Die dänisch-österreichischen Beziehungen sind das zwischenstaatliche Verhältnis zwischen dem Königreich Dänemark und der Republik Österreich. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern gelten als freundschaftlich und problemfrei. Beide Staaten sind Mitglieder der Europäischen Union, des Europarates, des Europäischen Wirtschaftsraums, der OSZE, der OECD und des Schengen-Raums.
Dänemark hält eine Botschaft in Wien und hat Honorarkonsulate in Graz, Innsbruck und Salzburg. Österreich führt eine Botschaft in Kopenhagen und hat Honorarkonsulate in Aarhus und Apenrade.
Geschichte
Vor 1800 Bis in die Zeit des Spätmittelalters hinein, gab es kaum bedeutende Kontakte zwischen dem Königreich Dänemark und dem Herzogtum Österreich. Das erste bedeutende bilaterale Ereignis zwischen beiden Staaten war die Eheschließung des dänischen Königs Christian II. mit Isabella von Österreich im Jahr 1514. Durch ihre Heirat wurde Isabella sowohl Königin von Dänemark als auch von Schweden und Norwegen.
Während sich Dänemark im Laufe der Reformationszeit zu einem evangelisch-lutherischen Königreich entwickelte, nahmen zeitgleich die österreichischen Habsburger eine führende Rolle der Gegenreformation ein. Diese Entwicklung führte unter anderem auch zu militärischen Konflikten zwischen beiden Staatsgebilden wie in der Schlacht bei Lutter (1626) im Rahmen des Dreißigjährigen Kriegs. Nach dem Lübecker Frieden im Jahr 1629, der als maßvollster Friedensvertrag des Dreißigjährigen Krieges gilt, entspannte sich das Verhältnis zwischen Dänemark und den HabsburgernHellmut Diwald: Wallenstein. Eine Biographie. Ullstein TB-Verlag, Berlin 1987, ISBN 3-548-27550-8, S. 415.. Im Jahr 1643 verbündete sich Kaiser Ferdinand III. mit König Christian IV. gegen die Schweden im Torstenssonskrieg (1643–1645). Auch im Zweiten Nordischen Krieg (1655–1661) kämpften Dänemark und die Habsburgermonarchie als Verbündete gegen Schweden.
Die Aufnahme offizieller diplomatischer Beziehungen zwischen Dänemark und dem Habsburgerreich erfolgte 1691.
1800 bis 1945 Im Sechsten Koalitionskrieg (1813–1814) kämpfte das damalige Dänemark-Norwegen auf der Seite Napoleons gegen Österreich. Als Reaktion darauf wurde Dänemark durch den Kieler Frieden gezwungen, Norwegen an Schweden abzutreten. Diese Regelungen wurden auf dem Wiener Kongress bestätigt. mini|Österreichische Veteranen des Deutsch-Dänischen Krieges, 1914 Von 1848 bis 1851 unterstützte Österreich als Mitglied des Deutschen Bund die Schleswig-Holsteinische Erhebung, die jedoch mit dem Sieg Dänemarks endete. 1864 folgte der Deutsch-Dänische Krieg, in dem österreichische und preußische Truppen die dänische Armee besiegen konnten. Mit dem Frieden von Wien wurden die einst dänischen Herzogtümer Holstein und Schleswig unter österreichisch-preußischem Kondominium gestellt, was zum Ende des dänischen Gesamtstaates führte. Das Kondominium von Österreich und Preußen bestand bis 1866 und umfasste auch das heute dänische Nordschleswig.
Auf diplomatischer Ebene verfügte Österreich-Ungarn über eine Gesandtschaft in Dänemark. Die nach dem Ende des Ersten Weltkrieges (1914–1918) entstandene Republik Österreich nahm ihre diplomatischen Beziehungen zum Königreich Dänemark am 1. Dezember 1919 auf. Die dänisch-österreichischen Beziehungen wurden durch den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich von 1938 bis 1945 unterbrochen.
Nach 1945 Nach der Wiederherstellung der Republik Österreich am Ende des Zweiten Weltkrieges (1939–1945) wurden die diplomatischen Beziehungen zu Dänemark wieder aufgenommen. Im Jahr 1960 wurden Dänemark und Österreich Gründungsmitglieder der Europäischen Freihandelsassoziation, die Dänemark jedoch durch den Beitritt zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft 1973 wieder verließ. Es gibt zahlreiche Organisationen, in denen beide Länder bis heute Mitglieder sind, wie zum Beispiel die OSZE, die OECD oder die Europäische Union.
Zur Förderung der dänisch-österreichischen Beziehungen wurde die dänische Gemeinschaft in Österreich am 24. November 1960 als Nachfolger des von 1921 bis 1938 bestehenden Den Danske Klub gegründet. Seit 2008 trägt die Freundschaftsgesellschaft den Namen Österreichisch-Dänische Gesellschaft.
Gemäß der Regel, dass der dänische Monarch während seiner Regentschaft einem ausländischen Staat nur einen einzigen Staatsbesuch abstatten darf, hat Königin Margrethe II. Österreich im Jahr 1979 besucht. Der Gegenbesuch durch den damaligen Bundespräsidenten Rudolf Kirchschläger erfolgte 1985.
Wirtschaftsbeziehungen Sowohl Österreich als auch Dänemark gelten als hochentwickelte Industrienationen. Nachdem die Exporte und Importe im Jahr 2024 einen Rückgang erlitten, kam es im Jahr 2025 zu einer Trendwende bezüglich der Importe von Dänemark nach Österreich, die von 822 Mio. auf 844 Mio. Euro anstiegen. Der Export von Österreich nach Dänemark dagegen ging von 1063 Mio. auf 1043 Mio. Euro zurück. Insbesondere Maschinen, Apparate und technische Geräte gelten für Dänemark als wichtige österreichische Exportprodukte.
Kulturbeziehungen Jährlich fördert und unterstützt die Österreichische Botschaft in Kopenhagen vielfältige kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte, Ausstellungen, Vorträge und Filmvorführungen, um die österreichische Kultur in Dänemark vorzustellen.
Auch historisch hatten Österreich und Dänemark im Laufe der Jahrhunderte einen kulturellen Einfluss auf das jeweils andere Land. So wurde das Kopenhagener Gebäck (dänisch Wienerbrød) in Dänemark von Bäckern aus Wien geschaffen. Es wirkten auch zahlreiche dänische Künstler und Architekten in Österreich wie der Maler Melchior Lorck im 16. Jahrhundert oder der Architekt Theophil von Hansen im 19. Jahrhundert. Zu von Hansens bekannten Bauwerken zählen das Heeresgeschichtliche Museum, der Heinrichhof und das Parlament in Wien.
Siehe auch Liste der dänischen Botschafter in Österreich Liste der österreichischen Botschafter in Dänemark
Weblinks
Einzelnachweise