mini|Barmbeck 1820 mini|Barmbeker Flurkarte 1867 Barmbek [], Schreibweise bis zum 27. September 1946 Barmbeck [ˈbaʁmbeːk], war ein Dorf im Nordosten Hamburgs, von 1874 bis 1894 Vorort und bis 1951 Stadtteil. Seit 1951 gliedert sich das Gebiet in die Stadtteile Barmbek-Nord, Barmbek-Süd und Dulsberg.

Grenzen Wie bei vielen Dörfern waren die genauen Abgrenzungen zu den Nachbarorten ursprünglich nicht genau festgelegt. Lediglich zum auch dem Hospital zum Heiligen Geist gehörenden Eilbek bestand mit dem Unterlauf der Wandse, hier Eilbek genannt, eine natürliche Grenze. Die Grenze nach Hinschenfelde wurde am 14. Juli 1365 in einem Vergleich zwischen dem Hospital als Grundherr Barmbeks und den Eigentümern Hinschenfeldes, den Brüdern Henneke und Emeke von Strutz dergestalt festgelegt, „dat de helffte des Moeres, de dar geiht an das Barnebeker Felt, und dat holdt, dat de Kyfhorn geheeten is, vorschrefen, de scholen blifen ewiglick by dem Dorpe Barnebeke und by dem Huse des hilligen Geistes tho Hamborch“.Hans Dreckmann, Die Urkunde vom 14. Juli 1365. In: Hans Dreckmann, Henny Wiepking, Walter Lüdemann: Barmbek. Vom Dorf zur Großstadt. Ein Heimatbuch. Dammtor-Verlag, Hamburg 1965, Seiten 15 f. Die Straße Kiefhörn ist bis heute die Grenze von Dulsberg nach Wandsbek.

Nach Winterhude hin wurde die Dorfgrenze erstmals 1726 zwischen den Bauern beider Dörfer vereinbart. Sie verlief damals im Ostteil des heutigen Stadtparks. Mit Anlage der Bahn-Trasse Anfang des 20. Jahrhunderts wurde diese im Norden zur Stadtteilgrenze, während südlich der Hellbrookstraße bis zur Osterbek nunmehr die Saarlandstraße die Grenze bildet. Die Grenzen nach Alsterdorf, Steilshoop und Bramfeld wurden 1773 festgelegt, wobei im Zuge des späteren Baues des Krankenhauses noch ein kleines Stück Alsterdorfer Gemarkung an Barmbek fiel.Hans Dreckmann, Von den Grenzen. In: Hans Dreckmann, Henny Wiepking, Walter Lüdemann: Barmbek. Vom Dorf zur Großstadt. Ein Heimatbuch. Dammtor-Verlag, Hamburg 1965, Seiten 18 ff.

Die lange umstrittene Grenze zwischen Barmbek und Uhlenhorst war 1744 durch eine Vereinbarung zwischen dem Hospital zum Heiligen Geist als Barmbeker Grundherren und dem Hamburger Rath auf die Westseite der heutigen Bachstraße festgelegt worden. Der zu diesem Zweck ausgehobene Graben wurde jedoch von den Barmbekern, die ihr Vieh auch weiterhin jenseits dieser Grenze weiden lassen wollten, wieder zugeworfen. Sie setzte sich jedoch schlussendlich durch.Henny Wiepking, 400 Jahre Uhlenhorst, Verlag des Uhlenhorster Bürgervereins, Hamburg 1958, Seiten 4 ff. Während der NS-Zeit, als das gesamte Gebiet bereits bebaut war, wurde die Grenze an den Winterhuder Weg verlegt, wo sie sich auch heute noch befindet.

Mit Wirkung zum 11. Mai 1951 wurden durch das Gesetz über die Bezirksverwaltung in der Freien und Hansestadt Hamburg (1949) die damaligen Bezirke Barmbeck-Südwest und -Südost anders aufgeteilt und es entstanden die Stadtteile Barmbek-Süd und Dulsberg.

