mini|Eurobanknoten der ersten Serie Die Erste Serie der Eurobanknoten wurde 2002 als Papiergeld des Euros eingeführt und bis 2013 produziert. Die Motive, die der Österreicher Robert Kalina gestaltete, zeigen abstrakte Bauwerke im Stil verschiedener Zeitepochen. Ab 2013 folgte eine Neuauflage der Motive in leicht verändertem Design. Die Erste Serie war nach Abschaffung des 500-€-Scheins im Jahr 2016 die einzige Serie, die diesen Nennwert enthielt.

Gestaltung Die Präsidenten der Zentralbanken in der Europäischen Gemeinschaft richteten im Mai 1992 eine Arbeitsgruppe für den Druck und die Ausgabe einer europäischen Banknote ein, um die damit verbundenen technischen und logistischen Probleme zu untersuchen und zu lösen.

Am 15. November 1994 legte der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI) die Stückelung der neuen Banknoten fest: 5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500 ECU. Erst über ein Jahr später wurde in Madrid der Name „Euro“ für die neue Währung vom Europäischen Rat festgelegt.

Der Gestaltungswettbewerb, an dem die von den nationalen Zentralbanken nominierten Grafiker und Designer-Teams teilnahmen, lief vom 12. Februar bis zum 13. September 1996. Die Dänische Nationalbank beteiligte sich nicht am Wettbewerb.

In den Jahren 1995/1996 wurden die Vorgaben für den Wettbewerb erarbeitet. So wurden unter anderem die beiden Themen „Zeitalter und Stile in Europa“ und „abstraktes/modernes Design“ festgelegt. Des Weiteren sollten die Währungsbezeichnung und die Abkürzungen der ausgebenden Stelle die einzigen Wörter auf den Banknoten sein. Weitere wichtige Rahmenbedingungen bei der Gestaltung waren, dass die Geldscheine eindeutig „als Europäische Banknoten erkennbar sein sollten und eine kulturelle und politische Aussage enthalten, die alle Europäer anspricht“. Zudem mussten alle Entwürfe „die Gleichstellung von Mann und Frau berücksichtigen und jede Art nationaler Voreingenommenheit vermeiden“. Vorgegeben waren u. a. auch die Größe der einzelnen Banknote und deren Grundfarben, die Epochen für das Thema „Zeitalter und Stile“ und die zwölf Sterne der EU, die auf der Vorderseite abgebildet sein mussten. Auf der Rückseite war die Nutzung der Sterne optional.

Am 26./27. September 1996 wählte ein Expertengremium zu beiden Themen die jeweils fünf besten Entwürfe aus. Es folgte eine Umfrage unter knapp 2000 EU-Bürgern, bevor der Rat des EWI die von Robert Kalina gestalteten Entwürfe als Gewinner bestimmte. Zur Begründung heißt es: „weil sie historische Entwicklungen in den Bereichen Technik, Kunst und Kommunikation in einer harmonischen Darstellung vereinen; sie stehen stellvertretend für den Beginn eines neuen Europa mit einem gemeinsamen kulturellen Erbe und der Vision einer gemeinsamen Zukunft im neuen Jahrtausend“. Die auf der Vorderseite der Banknoten abgebildeten Tore und Fenster symbolisieren „den Geist der Offenheit und der Zusammenarbeit“. Die auf den Rückseiten abgebildeten Brücken symbolisieren die „Verbundenheit zwischen den Völkern Europas und zwischen Europa und der übrigen Welt“.

Die Scheine zeigen fiktive Motive der europäischen Architektur, jeweils aus verschiedenen kunstgeschichtlichen Epochen. Es wurde bewusst darauf verzichtet, reale Personen oder Bauwerke darzustellen, um zu vermeiden, dass sich – auch unabsichtlich – einzelne Eurostaaten bevorzugt oder benachteiligt fühlen.

Die erstmalige Präsentation der Entwürfe erfolgte am 13. Dezember 1996 auf Pressekonferenzen in Dublin und Frankfurt. Am 30. August 2001 stellte Wim Duisenberg, der damalige Präsident der EZB, in Frankfurt das endgültige Erscheinungsbild der Eurobanknoten vor.

