mini|Collegium Polonicum Das Collegium Polonicum ist eine Gemeinschaftseinrichtung der Adam-Mickiewicz-Universität in Posen (Uniwersytet im. Adama Mickiewicza w Poznaniu) und der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) für interdisziplinäre wissenschaftliche Forschung und Lehre zu deutsch-polnischen, europäischen, interkulturellen und Grenzraum-Thematiken.Abkommen zwischen dem Minister für Nationale Bildung und Sport der Republik Polen und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg über das Collegium Polonicum in Słubice vom 2. Oktober 2002, abgerufen am 23. August 2020 (PDF, 0,03 MB) Zugleich ist Collegium Polonicum auch eine Filiale (poln. filia) der Adam-Mickiewicz-Universität in Słubice, in deren Gebäude diese Gemeinschaftseinrichtung ihren Sitz hat. Vereinheitlichte Version vom 27. April 2020, § 188 Nr. 4, abgerufen am 1. Juni 2020 (PDF, 0,73 MB, polnisch) Dieses Gebäude ist für die gemeinsame Lehre und Forschung mit der Europa-Universität Viadrina von 1992 bis 2001 errichtet worden. Das Collegium Polonicum als Filiale der Adam-Mickiewicz-Universität ist eine von vier AußenstellenWydziały UAM, abgerufen am 23. August 2020 (polnisch). Die anderen drei Standorte sind in Gnesen (Gniezno) das Institut für europäische Kultur (Instytut Kultury Europejskiej), in Schneidemühl (Piła) das Netze-Institut (Nadnotecki Instytut) und in Kalisch (Kalisz) die Pädagogisch-Künstlerische Fakultät (Wydział Pedagogiczno-Artystyczny) dieser Hochschule außerhalb des Stammortes Posen und insbesondere Sitz des Allgemeinbildenden Universitätslyzeums in Słubice (Uniwersyteckie Liceum Ogólnokształcące w SłubicachUniwersyteckie Liceum Ogólnokształcące, abgerufen am 23. August 2020 (polnisch)).

Gründungsgeschichte mini|Gesamtansicht von Frankfurt (Oder) aus Die Neugründung der Viadrina-Universität in Frankfurt (Oder) als Europa-Universität nach der Wende 1989 leitete sich maßgeblich aus dem Gründungsauftrag ab, „außenpolitisch im deutsch-polnischen Verhältnis und kulturell mit Blick auf Europa besondere Aufgaben zu erfüllen“., abgerufen am 1. Juni 2020 Zur Sicherung des Anspruchs enger wissenschaftlicher Vernetzung mit Polen und einer angestrebten Vergabe von einem Drittel der Studierendenplätze an polnische Bewerber erfolgte in der Gründungsphase eine Zusammenarbeit mit vier polnischen Universitäten, darunter der Adam-Mickiewicz-Universität Posen. Dabei entstand das Vorhaben zunächst nur von Wohnheimen für polnische Studierende der Europa-Universität in Słubice. Die am 6. September 1991, dem Tag der feierlichen Eröffnung der Europa-Universität Viadrina, unterzeichnete Übereinkunft über die Zusammenarbeit zwischen dem Minister für Nationale Bildung der Republik Polen und dem Minister für Wissenschaft und Kultur des Landes Brandenburg enthält jedoch bereits die Feststellung, dass in Słubice neben Studierendenwohnheimen eine gemeinsame Lehr- und Forschungseinrichtung mit einer Bibliotheks- und Laborbasis entstehen soll.Experiment und Wissen. 25 Jahre Collegium Polonicum, Oktober 2016, S. 18, abgerufen am 1. Juni 2020 (PDF; 3,43 MB). Auf dieses Datum wurde mit der 25-Jahr-Feier des Collegium Polonicum 2016 Bezug genommen. mini|Tafel vor dem Collegium Polonicum An der Adam-Mickiewicz-Universität wurde in der Folge die Idee eines „Collegium Polonicum“ als eine zur gemeinsamen Lehr- und Forschungstätigkeit mit der Europa-Universität Viadrina bestimmten Einrichtung entwickelt und dessen Gründung am 25. Mai 1992 vom Senat der Adam-Mickiewicz-Universität beschlossen. Nach politischer Zustimmung auf polnischer wie deutscher Seite wurde von einer gemeinsamen Kommission von Adam-Mickiewicz-Universität und Europa-Universität Viadrina eine Konzeption für das Collegium Polonicum erarbeitet, welche am 19. Dezember 1992 vom Senat der Europa-Universität Viadrina und am 22. Dezember 1992 von dem der Adam-Mickiewicz-Universität beschlossen wurde.Experiment und Wissen. 25 Jahre Collegium Polonicum, Oktober 2016, S. 40, abgerufen am 1. Juni 2020 (PDF; 3,43 MB) Dem war am 16. Oktober 1992 eine symbolische Grundsteinlegung als Gründungsakt für das Collegium Polonicum vorausgegangen. Ab 1994 fanden erste Vorlesungen für Studierende der Europa-Universität Viadrina in angemieteten Räumlichkeiten in Słubice statt. 1995 wurde ebenfalls in angemieteten Räumen die Bibliothek des Collegium Polonicum gegründet. Die Eröffnung des ersten Gebäudeteils des Collegium Polonicum erfolgte am 10. Juni 1998 und des gesamten Gebäudes mit Bibliothek am 1. Februar 2001. Mit seiner Eröffnung erhielt das Collegium Polonicum den Status einer Außenstelle (poln. ośrodek zamiejscowy) bzw. Filiale (poln. filia) der Adam-Mickiewicz-Universität; zu dieser gehört auch die Bibliothek.Regulamin Biblioteki Collegium Polonicum w Słubicach, 15. Mai 2020, Kapitel 1, Nr. 1, abgerufen am 23. August 2020 (PDF, 0,24 MB, polnisch) Am 2. Oktober 2002 wurde die Zusammenarbeit zwischen Adam-Mickiewicz-Universität und Europa-Universität Viadrina am Collegium Polonicum mit der Unterzeichnung des Abkommens zwischen dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und dem Ministerium für Nationale Bildung und Sport der Republik Polen über das Collegium Polonicum in SłubiceAbkommen zwischen dem Minister für Nationale Bildung und Sport der Republik Polen und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg über das Collegium Polonicum in Słubice vom 2. Oktober 2002, abgerufen am 23. August 2020 (PDF, 0,03 MB) auf eine staatsrechtlich verbindliche Grundlage gestellt. Der 1992 zwischen den beiden Hochschulen getroffene und 2002 auf staatlicher Ebene bestätigte Grundkonsens besteht dabei darin, dass von polnischer Seite der Bau und Betrieb des Gebäudes und von deutscher Seite die Einrichtung und Unterhaltung von fünf Lehrstühlen finanziert wird.

