Das Flüchtlingslager Gihembe war ein Flüchtlingslager in Ruanda, das sich im Sektor Kageyo des Distrikts Gicumbi in der Nordprovinz befand. Es bestand von 1997 bis 2021.

Geschichte mini|alt=Liniendiagramm für die Anzahl sich in Ruanda befindender Flüchtlinge zwischen 1965 und 2024. Eine kleine Spitze mit knapp über 50.000 Flüchtlingen ist für die Jahre 1982 bis 1984 erkennbar. Die größte Spitze folgt mit einem Sprung von rund 25.000 Flüchtlingen im Jahr 1992 auf über 250.000 Flüchtlinge im Jahr 1993 und zurück auf schätzungsweise unter 10.000 Flüchtlinge im Jahr 1994. Danach steigt die Anzahl der Flüchtlinge relativ stetig wieder bis knapp über 50.000 im Jahr 2012. Danach erhöht sich der Anstieg bis zu einem Maximum von rund 170.000 Flüchtlingen im Jahr 2017 und sinkt bis 2024 auf einen Wert zwischen 110.000 und 120.000.|Anzahl Flüchtlinge in Ruanda (1965 – 2024) nach Our World in Data basierend auf Daten des UNHCR

Das Lager wurde im Dezember 1997 gegründet, um Überlebende des Mudende-Massakers aufzunehmen. Mudende war ein Flüchtlingslager im Westen Ruandas, das kongolesische Flüchtlinge aus dem Osten der Demokratischen Republik Kongo beherbergte. Im August und erneut im Dezember 1997 wurde dieses von bewaffneten Gruppen aus der DR Kongo angegriffen, die Hunderte von Flüchtlingen ermordeten.

Stand Februar 2021 stammten 99,9 % der im Lager Gihembe lebenden Flüchtlinge aus der DR Kongo (12.341 Personen) und lediglich 0,1 % (10 Personen) aus Burundi. Im März 2021 wurde damit begonnen, die Einwohner bis zum Ende des Jahres ins Flüchtlingslager Mahama umzusiedeln, da Gihembe mit seiner Hügellage und alten Infrastruktur ein hohes Erosionsrisiko bei Starkregen aufwies. Die betroffenen Flüchtlinge hatten zudem die Möglichkeit sich stattdessen als städtische Flüchtlinge registrieren zu lassen, was jedoch bedeutete, dass sie keine direkte Unterstützung durch die UNHCR erhalten können.

+ Entwicklung in Zahlen Zeitpunkt Anzahl Flüchtlinge,Asylsuchende und Sonstige Belege 12.351 9.922

Aufbau und Organisation Das Lager erstreckte sich über eine Fläche von etwa 40 Hektar. Es war in 12 Viertel unterteilt, und jedes Viertel bestand aus etwa 4 Dörfern. Insgesamt gab es 44 Dörfer im Lager. Für die Verwaltung war das Ministry in Charge of Emergency Management (MINEMA) zuständig.

Einzelnachweise

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