Geschichte Barmbek wurde am 8. September 1271 als Bernebeke erstmals urkundlich erwähnt, als der Bremer Erzbischof Hildebold von Wunstorf dem Hamburger Domkapitel den halben Besitz an einer Hufe im Dorf bestätigte.Hans Dreckmann, Die ältesten Urkunden. In: Hans Dreckmann, Henny Wiepking, Walter Lüdemann: Barmbek. Vom Dorf zur Großstadt. Ein Heimatbuch. Dammtor-Verlag, Hamburg 1965, Seiten 13 ff. Die Besiedlung der Gegend ist aber erheblich älter, wie ehemals auf der Rönnheide befindliche Grabhügel beweisen. Ein Fund von 1927 belegt, dass germanische Siedler um 800 vor Christus in Barmbek Weizen anbauten.Henny Wiepking, Vorgeschichtliche Funde auf Barmbeks Feldmark. In: Hans Dreckmann, Henny Wiepking, Walter Lüdemann: Barmbek. Vom Dorf zur Großstadt. Ein Heimatbuch. Dammtor-Verlag, Hamburg 1965, Seiten 11 f. Der Name Barmbek leitete sich von dem Flüsschen Bernebeke ab, der heutigen Osterbek. Bereits um 1350 besaß das Hospital zum Heiligen Geist die Rechte an sieben bis acht Hufen im Dorfe. Durch Vertrag vom 28. März 1355 kaufte das Hospital auch die übrigen Ländereien und Rechte Barmbeks und des benachbarten Eilbeks vom in finanzielle Not geratenen Grafen von Holstein für 150 Mark Silber. Dulsberger Gemarkungen wurden in der Urkunde vom 14. Juli 1365 erstmals urkundlich erwähnt, wonach unter anderem das Gehölz „Kyfhorn“ (dort, wo sich heute die Straße Kiefhörn befindet) „scholen bliefen ewiglick by dem Dorpe Barnebeke und by dem Huse des hilligen Geistes tho Hamborch“ (siehe oben unter Grenzen).

