Frédéric de Mulinen, auch Frédéric von Mülinen, (* 8. November 1928 in Ennetbaden; † Oktober 2008) war ein Schweizer Kriegsvölkerrechtler.
Werdegang Frédéric de Mulinen stammte aus der Berner Patrizierfamilie von Mülinen. Er wurde als einziger Sohn von Egbert von Mülinen (1896–1976) geboren, der als Ingenieur bei Brown, Boveri & Cie. in Baden arbeitete und ein Sohn des Historikers Wolfgang Friedrich von Mülinen (1863–1917) war. Seine Tante Ester war mit dem Historiker und Offizier Hans Frick verheiratet.
Frédéric de Mulinen wuchs im Kanton Aargau auf, wo er die Schule abschloss. Anschliessend studierte er Öffentliches Recht und Verfassungsrecht in Lausanne und Zürich. Er schloss das Studium mit dem Lizenziat der Rechtswissenschaft ab. Danach war er zunächst in der Burgerbibliothek Bern tätig.
Daraufhin wurde er Mitarbeiter des Generalstabs der Schweizer Armee, wo er sich insbesondere mit dem Kulturgüterschutz befasste. In der Armee war er zunächst Kommandant einer Kompanie und später eines Infanteriebataillons. 1967 absolvierte er den 2. United Nations Staff Officers and Military Observers Course in Schweden. Am Ende seiner militärischen Laufbahn war er als Oberst im Generalstab als Verbindungsoffizier zwischen der Armeeführung und dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) tätig.
1970 wurde de Mulinen an den Sitz des IKRK berufen, wo er an der Ausarbeitung der Zusatzprotokollen zu den Genfer Konventionen mitwirkte und sich der Umsetzung des Kriegsvölkerrechts widmete. Zu diesem Zweck erhielt er vom Internationalen Institut für humanitäres Recht den Auftrag, einen internationalen Militärkurs aufzubauen, den er von 1976 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1993 leitete. 1987 veröffentlichte er das Handbook on the Law of War for Armed Forces (deutsch Handbuch zum Kriegsrecht für die Streitkräfte).
Mülinen war Mitglied und später Vizepräsident der Internationalen Gesellschaft für Militär- und Kriegsrecht, deren Schweizer Sektion er 1978 gründete und der er viele Jahre vorstand. Im Ruhestand war er zudem Mitglied des Gemeinderats von Saint-Légier-La Chiésaz. Er beherrschte Französisch, Deutsch, Englisch, Italienisch und Spanisch.
Auf einer Tagung der Internationalen Gesellschaft für Militär- und Kriegsrecht in Den Haag im Mai 2006 erlitt er einen Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholte. Er starb Ende Oktober 2008 wenige Tage vor seinem 80. Geburtstag. Mit seinem Tod starb das Geschlecht von Mülinen im Mannesstamm aus.
Weblinks Frédéric de Mulinen auf der Website des International Review of the Red Cross Nachruf auf Frédéric de Mulinen in der Zeitschrift The Military Law and the Law of War Review Flyer über die Namensgebung der Räume der Bibliothek am Guisanplatz in Bern (PDF; 0,8 MB) auf big.admin.ch
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