Otto D. Franz (* 1. Dezember 1871 in Arnstein; † 16. Januar 1963 in Pfarrkirchen) war ein deutscher Maler des Impressionismus und Jurist.
Leben Otto Damasius Franz, gemeinhin bekannt als Otto D. Franz, wurde am 1. Dezember 1871 in Arnstein in Unterfranken geboren. Die Familie zog bereits 1875 nach Würzburg. Bereits im Gymnasium erhielt Franz Zeichenunterricht beim Landschaftsmaler Georg Rützel (1846–1917).Adolf Hitler auf der Anklagebank, Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 15. Dezember 2025. Dennoch entschied er sich nach seinem Abitur aus finanziellen Überlegungen heraus gegen eine Karriere als Künstler und für ein Jurastudium an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Anschließend ließ er sich als Rechtsanwalt in München nieder. 1910 heiratete er die aus Berlin stammende Schauspielerin Clara Eugenia Franz (1878–1948), eine Enkelin von Friedrich Hitzig.Ertl, Benedikt Martin (2025): Der Zeichner hinter den Jahrhundertskizzen: Wer war Otto D. Franz? In: Nahaufnahmen: Unbekannte Skizzen vom Hitler-Ludendorff-Prozess und ihr Zeichner Otto D. Franz. Eine Ausstellung des Staatsarchivs München S. 15–48.
Von 1916 bis 1924 besuchte Franz die Akademie der Bildenden Künste München, wo er bei Hugo von Habermann studierte.Matrikelbuch der Kunstakademie. Ab den 1920er-Jahren ist Franz auf Ausstellungen des Münchner Kunstvereins oder im Glaspalast vertretenAusstellungsinformationen zu Franz auf Artist-Info und wird immer wieder in der Presse besprochen.Ertl, Benedikt Martin (2025): Der Zeichner hinter den Jahrhundertskizzen: Wer war Otto D. Franz? In: Nahaufnahmen: Unbekannte Skizzen vom Hitler-Ludendorff-Prozess und ihr Zeichner Otto D. Franz. Eine Ausstellung des Staatsarchivs München S. 15–48. 1938 nimmt er an der Großen Deutschen Kunstausstellung im Haus der Deutschen Kunst in München teil.Eintrag auf GDK-research.
Als Rechtsanwalt vertrat Franz immer wieder Künstler, darunter den Dirigenten Karl Böhm oder den Maler Olaf Gulbransson. Die zahlreichen Prozesse, an denen Franz beteiligt war, waren auch eine Quelle der Inspiration für ihn, wie zahlreiche Zeichnungen von Prozessen, Richtern und Anwälten belegen. Über seine Tätigkeit als Rechtsanwalt lernte er auch General Erich Ludendorff kennen. Im Zweiten Weltkrieg wurde Franz’ Anwaltskanzelei bei Bombenangriffen zerstört. Er ließ sich daraufhin in Nöham (Dietersburg) nieder. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm er nur noch vereinzelt Mandate und widmete sich hauptsächlich der Malerei.Ertl, Benedikt Martin (2025): Der Zeichner hinter den Jahrhundertskizzen: Wer war Otto D. Franz? In: Nahaufnahmen: Unbekannte Skizzen vom Hitler-Ludendorff-Prozess und ihr Zeichner Otto D. Franz. Eine Ausstellung des Staatsarchivs München S. 15–48.
Werk Weitere öffentliche Bekanntheit erlangte Franz als Zeichner des Hitler-Ludendorff-Prozesses 1924, bei dem Fotografien verboten waren.Auswahl von Franz’ Zeichnungen in der Library of Congress. Franz verfolgte den Prozess aufmerksam und fertigte Zeichnungen von Adolf Hitler, Erich Ludendorff, Hermann Kriebel, Gustav von Kahr, Ernst Röhm sowie Ernst Pöhner an. Er war neben Hans Schweitzer und Willibald Krain einer von insgesamt drei Zeichnern, die den Prozess begleiteten, von diesen aber der einizge, der als Privatmann an dem Prozess teilnahm.Adolf Hitler auf der Anklagebank, Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 15. Dezember 2025. Einige von Franz’ Zeichnungen erschienen auch in der Münchener Illustrierten Presse und anderen Zeitschriften.Adolf Hitler auf der Anklagebank, Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 15. Dezember 2025. Der Großteil der Zeichnungen wurde jedoch erst 2025 vom Bayerischen Hauptstaatsarchiv erstmals öffentlich gezeigt, nachdem sie aus privater Hand erworben wurden.Zeitungsbericht des Münchner Merkur vom 26. November 2025.
Neben den Gerichtszeichnungen hinterließ Franz ein reiches Werk an Landschaftsgemälden, die seine Reisen ins Bayerische Oberland, an die Ostsee sowie nach Italien und Frankreich bezeugen.Beitrag im Gemeinschaftsblog der bayerischen Archive
Franz’ Werke befinden sich heute unter anderem in den Bayerischen StaatsgemäldesammlungenOtto D. Franz in der Sammlung der Pinakothek der Moderne. und im Museum im Kulturspeicher in Würzburg.Ertl, Benedikt Martin (2025): Der Zeichner hinter den Jahrhundertskizzen: Wer war Otto D. Franz? In: Nahaufnahmen: Unbekannte Skizzen vom Hitler-Ludendorff-Prozess und ihr Zeichner Otto D. Franz. Eine Ausstellung des Staatsarchivs München S. 15–48. Franz’ Nachlass befindet sich im Staatsarchiv München.Beiträge zur Auswertung des Nachlasses im Gemeinschaftsblog der bayerischen Archive Ein Teil der von ihm angefertigen Gerichtsskizzen befindet sich in der Library of Congress in Washington, D.C.Auswahl von Franz’ Zeichnungen in der Library of Congress.
Literatur Heinrich Ragaller (1979): Zur Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts in Würzburg, in: 15 Jahrhunderte Würzburg, hrsg. v. Heinz Otremba, Echter Verlag, Würzburg, S. 353–373, S. 356 und S. 360f. Benedikt Martin Ertl (2025): Der Zeichner hinter den Jahrhundertskizzen: Wer war Otto D. Franz? In: Nahaufnahmen: Unbekannte Skizzen vom Hitler-Ludendorff-Prozess und ihr Zeichner Otto D. Franz. Eine Ausstellung des Staatsarchivs München S. 15–48.
Weblinks Artikel über Otto D. Franz in der Süddeutschen Zeitung Artikel über Otto D. Franz im Münchener Merkur Benedikt Martin Ertl: Otto D. Franz (1871–1963). Rechtsanwalt – Kunstmaler – Gerichtszeichner Otto D. Franz in der Deutschen Digitalen Bibliothek Otto D. Franz in der Deutschen Biographie
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