mini|Pfarrhaus Bechlin (2012) Das denkmalgeschützte Pfarrhaus im Dorf und Neuruppiner Wohnplatz Bechlin ist ein „nach dem Vorbild barocker Bürgerhausarchitektur“ entworfener Putzbau, dessen Kern zwar von 1689 stammt, sein heutiges Aussehen aber einem Umbau in der Mitte des 18. Jahrhunderts verdankt.
Lage Es steht nördlich der Dorfkirche von Bechlin in der Dorfstraße 52 im Brandenburger Landkreis Ostprignitz-Ruppin.
Geschichte Im Jahr 1689 wurde ein unterkellertes Pfarrhaus erbaut, dessen Keller bis heute erhalten ist. Zwischen 1746 und 1755 erfolgte ein Umbau, der zum heutigen Aussehen führte. Bevor die Familie Karl Friedrich Schinkels, die beim Großen Brand von Neuruppin ihr Haus verloren hatte, in das Predigerwitwenhaus der Stadt zog, erhielt sie ein vorübergehendes Quartier im Bechliner Pfarrhaus. Rund 100 Jahre nach dem Umbau fand 1860 der Ausbau des Dachbodens zu zusätzlichem Wohnraum statt. Kurz nach der Wende wurden 1993 Fassade und Dach restauriert.Matthias Metzler (Bearb.): Stadt Neuruppin. (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Denkmale in Brandenburg, Band 13, Landkreis Ostprignitz-Ruppin, Teil 1.) Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 1996, ISBN 3-88462-135-1, Seite 267. Vor dem Verkauf befand sich der Gemeinderaum im Gebäude, in dem zum Winter Gottesdienste abgehalten wurden.
Beschreibung Architektur Es handelt sich um ein massives eingeschossiges Gebäude, das verputzt und durch sieben Achsen gegliedert ist. Der symmetrische Bau wird durch ein Krüppelwalmdach mit Fledermausgauben abgeschlossen. Zur Straße hin besitzt der Putz eine Bänderung, die durch die segmentbogigen Fenster und den flachen Eingangsrisalit unterbrochen wird. Der mittige Zugang erfolgt durch ein eingekehltes, korbbogiges Portal. Am Übergang zum Dach zeigt sich ein ausladendes Traufgesims. Unter dem Amtszimmer liegt der tonnengewölbte Keller aus dem Ursprungsbau.
Die Innenstruktur stammt noch aus dem 18. Jahrhundert. Ein großes Amtszimmer befindet sich auf der Straßenseite, dazu Wohn- und Esszimmer. Gegenüber sind zum Hof hin Gäste-, Wohn- und Arbeitszimmer mit Küche und Flur angeordnet.
Ausstattung Historische Ausstattungselemente datieren ins 18. Jahrhundert. Dazu gehören breite Dielungen, Paneel, Füllungstüren mit Bändern und Beschlägen. Zum Dachgeschoss führt aus dem Vorflur eine gewendelte Treppe mit Brettbalustergeländer.
Wirtschaftsgebäude Zum Hof gehören mehrere Wirtschaftsgebäude, darunter ein Stallspeicher und eine Durchfahrtsscheune, beide von 1901. Die Sichtziegelbauwerke wurden nach den Entwürfen des Baurats und Kreisbauinspektors Hans Wichgraf erbaut. Weitere Gebäude aus seiner Feder sind die Schule in Lindow und das Forsthaus mit Wirtschaftsgebäuden in Adamswalde. Zur Dorfkirche von Wallitz lieferte er den Vorentwurf.
Der lange Stallspeicher ist mehrfach geteilt in einzelne Ställe für Schweine, Pferde mit Futtergängen und besitzt darüber hinaus eine Knechtskammer, Waschküche sowie einen Keller. Das mit einem Drempel versehene Dach besitzt mit Luken ausgestattete Dacherker.
Auf der linken Seite der Durchfahrtsscheune befinden sich eine Baukammer und ein Geräteraum, rechts eine Remise. Durchbrochen wird sie vom breiten Segmentbogentor. Obenauf sitzt ein Satteldach.
Literatur Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Begründet vom Tag für Denkmalpflege 1900, Fortgeführt von Ernst Gall, Neubearbeitung besorgt durch die Dehio-Vereinigung und die Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch: Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum. Brandenburg: bearbeitet von Gerhard Vinken und anderen, durchgesehen von Barbara Rimpel. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2012, ISBN 978-3-422-03123-4, S. 59. Matthias Metzler (Bearb.): Stadt Neuruppin. (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Denkmale in Brandenburg, Band 13, Landkreis Ostprignitz-Ruppin, Teil 1.) Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 1996, ISBN 3-88462-135-1, Seite 267.
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Einzelnachweise
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