In die Berg bin i gern (bairisch-österreichischer Dialekt für In den Bergen bin ich gern) ist ein Kärntnerlied, das ein „weithin bekanntes“ Volkslied ist. Die erste Strophe wird oft in Bezug auf das Leben auf einer Alm zitiert. Das Thema von In di Berg bin i gern – die Sehnsucht nach den Bergen im Frühling und das Denken an „sein Liebchen“ dabei ist das Thema „unzähliger Lieder im Alpenraum“.

Musik und Text In die Berg bin i’ gern und da gfreut si mei Gmüat. Wo die Almröserln Als „Almrose“ werden die beiden im Alpenraum heimischen Rhododendren Rostblättrige Alpenrose (Rhododendron ferrugineum) und Bewimperte Alpenrose (Rhododendron hirsutum) bezeichnet. wachs’n und der Enzian blüaht.

Und der Schnee geht bald weg und es wird wieder scheen. Und hiazt wer i bald wieda auf die Alm aufi gehn.

Mei Freid san die Küah und die Berg und die Bam. Ja dort auf der Alma ist der Frieden daham.

Alternative dritte Strophe: Wo i geh, wo i steh, denk i ållweil an di. Wirst wohldu, wånn i fort geh, amål denkn an mi.

Entstehung Laut Angaben im Buch Volksmusik in Niederösterreich. Pielachtal wurde der Text der ersten Strophe 1881 und das gesamte Lied erstmals 1891 in Kärnten veröffentlicht. Eine erneute Veröffentlichung mit einer neuen Melodie sei 1893 geschehen, diese Melodie ist mit dem Volkslied Wo i geh, wo i steh ident. Große Verbreitung fand In di Berg bin i gern durch die Musikpädagogik an den österreichischen Schulen.

Doch schon 1876 wird der Liedtext in der Zeitschrift Die Heimat zitiert. In diesem Artikel heißt es über das Lied, es werde gesungen vom „kärntnerischen Bergerbua, wenn die Zeit zum Auftrieb auf die Alm herannaht“. Eine ähnliche Aussage über den „kärntnerischen Bergerbua“ findet sich 1882 im Buch Cultur- und Lebensbilder aus Kärnten unter der Überschrift Die Almfahrt sowie 1888 in der Zeitschrift Carinthia.

Auch findet sich In di Berg bin i gern in der 1877 erschienenen Liedsammlung Fünfhundert Schnadahüpfl’n, Oberlandler- und neueste Volks-Liadln, Oesterreicher-G’sangln und Walzer

Im 1884 erschienenen Buch Almrausch – Almliada aus Steiermark wird das Lied dem Murtal (geographisch getrennt in Oberes Murtal und Mittleres Murtal) zugeordnet. Im imbselben Jahr erschienenen Buch Aus der kärntischen Alpenwelt wird das Besingen der Berge in Kärnten wie folgt beschrieben: „In unserem Alpensohne vereint sich so viel Lebens-, Liebes- und Sangeslust, dass sie oft unbändig nach einem Ausrufe sucht. Besonders sind es die geliebten Alpen, die in kurzen, kernigen Liedern gefeiert werden.“ Danach ist in diesem Buch der Text des Lieds In die Berg bin i gern als Beispiel angeführt.

Interpreten 2000: DJ Ötzi: auf dem Album Das Album 2000: Die Punkte 2002: Wiener Sängerknaben: auf dem Album Singen is ins’re Freid 2009: Die Edlseer: auf dem Album Weihnacht 2010: Huberalm-Dirndln: auf dem Album In di Berg bin i gern 2014: Gerhard Fitzinger: auf dem Album Alpenland – Heimatland, Vol. 2 2015: Kastelruther Spatzen: auf dem Album Heimat – deine Lieder 2017: Die Paldauer: auf dem Album Still

Literarische Erwähnungen Im Buch Ein Tiroler Sängerleben von Alfred Moschkau, das sich mit dem Leben des Tirolers Josef Pitzinger beschäftigt, wird der Liedtext von In di Berg bin i gern zitiert, um den Grund anzuzeigen, warum er sich, anders als vom Vater vorgesehen, nicht für eine Laufbahn als Angehöriger des Klerus entschied. Er erlernte an dessen Stelle den Beruf des Werkzeugschmieds.

Der deutsche Schriftsteller Arthur Achleitner zitierte 1893 die erste Strophe von In di Berg bin i gern in seinem Buch In der Mordau, wo er über das Leben und die Arbeit auf der Mordaualm schreibt. Seine Erzählung wurde in einigen Zeitungen abgedruckt.

Der österreichische Künstler André Heller nimmt in seiner 2009 erschienenen Erzählung Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein auf das Lied Bezug: Sein Vater habe ihn unter anderem bestraft, „weil ich mit der nach Salbei riechenden Hausmeisterin Erika Grünling zweistimmig In di Berg bin i gern gesungen … hatte“.

Im 2021 erschienenen Roman Feuer ins Herz von Gerald Ehegartner schreibt das Lyrische Ich über eine Nacht am Lagerfeuer: „Franziska und ich stimmten das Lied In di Berg bin i gern an.“ Andreas Kufsteiner erwähnte das Lied im selben Jahr in seinem Roman Der Bergdoktor 2103, dort werden Kinder erwähnt, die „mit der Schule beziehungsweise dem Kindergarten ein paar Lieder vortragen würden. Tessa übte ständig vor dem Spiegel: In die Berg bin i gern“.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Volkslied Kategorie:Musik (Kärnten) Kategorie:Volksmusik (Österreich)