Gebäude Für das Gebäude des Collegium Polonicum wurde in einem von der Adam-Mickiewicz-Universität ausgelobten beschränkten Wettbewerbsverfahren der Entwurf des Posener Architekten Tomasz Durniewicz ausgewählt.Tomasz Durniewicz Architekt sp. z o.o., abgerufen am 23. August 2020 (polnisch) Die bauliche Realisierung begann 1995. Die Eröffnung des ersten Gebäudeteils erfolgte am 10. Juni 1998 und des gesamten Gebäudes am 1. Februar 2001. Das Collegium Polonicum hat insgesamt eine Nutzfläche von 20.546 m². Davon entfallen 14.579 m² auf das Hauptgebäude mit ca. 32 Seminar- und Laborräumen, zwei Veranstaltungssälen und der großen Aula mit etwa 1.000 Sitzplätzen, einer Mensa und den Büros für wissenschaftliches sowie technisches und Verwaltungspersonal; 5.967 m² entfallen auf den mit dem Hauptgebäude über eine Brücke verbundenen Bibliotheksteil. Die Baukosten lagen bei ca. 170 Mio. PLN, umgerechnet 85 Mio. DM.Collegium Polonicum in Slubice als gemeinsame Einrichtung eröffnet, Informationsdienst Wissenschaft vom 11. Juni 1998, abgerufen am 1. Juni 2020 mini|Innenhof des Studierendenwohnheims-Campus in Słubice mini|Touristisches Hinweisschild auf das Collegium Polonicum Parallel zum Gebäude des Collegium Polonicum selbst wurden von der Adam-Mickiewicz-Universität in Słubice mehrere Wohnheime errichtet. Im Oktober 1993 konnten die ersten polnischen an der Europa-Universität Viadrina immatrikulierten Studierende in Słubice ein von der Adam-Mickiewicz-Universität errichtetes Studentenwohnheim mit dem Namen Amicus beziehen, welches die Fertigstellung des aufgegebenen Rohbaus eines Krankenschwesterwohnheims darstellte. Von 1994 an entstand dann nach einem Entwurf des Warschauer Architekturbüros Pracownia Architektoniczna BNS Warszawa auf einem ehem. Kasernengelände ein Studierendencampus, der neben sieben Wohnhäusern auch Flächen für einen Studierendenclub, Dienstleistungen und Sportaktivitäten umfasst. Die ersten Zimmer waren 1998 bezugsfertig, die Fertigstellung des Gesamtvorhabens erfolgte 2003 mit der Übergabe eines Wohnheimes für Doktoranden und Hochschulmitarbeiter. Insgesamt wurden über 1.100 Wohnheimplätze überwiegend in Einzel- und Doppelzimmern geschaffen, dazu 40 Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen für Hochschulangehörige und ca. 40 temporäre Übernachtungsplätze in Einzel- und Doppelzimmern.Student House UAM Slubice, abgerufen am 23. August 2020 Der Bau von Collegium Polonicum und Studierendencampus wurde zu 65 % aus dem Haushalt der Republik Polen, zu 20 % aus europäischen Mitteln im Rahmen des Programms PHARE und zu 15 % von der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit finanziert.Experiment und Wissen. 25 Jahre Collegium Polonicum, Oktober 2016, S. 54, abgerufen am 1. Juni 2020 (PDF; 3,43 MB) Entsprechend der gemeinsamen Konzeption von 1992 und dem interministeriellen Abkommen von 2002 ist allein die Adam-Mickiewicz-Universität Eigentümerin der Immobilien und verpflichtet, „die laufenden Unterhalts- und Instandhaltungskosten für die Gebäude sowie die Kosten der laufenden Ausstattung mit sachlichen Mitteln“Abkommen zwischen dem Minister für Nationale Bildung und Sport der Republik Polen und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg über das Collegium Polonicum in Słubice vom 2. Oktober 2002, Art. 6, abgerufen am 23. August 2020 (PDF, 0,03 MB) zu tragen. 2013 begann die Adam-Mickiewicz-Universität, ihren Immobilienbestand in Słubice zu reduzieren. Neben mehreren unbebauten Grundstücken, die für Erweiterungen der Wohnheimkapazität und sportliche Infrastruktur vorgehalten worden waren, verkaufte die Adam-Mickiewicz-Universität das Studierendenwohnheim Amicus an die Stadt Słubice, die darin 50 Kommunalwohnungen einrichtete.Burmistrz kupuje akademik za ponad 2 mln zł. (deutsch: Bürgermeister kauft Studentenwohnheim für über 2 Mio. PLN.) In: Gazeta Lubuska vom 19. Juni 2013, abgerufen am 1. Juni 2020 (polnisch) Das als Wohnheim für Doktoranden (Dom Doktoranta) errichtete Gebäude wird seit 2017 von der Adam-Mickiewicz-Universität als Wohnhaus mit einer Wohnnutzfläche von 1.951,4 m², Grundstücksfläche 3.530 m², zum Verkauf angeboten., abgerufen am 23. August 2020 (polnisch)

