Die Tage in der Buchhandlung Morisaki (jap ) ist der Debütroman des japanischen Schriftstellers Satoshi Yagisawa. Das Buch wurde erstmals 2010 in Japan veröffentlicht und dort zum nationalen Bestseller. In deutscher Sprache erschien es 2023 im Insel Verlag.Satoshi Yagisawa: Die Tage in der Buchhandlung Morisaki. Aus dem Japanischen von Ute Enders. Insel Verlag, Berlin 2023. ISBN 978-3-45864-369-2.

Inhalt Im Mittelpunkt des Romans steht die 25-jährige Takako. Als ihr Freund ihr überraschend eröffnet, dass er bald heiraten werde, aber nicht sie, sondern seine andere Freundin, von der sie nichts wusste, gerät sie in eine schwere Krise. Sie kündigt ihre Arbeit und verkriecht sich ins Bett, bis ihr Onkel sie überredet, für einige Zeit in eine kleine Kammer über seinem Bücherantiquariat zu ziehen. Eher widerwillig folgt sie dieser Einladung. Sie hilft im Laden, entdeckt die Welt der Bücher, findet neue Freunde und neuen Lebensmut. Im zweiten Teil des Buches erfährt sie mehr vom Schicksal des Onkels und seiner Frau Momoko, die ihn vor längerer Zeit ebenfalls verlassen hatte. Als Momoko überraschend zurückkehrt, lernen sich die beiden Frauen näher kennen und es fächert sich eine weitere Lebensgeschichte auf.

Dieser zweite Teil der Geschichte erschien in der japanischen Ausgabe als Folgeversion, nachdem der erste Teil bereits einen Literaturpreis erhalten und von der Regisseurin Asako Hyūga verfilmt worden war.Lisette Gebhardt: Bibliophile Sensibilität? Satoshi Yagisawas „Die Tage in der Buchhandlung Morisaki“ lobt die Antiquariatsmeile in Tôkyô als Zone der Resilienz. Abgerufen am 3. August 2026.

Der Roman spielt in dem berühmten Bücherviertel Jimbō-chō in Tokio und gibt neben der Geschichte – mit Hinweisen auf Werke von Kajii Motojirō, Dazai Osamu, Murō Saisei, Mushanokōji Saneatsu und Inagaki Taruho – Einblicke in die japanische Literaturszene des 20. Jahrhunderts.

Preise Dritter Chiyoda-LiteraturpreisDie Tage in der Buchhandlung Morisaki, auf blogs.taz.de, abgerufen am 6. August 2026

Übersetzungen Im Jahr 2023 erschien das Buch parallel in englischer und in deutscher Sprache. Die englische Fassung wurde von Eric Ozawa übersetzt und erschien bei Harper Perennial. Die deutsche Übersetzung erschien im Insel Verlag, übersetzt von Ute Enders. Der Verlag editierte es als Bücherliebe 1, dem 2025 mit Die Abende in der Buchhandlung Morisaki ein zweites Werk des Autors als Bücherliebe 2 folgte.Satoshi Yagisawa: Die Abende in der Buchhandlung Morisaki. Aus dem Japanischen von Ulrike Scheurer. Insel Verlag, Berlin 2024. ISBN 978-3-45864-451-4.

Die deutsche Übersetzung wurde außerdem im Kindle-Format verlegt und im Insel Audio von Julia Preuss als Hörbuch gesprochen.

Rezeption Mit dem Titel Ankerplatz im Antiquariat ordnet Irmela Hijiya-Kirschnereit in der Frankfurter Rundschau das Buch als gelungene Wohlfühlliteratur ein. Die Geschichte sei in schlichter Sprache erzählt, mit einem sanften, leicht melancholischen Ton, der gut zu den ruhigen, wenig auffälligen Protagonisten des Buches passe. Sie lobt insbesondere auch die Übersetzung als sprachlich klug und experimentierfreudig.Irmela Hijiya-Kirschnereit: Ankerplatz im Antiquariat FAZ vom 24. Mai 2023. Abgerufen am 3. August 2026.Besprechung im Perlentaucher. Abgerufen am 3. August 2026.

Die Japanologin Lisette Gebhardt hingegen kritisiert die Übersetzung als „beklagenswert fern jeder literarischen Anmutung“ und bezeichnet sie als „seicht“ und von „abgegriffenen Wendungen“ durchzogen.

Die TAZ beschreibt das Buch als eine Liebeserklärung an das Bücherviertel Jimbōchō. Es sei ein „schnörkellos schön geschriebenes Buch“, das sich auf das Innenleben der Charaktere konzentriere und dennoch immer wieder für Überraschungen sorge.Rezension TAZ vom 14. Januar 2026. Abgerufen am 3. August 2026.

Ein Jahr nach Erscheinen des ersten Teils des Buches erschien eine Verfilmung der Regisseurin Asako Hyūga.

Einzelnachweise

Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Japan)