Die Vorderseite (oder recto) stellt ein oder mehrere Fenster oder Tore dar, während auf der Rückseite (oder verso) eine Brücke zu sehen ist, die die Verbindung der einzelnen Länder innerhalb der Europäischen Union symbolisieren soll. Dabei sind keine realen Bauwerke abgebildet, sondern eine Zusammenstellung aus Stilmerkmalen einzelner Epochen in einer archetypischen Abbildung (entsprechende Brücken wurden später in der niederländischen Stadt Spijkenisse als „Eurobrücken“ nachgebaut). Auf der Rückseite sind das europäische Festland, Nordafrika sowie ein Teil des asiatischen Gebietes der Türkei abgebildet. Außerdem sind mit den Azoren, Madeira, Französisch-Guayana, Guadeloupe, Martinique, Réunion, Kanarische Inseln (keine Inselabbildungen von: El Hierro und La Gomera) auch Inseln und Territorien abgebildet, in denen der Euro offizielles Zahlungsmittel ist. Es fehlen Malta, aufgrund des gewählten Maßstabes, und Zypern, das derzeit östlichste Land der EU. Diese beiden Länder waren zum Zeitpunkt der Euro-Einführung noch nicht Mitglied der EU.

Allen Noten gemeinsam sind die europäische Flagge, die Abkürzung der Europäischen Zentralbank in den verschiedenen Arbeitssprachen der EU im Jahr 2002, die Jahreszahl der Erstausgabe (2002), die Unterschrift des amtierenden EZB-Präsidenten, eine Europakarte (inklusive der französischen Übersee-Départements) auf der Rückseite, beidseitig der Name „Euro“ in lateinischen („EURO“) und griechischen Buchstaben („“) der Schriftart Frutiger.

Die fünf Abkürzungen der Europäischen Zentralbank sind: BCE (Französisch, Irisch, Italienisch, Portugiesisch, Spanisch), ECB (Dänisch, Englisch, Niederländisch, Schwedisch), EZB (Deutsch), (Griechisch; Buchstaben Epsilon, Kappa und Tau des griechischen Alphabets) sowie EKP (Finnisch).

Da am 1. November 2003 Wim Duisenberg seinen Präsidentenposten an Jean-Claude Trichet abgab, wechselte auf den nachfolgend gedruckten Scheinen auch die Unterschrift, aber nicht die Jahreszahl 2002. Banknoten der ersten Serie mit der Unterschrift von Mario Draghi kamen im März 2012 erstmals in Umlauf, jedoch nicht mehr für 5-Euro-Banknoten.

Nennwert Vorderseite Rückseite Farbe Baustil(e)Periode Format *Gewicht * Position des Plattencodes 5 Euro rahmenlos|180px|5 Euro, Vorderseite rahmenlos|180px|5 Euro, Rückseite Grau Klassik (Antike)Vor dem 11. Jahrhundert 120 mm × 62 mm0,68 g linker Bildrand 10 Euro rahmenlos|191px|10 Euro, Vorderseite rahmenlos|191px|10 Euro, Rückseite Rot Romanik11.–12. Jahrhundert 127 mm × 67 mm0,72 g 8-Uhr-Stern 20 Euro rahmenlos|200px|20 Euro, Vorderseite rahmenlos|200px|20 Euro, Rückseite Blau Gotik13.–14. Jahrhundert 133 mm × 72 mm0,81 g 9-Uhr-Stern 50 Euro rahmenlos|210px|50 Euro, Vorderseite rahmenlos|210px|50 Euro, Rückseite Orange Renaissance15.–16. Jahrhundert 140 mm × 77 mm0,92 g rechter Bildrand 100 Euro rahmenlos|221px|100 Euro, Vorderseite rahmenlos|221px|100 Euro, Rückseite Grün Barock und Rokoko17.–18. Jahrhundert 147 mm × 82 mm1,02 g rechts vom 9-Uhr-Stern 200 Euro rahmenlos|230px|200 Euro, Vorderseite rahmenlos|230px|200 Euro, Rückseite Gelblich-braun Eisen- und Glasarchitektur19. Jahrhundert 153 mm × 82 mm1,07 g rechts vom 8-Uhr-Stern 500 Euro rahmenlos|240px|500 Euro, Vorderseite rahmenlos|240px|500 Euro, Rückseite Lila Moderne Architektur20.–21. Jahrhundert 160 mm × 82 mm1,12 g 9-Uhr-Stern

* Alle Euro-Banknoten haben einheitlich eine Dicke von rund 0,10 mm, und ihre Grammatur („Flächengewicht“, flächenbezogene Masse) beträgt bedruckt 85 g/m². Die üblichen Päckchen mit 100 Stück (neuer) Banknoten messen um die Banderole etwa 12 mm. Zehn derartige Päckchen bilden ein Paket (oder Bündel) und stapeln sich etwa 130 mm hoch. In der Herstellung kosten die Geldscheine pro Stück durchschnittlich acht Cent.Dorit Heß: Neue Merkmale sollen Fälschern das Leben erschweren. In: Handelsblatt. Nr. 247, 20. Dezember 2012, , S. 34 f.