Leitungs- und Kooperationsstruktur Der Konzeption für das Collegium Polonicum von 1992 entsprechend wurde 1993 von beiden Universitäten eine Leitung für das Collegium Polonicum eingesetzt, die aus einem wissenschaftlichen Direktor und einem Verwaltungsdirektor bestand. Diese nahmen auch an allen Sitzungen der im Übrigen aus den Rektoren, Prorektoren (ab 1999 auf Seiten der Europa-Universität Viadrina dem Präsidenten und den Vizepräsidenten) und Kanzlern beider Universitäten bestehenden, regelmäßig tagenden Gemischten Kommission (poln. Komisja Mieszana) teil, in der alle Aspekte der Zusammenarbeit zwischen Adam-Mickiewicz-Universität und Europa-Universität Viadrina besprochen wurden. Nach dem Rücktritt des wissenschaftlichen Direktors 1997 wurde auf eine Neubesetzung verzichtet. Die Leitung des Collegium Polonicum besteht seitdem aus dem Verwaltungsdirektor und dem jeweils auf Seiten der Adam-Mickiewicz-Universität bzw. Europa-Universität Viadrina für das Collegium Polonicum zuständigen Prorektor bzw. Vizepräsidenten. Dies wird auch im Abkommen von 2002 so beibehalten, in dem im Übrigen die Gemischte Kommission durch eine explizit für das Collegium Polonicum zuständige Ständige Kommission (poln. Komisja Stała) ersetzt wird. Diese besteht aus dem Präsidenten bzw. Rektor beider Hochschulen, den Kanzlern und der Leitung des Collegium Polonicum.

Leitung des Collegium Polonicum

Verwaltungsdirektor seit 1993 Krzysztof Wojciechowski

Wissenschaftlicher Direktor 1993–1997 Waldemar Pfeiffer

Vizepräsident(in) mit Zuständigkeit für das Collegium Polonicum der Europa-Universität Viadrina 1997–2002 Jan C. Joerden (bis 1999 als Prorektor) 2002–2015 Janine Nuyken 2015–17 Ines Härtel seit 2017 Janine Nuyken

Prorektor(in) mit Zuständigkeit für das Collegium Polonicum der Adam-Mickiewicz-Universität 1997–2002 Stanisław Lorenc 2002–2008 Janusz Wiśniewski 2008–2016 Krzysztof Krasowski 2016–2018 Beata Mikołajczyk