Parfait Hakizimana (* 1988 in Bujumbura, Burundi) ist ein burundischer Para-Taekwondoin, der als Geflüchteter in Ruanda lebt. Er nahm im Refugee Paralympic Team an den Sommer-Paralympics 2020 teil.
Leben und Karriere Frühes Leben und Flucht Hakizimana wurde 1988 im Viertel Musaga in Bujumbura, der damaligen Hauptstadt von Burundi geboren. Später lebte er als Kind in einem Lager für Binnenvertriebene, als dieses im Jahr 1996 von Aufständischen angegriffen wurde. Seine Mutter starb bei dem Angriff und er selbst erlitt eine schwere Schussverletzung am linken Arm. Sein Vater, der beim Militär war, brachte ihn in ein Krankenhaus, wo er behandelt wurde und zwei Jahre lang verbrachte – sein Arm blieb jedoch gelähmt. Hakizimanas Vater starb bei einem Motorradunfall, sodass er bei anderen Familienmitgliedern weiterlebte.Je nach Quelle starb sein Vater entweder als er 11 Jahre alt war (vgl. france24.com und unhcr.org) oder als er 20 Jahre alt war (vgl. paralympic.org), aber in beiden Quellen zwischen seinem Krankenhausaufenthalt und der Flucht aus Burundi. Um seine Schwierigkeiten zu überwinden, probierte er verschiedene Sportarten aus und im Alter von 16 Jahren kam er erstmals mit Taekwondo in Berührung. Als er im Jahr 2010 seinen schwarzen Gürtel erhielt, eröffnete einen Taekwondo-Verein.
Am 13. Mai 2015 kam es zu einem Putschversuch in Burundi, da Pierre Nkurunziza eine dritte Amtszeit als Präsident gewaltsam anstrebte. Infolgedessen flohen tausende Menschen, darunter auch Hakizimana und seine Freundin, vor der Gewalt ins Nachbarland Ruanda, wo unter anderem das Flüchtlingslager Mahama eingerichtet wurde. Dort gründete Hakizimana ein Jahr später erneut einen Taekwondo-Verein, wo er täglich mehr als 100 Geflüchtete trainierte.
Wettkämpfe Im Jahr 2017 nahm Hakizimana an den Africa Para Taekwondo Championships teil, bei denen er im Viertelfinale ausschied. Im darauffolgenden Jahr belegte er beim Rwanda’s Ambassador’s Cup – einem regionalen Wettbewerb mit Teilnehmern aus acht afrikanischen Nationen – den ersten Platz im Para-Taekwondo der Männer. 2019 gewann er bei demselben Turnier die Bronzemedaille. Anfang 2021 erhielt Hakizimana mit Unterstützung der Taekwondo Humanitarian Foundation, des ruandischen Taekwondo-Verbands und des Internationalen Paralympischen Komitees Zugang zur nationalen Trainingsstätte im Stade Amahoro in der Hauptstadt Kigali, wo er mit der Cheftrainerin der ruandischen Taekwondo-Nationalmannschaft Zura Mushambokazi trainierte.
Bei den Sommer-Paralympics 2020, den ersten Paralympics mit Wettkämpfen im Para-Taekwondo, nahm Hakizimana als Teil des Refugee Paralympic Team teil, verblieb jedoch ohne Medaillengewinn. Er war der einzige Athlet bei den Spielen, der direkt aus einem Flüchtlingslager nach Japan angereist war.
Privates Hakizimana ist verheiratet und Vater einer Tochter.
Weblinks
Anmerkungen
Einzelnachweise
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