Sicherheitsmerkmale

mini|hochkant|Taktile Bildelemente in der Vergrößerung mini|50-Euro-Banknote unter UV-Licht fotografiert mini|50-Euro-Banknote im Infrarotbereich fotografiert

Die Eurobanknoten weisen verschiedene Sicherheitsmerkmale auf, mit denen Fälschungen verhindert oder zumindest erschwert werden sollen. Weiterhin soll mit der sogenannten „EURion-Konstellation“ das Vervielfältigen durch Kopierer oder Scanner verhindert werden.

Das verwendete Banknotenpapier besteht aus reiner Baumwolle und ist stärkefrei. Andere weiße (Schreib-, Kopier-, Druck-)Papiere enthalten zumeist Stärke. Die Stärkefreiheit der Euro-Noten kann mit speziellen Prüf-Filzstiften nachgewiesen werden. Ist Stärke vorhanden, so verfärbt sich die in das Papier eingedrungene Lösungsflüssigkeit von Blassgelb auf Blau. Wenn eine echte Banknote mit Stärke in Berührung gekommen ist, kann auch diese eine Blaufärbung auslösen. Allerdings lassen sich sehr gute Falsifikate mit dem Stift nicht nachweisen, da sie oft mit Chemikalien behandelt werden, die eine Reaktion mit der Stärke verhindern. Gelegentlich wird auch stärkefreies Baumwollpapier verwendet, obwohl die Beschaffung nicht einfach ist. Tiefdruckverfahren mit Stahlstich; dadurch sind einige Druckelemente ertastbar: gedruckter Streifen am unteren Rand (mittig und rechts unten) der 200-Euro-Banknoten (Relief), gedruckter Streifen am rechten Rand der 500-Euro-Banknoten (Relief), die jeweilige große Wertzahl und das Hauptmotiv (Vorderseite) Durchsichtsregister: Eine Wertangabe ist teils von der Vorderseite, teils von der Rückseite aufgedruckt und wird im Gegenlicht vollständig sichtbar; dabei ergänzen sich beide Seiten exakt. Wasserzeichen: das jeweilige Architekturmotiv und die Wertzahl Metallisierter Sicherheitsfaden, der im Durchlicht sichtbar wird und mit der jeweiligen Wertzahl und dem Wort „Euro“ (durchbrochen) beschriftet ist Mikroschrift Unter Schwarzlicht (UV-Licht) werden verschiedenfarbige Fasern im Papier sichtbar. Außerdem leuchtet die EU-Flagge, der Sternenkreis, die Unterschrift des jeweiligen EZB-Präsidenten sowie Teile des Druckbildes auf der Vorder- und Rückseite der Euro-Banknote. Das Papier selbst fluoresziert jedoch nicht. Amateurhaft gefertigtes Falschgeld, das oft aus normalem Papier hergestellt wird, fluoresziert auf der gesamten Fläche bläulich weiß. Echte Banknoten, die beispielsweise in der Waschmaschine mitgewaschen wurden, fluoreszieren ebenfalls auf der gesamten Fläche, da die optischen Aufheller im Waschmittel sich auf der Banknote niederschlagen und diese unter UV-Licht blau fluoreszieren. Bei Falsifikaten wird zunehmend das UV-Bild imitiert. Unter IR-Licht: Mit Hilfe eines Infrarotgerätes werden der rechte Teil des Stichtiefdrucks und der Folienstreifen sichtbar. Speziell für die Automatenerkennung sind Euro-Banknoten mit einer magnetischen Sicherheitsmarkierung versehen. Diese Sicherheitsmarkierung kann mittels magnetischer Messköpfe nachgewiesen oder mit magneto-optischen Sensoren dargestellt werden.

Außerdem gibt es spezifisch für die einzelnen Nennwerte folgende Sicherheitsmerkmale: Spezial-Folienstreifen (Metallglanz) mit Kinegrammen, der beim Kippen zwischen €-Symbol und den jeweiligem Nennwert wechselt (bei 5-, 10- und 20-Euro-Banknoten: Vorderseite am rechten Rand).

Perlglanzstreifen (Iriodinstreifen), der beim Kippen der Euro-Banknote goldfarben sichtbar wird und wieder verschwindet (mit €-Symbol und den jeweiligem Nennwert) (bei 5-, 10- und 20-Euro-Banknoten: Rückseite links der Mitte).Bisher ist keine Fälschung bekannt, die diese Eigenschaft besitzt. Entweder fehlt dieses Merkmal ganz, oder der Goldschimmer verschwindet beim Kippen nicht. Spezial-Folienelement mit Hologramm, das das Architekturmotiv oder die Wertzahl zeigt (bei 50-, 100-, 200- und 500-Euro-Banknoten: Vorderseite rechts).