Das Amtsgericht Geestemünde war ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit in Geestemünde.

Geschichte Nach der Revolution von 1848 wurden im Königreich Hannover die Rechtsprechung von der Verwaltung getrennt und die Patrimonialgerichtsbarkeit abgeschafft.Gesetz über die Gerichtsverfassung vom 8. November 1850 () In Lehe entstand mit der Verordnung vom 7. August 1852 die Bildung der Amtsgerichte und unteren Verwaltungsbehörden betreffend so das Amtsgericht Lehe. Es umfasste das Amt Lehe.Hannoversche Gesetzgebung über Staats- und Gemeinde-Verwaltung, 1852, S. 32, 66, online

Das Amtsgericht Lehe wurde 1864 mit Wirkung zum 19. April 1865 in die Amtsgerichte Lehe und Geestemünde geteilt. Das neue Amtsgericht Geestemünde erhielt die Gebiete am linken Geesteufer, soweit sie 1859 dem Amt Lehe zugeordnet waren und Stotel-Vieland, sowie dem am rechten Ufer der Geeste gelegene Teil von Geestemünde, entsprechend anteilig die Geeste und Weser. Beim Amtsgericht Lehe verblieben die Gemeinden Lehe, Bederkesa, Alfstedt, Ankelohe, Debstedt, Drangstedt, Elmlohe, Fickmühlen, Flögeln, Großenhain, Hainmühlen, Hymendorf, Köhlen, Krempel, Kührstedt, Langen, Laven, Lintig, Marschkamp, Meckelstedt, Neuenwalde, Ringstedt, Sievern, Spaden Wanhöden, Wehden und Wremen. Rechtsgrundlage war die Verordnung vom 21. Dezember 1864Hannov. Ges.Slg. 1864, S. 579. Das Amtsgericht war dem Obergericht Verden untergeordnet.

Mit der Annexion Hannovers durch Preußen wurde es zu einem preußischen Amtsgericht in der Provinz Hannover. 1867 änderte sich der Sprengel leicht: Der Gemeindebezirk Appeln wurde dem Amtsgericht Geestemünde, der Gemeindebezirk Kirchwistedt dem Amtsgericht Bremervörde zugeteilt.Preuß. JMBl. 1867, S. 162

Sein Gerichtsbezirk umfasste ab der Neuordnung aufgrund der Reichsjustizgesetze 1879 die Gemeinden Adelstedt, Altluneberg, Apeler, Appeln, Beverstedt, Beverstedtermühlen, Bexhövede, Bramel, Brunshausen, Deelbrügge, Dohren, Donnern, Düring, Elfershude, Fleeste, Frelsdorf, Frelsdorfermühlen, Freschluneberg, Geestemünde, Geestendorf, Geestenseth, Heerstedt, Hetthorn, Heyerhöfen, Holte, Lanhausen, Lohe, Loxstedt, Meyerhof, Nesse, Nückel, Osterndorf, Schiffdorf, Sellstedt, Stinstedt, Stotel, Taben, Wachholz, Wehdel, Wehldorf, Welle, Wellen, Westerbeverstedt, Wollingst, Wulsdorf. Es war nun dem Landgericht Verden nachgeordnet.Verordnung, betreffend die Bildung der Amtsgerichtsbezirke vom 5. Juli 1879, GS Nr. 30, S. 516, Digitalisat Am Gericht bestanden 1880 drei Richterstellen. Das Amtsgericht war damit ein großes Amtsgericht im Landgerichtsbezirk. Gerichtstage wurden in Beverstedt gehalten.Carl Pfafferoth: Jahrbuch der deutschen Gerichtsverfassung. 1888, S. 411 online

Zum 1. Dezember 1912 gab das Amtsgericht Dorum die Zuständigkeit für den vor Bremerhaven gelegenen Teil des Weserstroms zwischen Bremerhaven und Imsum an das Amtsgericht Geestemünde ab.Preuß. Ges.Slg. 1912, S. 56

Vom Amtsgericht Harburg erhielt das Amtsgericht Geestemünde die besondere Zuständigkeit für die Schiffsregisterführung in den Amtsgerichtsbezirken Blumenthal, Dorum, Geestemünde, Lehe, Lesum und Lilienthal ab Juli 1883Preuß.Ges.Slg. 1883 S. 186. Zum 1. Januar 1900 kam die Seeschiffregisterführung für diese Bezirke hinzu.Preuß. JMBl. 1899, S. 755 Mit der Führung der Binnenschiffsregister für die Unterweser, soweit nicht das Amtsgericht Bremen zuständig war, sowie für Lesum, Wümme, Hamme, Hunte mit Küstenkanal unterhalb der Schleuse Oldenburg, weiter Lune, Geeste und Ochtum sowie den Geeste-Hadeln-Kanal bis zur Grenze des Landgerichtsbezirks Stade wurde das Amtsgericht Geestemünde ab 1. Oktober 1939 beauftragt.Dt. Justiz 1939 S. 1362

Am 9. Oktober 1942 wurden die drei Amtsgerichte Lehe, Geestemünde und Bremerhaven zum Amtsgericht Wesermünde (später in Amtsgericht Bremerhaven umbenannt) zusammengefasst und dem Landgericht Verden unterstellt.RGBl. I 1942, S. 589

Weblinks Behördengeschichte beim Niedersächsisches Landesarchiv (Abteilung Stade)

Einzelnachweise

Geestemunde Geestemunde Kategorie:Geestemünde Kategorie:Gerichtsgründung 1865 Kategorie:Aufgelöst 1942