Sinikka Tina Lennartz (geboren 1987 in Wiesbaden) ist eine deutsche marine Biogeochemikerin. Sie ist Juniorprofessorin für biogeochemische Ozeanmodellierung an der Universität Oldenburg. 2025 erhielt sie den Heinz-Maier-Leibnitz-Preis.

Leben Sinikka Lennartz studierte Geoökologie und Ökosystemmanagement an der Universität Tübingen und erwarb 2010 den Bachelor of Science. Anschließend setzte sie ihr Studium der Geoökologie an der Technischen Universität Braunschweig fort und schloss es 2013 mit einem Master of Science ab. Während dieser Zeit hielt sie sich an der ETH Zürich, an der Abteilung Seeforschung des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung und an der Woods Hole Oceanographic Institution auf. Ihre Promotion in mariner Biogeochemie schloss sie am Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel ab. Forschungsexpeditionen führten sie dabei unter anderem in den Indischen und Pazifischen Ozean. Der Titel ihrer Dissertation lautet From Local to Global Scale – Marine Emissions of the Climate Relevant Sulfur Gases Carbonyl Sulfide, Carbon Disulfide and Dimethyl Sulfide (Von der lokalen zur globalen Ebene – Marine Emissionen der klimarelevanten Schwefelgase Carbonylsulfid, Kohlenstoffdisulfid und Dimethylsulfid).

Nach der Promotion war sie drei Jahre als Postdoc tätig, zunächst am Geomar und anschließend beim Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität Oldenburg. 2021–2022 war sie Walter-Benjamin-Stipendiatin am Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Seit 2022 ist sie Juniorprofessorin für biogeochemische Ozeanmodellierung am Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) an der Universität Oldenburg. Sie befasst sich mit dem Zusammenspiel von Ozean und Atmosphäre, das unser Klima bestimmt. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Einbeziehung mikrobieller Prozesse in biogeochemische Ozeanmodelle. Ihre Arbeit umfasst sowohl Modellentwicklungen als auch die Entwicklung von Messsystemen und Messungen auf See, um die Ozeanemissionen und deren Wirkung aufs Klima abschätzen zu können. Sie konnte zum Beispiel zeigen, dass der bis dato als konstant angesehene Pool der gelösten organischen Kohlenstoffverbindungen viel stärker auf Umweltveränderungen reagiert als zuvor angenommen. Ihre Forschungsergebnisse sind relevant, um das zukünftige Klima modellieren zu können.

Preise und Auszeichnungen

2015: Wissenschaftlicher Preis der Annette Barthelt-Stiftung für ihre Masterarbeit mit dem Titel „Time Series Analysis and Development of a 1D Box Model to Simulate Trace Gas Concentrations at the Time Series Station Boknis Eck, Baltic Sea“ 2017: Bernd Rendel-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) 2017: Nachwuchspreis der Prof. Dr. Werner Petersen-Stiftung für ausgezeichnete Promotion am Geomar 2018: Doktorandenpreis der Helmholtz-Gemeinschaft in der Kategorie Erde und Umwelt 2025: Wissenschaftspreis Niedersächsen in der Kategorie Forschung in frühen Karrierephasen 2025: Heinz Maier-Leibnitz Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Veröffentlichungen (Auswahl)

Einzelnachweise

Kategorie:Biogeochemiker Kategorie:Hochschullehrer (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1987 Kategorie:Frau