mini|Noémie de Rothschild Noémie de Rothschild (geborene Halphen am 29. Juni 1888 in Paris; gestorben am 15. März 1968 ebenda) war ein Mitglied der Familie Rothschild, Wohltäterin und Geschäftsfrau, die das Urlaubsresort bei Megève entwickelte und ausbaute.
Leben Noémie Halphen wurde am 29. Juni 1888 in Paris als Tochter von Jules Halphen und Marie Hermine Rodrigues-Péreire geboren. Ihr Großvater war der Bankier Eugène Pereire aus der sephardisch-jüdischen Familie Péreire aus Portugal, die als Bankiers Konkurrenten der Rothschilds waren. Am 12. Januar 1909 heiratete sie Maurice de Rothschild den zweiten Sohn von Baron Edmond de Rothschild (1845–1934) und Adélaïde de Rothschild (1853–1935).
Ihr Pariser Stadtpalais, ihr Hôtel particulier stellte Noémie de Rothschild während des Ersten Weltkriegs zur Verfügung und wandelte es in ein Lazarett um. Sie half auch für das Rote Kreuz bei der Pflege von Verwundeten. Ihr Mann Maurice de Rothschild war 1914 bereits zum Kriegsdienst eingezogen worden. Zwischenzeitlich hielt sie sich zur Erholung in der Schweiz, in St. Moritz auf. Wie ihre Schwiegertochter Nadine de Rothschild später in ihren Memoiren Megève, Un Roman d’Amour festhielt, traf sie dort eines Morgens Gustav Krupp, den deutschen Stahlmagnaten und Rüstungsunternehmer, der die Armee des Kaisers beliefert hatte. Noémie de Rothschild reiste noch am selben Tag ab und fasste den Entschluss, in Frankreich ein französisches St. Moritz zu schaffen.
Sie gründete 1919 die Société Française des Hôtels de Montagne und entwickelte die Domaine du Mont d'Arbois, ein Luxushotel am Mont d'Arbois bei Megève in Hochsavoyen. Dazu engagierte sie Trygve Smith, ihren norwegischen Skilehrer, Skifahren war zu der Zeit noch ein recht neuer Sport, und François Parodi, der als Skimeister auch an der Rezeption eines anderen Hotels in St. Moritz gearbeitet hatte, um beim Aufbau des neuen Ferienortes zu helfen. Chamonix war als Ferienort fest in der Hand englischer Touristen, so suchte sie in Hochsavoyen nach einem passenden Ort. Diesen fand sie mit Megève, einem kleinen Bauerndorf, gelegen auf rund 1200 m Höhe, mit Blick auf den Mont Blanc. Ihr gefielen dabei die mittlere Höhenlage und das milde Klima sowie die sanften Hänge.
Sie kaufte Land auf und erwarb bis 1924 ein altes Gästehaus auf einer Anhöhe über dem Dort. Dieses wurde grundlegend zum Hôtel du Mont d’Arbois umgestaltet. Den 28-jährigen Architekten Henri-Jacques Le Même beauftragte sie, ein „Bergbauernhaus“ für ihren eigenen Gebrauch zu entwerfen. Er errichtete für sie ein dreistöckiges „Chalet du Skieur“ mit einem steil abfallenden Doppeldach und verband Elemente traditioneller Bauernhäuser aus Savoyen mit luxuriösem, modernem Komfort. Le Même errichtete später etwa 200 weitere Chalets in der Region und prägte so das Bild von Megève.
Ihr Sohn Edmond Adolphe de Rothschild wurde 1926 geboren.
1940 war sie die Präsidentin der Œuvre des séjours israélites à la campagne, einer Organisation, die Erholungsaufenthalte auf dem Land für jüdische Menschen anbot.
Noémie de Rothschild starb am 15. März 1968 in Paris.
Ehrungen Nach ihr wurde die dunkelrot blühende Edelrose Noémie de Rothschild benannt.
Sie wurde 1962 zur Chevalier de la Légion d'honneur ernannt. Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Ritter) ⚭Noémie Kategorie:Geboren 1888 Kategorie:Gestorben 1968 Kategorie:Frau