mini|Irvine Arditti (2011) Irvine Arditti (* 8. Februar 1953 in London) ist ein britischer Geiger. Er ist Gründer und Erster Geiger des Arditti Quartets.

Leben und Wirken Arditti studierte ab 1969 an der Royal Academy of Music, wo er 1974 mit dem Geiger Lennox MacKenzie, dem Bratschisten Levine Andrade und dem Cellisten John Senter das Arditti Quartet gründete. 1976 wurde er Mitglied, zwei Jahre später stellvertretender Konzertmeister des London Symphony Orchestra, das er 1980 wieder verließ, um sich verstärkt seinem Quartett zu widmen. Mit dem Quartett nahm er mehr als 340 CDs vorwiegend mit Werken zeitgenössischer Komponisten auf.

Daneben trat Arditti mit zahlreichen Orchestern und Ensembles wie dem Ensemble Asko|Schönberg, dem Kammerorchester Avanti!, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem BBC Symphony Orchestra, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Royal Concertgebouw Orchestra, dem Ensemble Contrechamps, dem Ensemble Modern, der Jungen Deutschen Philharmonie, der London Sinfonietta, dem Orchestre National de France, dem Residentie Orkest Den Haag, dem Rotterdams Philharmonisch Orkest, den Münchner Philharmonikern, dem Nieuw Ensemble, dem Nouvel Ensemble Moderne, der Oslo Sinfonietta und dem Ensemble Signal auf.

Mit dem Moskauer Philharmonischen Orchester nahm Arditti Violinkonzerte von Luciano Berio, Iannis Xenakis und Rafael Mira Fornes auf. Seine Einspielungen von Werken Elliott Carters, Julio Estradas, Brian Ferneyhoughs und Franco Donatonis für Violine solo sowie seine Aufnahme von Luigi Nonos La Lontananza wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Als beispielhaft gilt seine Einspielung von John Cages Freeman-Etüden für solo Violine als Teil seiner Gesamteinspielung von Cages Violinmusik für das amerikanische Label Mode. Die ebenfalls bei Mode erschienene Gesamtaufnahme von Berios Sequenzas wurde 2007 mit dem Deutschen Schallplattenpreis und 2008 von der italienischen Musikzeitschrift Amadeus als beste Veröffentlichung zeitgenössischer Musik ausgezeichnet.

Arditti spielte die Uraufführungen zahlreicher für ihn komponierter Violinwerke, darunter Xenakis’ Dox Orkh und Toshio Hosokawas Landscape III für Violine und Orchester sowie Ferneyhoughs Terrain, Luca Francesconis Riti neurali und Body Electric, James Dillons Vernal Showers, Jonathan Harveys Scena, Hilda Paredes’ Señales, Brice Pausets Vita Nova, Roger Reynolds’ Aspiration und Salvatore Sciarrinos Le Stagioni Artificiali für Violine und Ensemble. In Anerkennung seines Lebenswerkes und für sein Album Caprices mit Werken von Pierre Boulez, Elliott Carter, Emmanuel Nunes und Sciarrino erhielt er 2017 den Ehrenpreis des Grand Prix du Disque. Beim Bärenreiter-Verlag erschien 2013 sein Buch The Techniques of Violin Playing (in Zusammenarbeit mit Robert Platz). Sein autobiographisches Buch Collaborations – Reflections on 50 Years of Working with Composers erschien 2023 bei Schott Music.

Quellen Arditti Quartet: Irvine Arditti klangundszene: Irvine Arditti, Violine NEOs Music. Irvine Arditti Schott Music: Irvine Arditti

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