Die nordmazedonisch-österreichischen Beziehungen sind das zwischenstaatliche Verhältnis zwischen Nordmazedonien und Österreich. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern wurden am 23. Dezember 1994 aufgenommenRepublic of Macedonia - Ministry of Foreign Affairs, archiviert. in Internet Archive (englisch). Abgerufen am 6. August 2026 und gelten als eng und freundschaftlich. Österreich gilt als der größte ausländische Investor Nordmazedoniens und unterstützt aktiv dessen EU-Beitrittskandidatur. Beide Staaten sind Mitglieder des Europarates und der OSZE. Ein weiterer wichtiger Aspekt für die bilateralen Beziehungen ist die nordmazedonische Diasporagemeinschaft in Österreich, die ungefähr 27.000 Angehörige zählt.
Die Republik Nordmazedonien verfügt über eine Botschaft in Wien und hat ein Honorarkonsulat in St. Pölten. Die Republik Österreich betreibt eine Botschaft in Skopje und hat ihr Honorarkonsulat in Bitola.
Geschichte Die Habsburgermonarchie richtete ihr Interesse schon im 19. Jahrhundert auf den Balkan, und somit auch auf die Region des heutigen Nordmazedoniens. Ziel war es, die osmanische Souveränität im Balkan zu schwächen und zugleich den österreichischen Einfluss zu stärken. Ein bedeutendes Beispiel für die Österreich-Ungarischen Bestrebungen dieser Art im heutigen Nordmazedonien waren das mit Russland beschlossene Mürzsteger Programm von 1903. Dieser Reformplan sah für Makedonien einen Generalgouverneur mit russischer und österreich-ungarischer Assistenz vor.Gregor Schöllgen: Imperialismus und Gleichgewicht. Deutschland, England und die orientalische Frage 1871–1914. 3. Auflage. Oldenbourg, München 2000, ISBN 3-486-52003-2, S. 138
Das Gebiet Nordmazedoniens war über 500 Jahre lang Teil des Osmanischen Reiches. Nach dem Ersten Balkankrieg kam das heutige nordmazedonische Staatsgebiet im Jahr 1912 zu Serbien, das daraufhin 1918 im neuen Staat Jugoslawien aufging. Diplomatische Kontakte auf zwischenstaatlicher Ebene waren somit erst nach der Unabhängigkeit Mazedoniens im Jahr 1991 möglich. Die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Österreich und der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien, erfolgte am 23. Dezember 1994.
Mit dem Beginn der Verhandlungen zum EU-Beitritt Mazedoniens im Dezember 2005 wurden die Beziehungen zwischen Mazedonien und Österreich intensiviert. Im Jänner 2007 erfolgte daher die Akkreditierung eines Sozialattaché für Kulturfragen und internationale Zusammenarbeit in WienBilaterale Beziehungen: Soziales in Internet Archive. Abgerufen am 6. August 2026.. Seit der Westbalkan-Konferenz im November 2013 wird auch Nordmazedonien (bis 2019 Mazedonien) von Österreich eingeladen.
Wirtschaftsbeziehungen Auf wirtschaftlicher Ebene sind die Handelsbeziehungen zu Nordmazedonien, für Österreich von relativ geringer Bedeutung. Im Jahr 2023 betrugen die österreichischen Warenexporte nach Nordmazedonien einen Wert von 181 Mio. Euro und die Warenimporte aus Nordmazedonien einen Wert von 159 Mio. Euro. Wichtig für die Wirtschaft sind insbesondere die Bereiche Bergbau, Energie, Landwirtschaft und die Textilindustrie.
Diplomatische Vertretungen Nordmazedonische Botschaft in Wien Österreichische Botschaft in Skopje
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Einzelnachweise