicker Sonderheft Bundesliga 1993/94: Die kicker Landkarte – hier wird gespielt, S. 12. Diese angestrebte Zusammenlegung wurde auf dem DFB-Bundestag im Oktober 1995 wieder verworfen und es gab bis 2000 offiziell drei Regionalligen, von denen die Regionalliga Nord/Nordost in zwei Gruppen spielte und am Ende der Saison in zwei Entscheidungsspielen den Meister ausspielte.

Die Kriterien für die Qualifikation zur neu gegründeten Regionalliga waren für die einzelnen Ligen unterschiedlich. Für den Bereich des Norddeutschen Fußball-Verbandes erübrigte sich eine Qualifikation. Die 1974 eingeführte Oberliga Nord wurde 1994 als Regionalliga Nord fortgeführt.

Im Bereich des Süddeutschen Fußball-Verbands, wo bisher die Oberligen Bayern, Hessen, und Baden-Württemberg höchste Amateurspielklassen waren, wurde eine Dreijahres-Multiplikationswertung zu Grunde gelegt, bei der die jeweils sechs besten Mannschaften der einzelnen Oberligen für die Regionalliga qualifiziert waren. Hiernach zählte die Saison 1991/92 einfach, die Serie 1992/93 doppelt und die Spielrunde 1993/94 dreifach.

Im Westdeutschen Fußball-Verband erfolgte die Qualifikation nach den Abschlusstabellen der Oberligen Westfalen, Nordrhein und Südwest nach der Saison 1993/94. Bayer 04 Leverkusen verzichtete darauf, seine qualifizierte Amateurmannschaft in die Regionalliga zu schicken. Den freigewordenen Platz nahm der Bonner SC ein. Rot-Weiß Oberhausen versuchte daraufhin, eine Teilnahme an der Regionalliga vor Gericht zu erzwingen, hatte jedoch keinen Erfolg.

Im Nordostdeutschen Fußball-Verband qualifizierten sich die bestplatzierten Mannschaften der drei NOFV-Oberligen nach der Saison 1993/94. Der 1. FC Schwedt verzichtete aus finanziellen Gründen und der 1. FC Markkleeberg ging in Konkurs. Nach kurzfristig anberaumten Qualifikationsspielen rückte der FSV Optik Rathenow als Regionalligateilnehmer nach.

Als ehemalige Bundesligisten waren die Mannschaften von Borussia Neunkirchen, Preußen Münster, Arminia Bielefeld, Alemannia Aachen, Rot-Weiss Essen, Wuppertaler SV (alle West), SV Darmstadt 98, Kickers Offenbach, Stuttgarter Kickers (alle Süd), Tennis Borussia Berlin (Nordost) sowie Eintracht Braunschweig (Nord) qualifiziert. Der FC Bayern München, Werder Bremen, der Hamburger SV und die SG Wattenscheid 09 waren in der ersten Regionalligasaison mit ihren Amateurmannschaften vertreten.kicker Sonderheft Bundesliga 1994/95: Regionalliga – Das jüngste Kind lernt laufen, S. 164.

Nicht für die erste Regionalligasaison qualifizierten sich unter anderem der ehemalige Europapokalsieger 1. FC Magdeburg und der einstige DDR-Pokalsieger Hallescher FC, der ehemalige deutsche Meister Freiburger FC sowie Rot-Weiß Oberhausen als ehemaliger Bundesligist.

Die durchschnittlichen Zuschauerzahlen der ersten Saison waren in den vier Regionalligen recht unterschiedlich. So betrug der Zuschauerschnitt in der Regionalliga West/Südwest 2.657, im Norden 1.592, im Süden 1.391 und im Nordosten 1.326. Noch gravierender war der Unterschied zwischen den Vereinen selbst. Beispielsweise hatte West/Südwest-Aufsteiger Arminia Bielefeld einen Schnitt von 10.424, der SV Edenkoben dagegen nur 493 Zuschauer pro Spiel.

Die Meister Jahr Nord West/Südwest Süd Nordost 1995 VfB Lübeck Arminia Bielefeld SpVgg Unterhaching FC Carl Zeiss Jena 1996 VfB Oldenburg FC Gütersloh Stuttgarter Kickers Tennis Borussia Berlin 1997 Hannover 96 SG Wattenscheid 09 1. FC Nürnberg FC Energie Cottbus 1998 Hannover 96 Rot-Weiß Oberhausen SSV Ulm 1846 Tennis Borussia Berlin 1999 VfL Osnabrück Alemannia Aachen SV Waldhof Mannheim Chemnitzer FC 2000 VfL Osnabrück 1. FC Saarbrücken SSV Reutlingen 05 1. FC Union Berlin

Aufsteiger in die 2. Bundesliga Aufstiegsberechtigt in die 2. Bundesliga waren die Meister der drei Staffeln Nord-Nordost, West und Süd. Da die Staffel Nord-Nordost in den zwei Gruppen Nord und Nordost spielte, ermittelten die Sieger dieser Gruppen in Hin- und Rückspiel den Meister der Staffel Nord-Nordost. Zusätzlich stieg einer der Vizemeister auf. In den ersten drei Jahren rotierte das Aufstiegsrecht des Vizemeisters zwischen den Staffeln (1995: Vizemeister Nord-Nordost, 1996: Vizemeister West, 1997: Vizemeister Süd). Von 1998 bis 2000 wurde der vierte Aufsteiger in einer Relegation der drei Vizemeister ausgespielt.