Barmbek war damals ein typisches nordelbisches Dorf mit zunächst zehn und schließlich zwölf Hufen sowie acht Kätnerstellen. Das von den Hufnern bewirtschaftete Land bestand aus verschiedenen urbar gemachten Gewannen, die jeweils in einzelne langgestreckte Felder aufgeteilt wurden. Aus der Tatsache, dass die beiden ältesten Gewanne rund um das Dorf auf dem Redder sowie auch die Gewanne „Stüff“, „Achter in Stiegen“ und „Hagelsteins Kamp“ im Umfeld der heutigen Von-Essen-Straße und „Up dem Uhlen Kamp“, „Spillstücken“ und „Lütje Uhlen Kamp“ jeweils in zehn Felder aufgeteilt wurden, kann geschlossen werden, dass es zunächst zehn Hufner gab. Die zweitjüngste Hufe (spätere Nr. 11Soweit die Hufen in diesem Artikel benummert sind, folgt die Zählung dem Landbuch von Jacob Ramborger aus dem Jahr 1767, die später auch von anderen Autoren übernommen wurde. Die vom damals amtierenden Bauernvogt Johann Hinsch bewirtschaftete Hufe wird als 1. Hufe bezeichnet, die weiteren Nummern folgen der Lage rund um den Dorfplatz im Uhrzeigersinn.) erscheint erstmals bei den im späten 14. und frühen 15. Jahrhundert urbar gemachten Gewannen nördlich der Osterbek. Bei den jüngsten Gewannen wird das Land dann unter zwölf Hufen (wobei die jüngste Hufe die spätere Nr. 4 ist, die zunächst über weniger Land verfügte, als die anderen Hufen) verteilt. Es wird davon ausgegangen, dass diese 4. Hufe zwischen der Mitte des 14. Jahrhunderts und dem beginnenden 16. Jahrhundert entstand, als das Dorf Hartzloh nach einem Pestausbruch aufgegeben werden musste und die einzig überlebende Bauernfamilie Herkensee (später Harckensee) nach Barmbek zog und dort direkt neben der 5. Hofstelle, die von einem Verwandten bewirtschaftet wurde, einen neuen Hof errichtete.Die Eigentümer der Barmbeker Bauernhöfe und der Verbleib des Hufenlandes. In: Hans Dreckmann, Henny Wiepking, Walter Lüdemann: Barmbek. Vom Dorf zur Großstadt. Ein Heimatbuch. Dammtor-Verlag, Hamburg 1965, Seiten 39 ff. Viele Gewanne trugen Bezeichnungen, die sich heute noch in Straßennamen wiederfinden: Neben dem oben genannten „Up den Uhlen Kamp“ (= Eulenkamp) z. B. auch „Up den Imhof“ (= Immenhof), „Pennbusch“ (= Pfenningsbusch) und „Diellau“ (= Tieloh). Im 16. Jahrhundert entstanden dann die acht Kätnerstellen, die Ackerland außerhalb der Gewanne jenseits der Oberaltenallee zwischen dem Lerchenfeld und etwa der heutigen Marschnerstraße erhielten. Bei der Verteilung von Ellernholz (heute Winterhude und Teil des dortigen Stadtparks), der Lohkoppeln an der Osterbek und der Rönnheidkoppeln ab 1752 erhielten sowohl die Hufner als auch die Kätner Anteile, wobei den Kätnern jeweils halb soviel Land zugesprochen wurde wie den Hufnern.Hans Dreckmann, Die Aufteilung der Feldmark mit Benennung der Flurnamen in der ältesten Schreibweise, In: Hans Dreckmann, Henny Wiepking, Walter Lüdemann: Barmbek. Vom Dorf zur Großstadt. Ein Heimatbuch. Dammtor-Verlag, Hamburg 1965, Seiten 31 ff.

Die Verkoppelung der alten Gewanne begann Ende der 1760er Jahre, wurde aber nie vollständig durchgeführt. Vollständig verkoppelt wurden die Gewanne auf der Alten Wöhr, der Rade und dem Mesterkamp. Auch der zum Dorfkern hin gelegene Teil des Lämmersieths, die alten Teile des Dulsberggeländes an der heutigen Krausestraße und das Gewann „Up den Stiegen“ (zwischen Hamburger Straße und der späteren von Essenschen Vogelweide gelegen) wurde verkoppelt. Auf dem „Olen Enn“ (der früheren Grenze zum untergegangenen Dorf Hartzloh, an das die gleichnamige Straße erinnert), dem Heidhörn und an Teilen des Rübenkamps fanden ebenfalls Umlegungen statt. Vom Land der Kätner wurden der Imhof südlich der heutigen Stückenstraße und der Kätnerkamp zu ihren Gunsten verkoppelt. Bei weiteren Gewannen scheiterte die Zusammenlegung, weil ein Jahrzehnte dauernder Erbrechtsstreit um die 5. Hufe, die zuvor der Familie Harckensee gehört hatte, entstanden war, der eine Einbeziehung der häufig mitten in den Gewannen liegenden Felder dieses Hofes unmöglich machte.Zum Rechtsstreit siehe im Einzelnen: Hans Dreckmann, Zwei schwierige Hofübergänge, In: Hans Dreckmann, Henny Wiepking, Walter Lüdemann: Barmbek. Vom Dorf zur Großstadt. Ein Heimatbuch. Dammtor-Verlag, Hamburg 1965, Seiten 84 ff. So blieben zum Beispiel zwölf Gewanne vom Dulsberg bis zur Steilshooper Straße unverkoppelt. Später haben einzelne Bauern durch internen Landtausch zum Beispiel am südwestlichen Langenfort, auf dem Stellbergterrain sowie im 19. Jahrhundert auch in der nördlichen und östlichen Feldmark produktivere Ackerflächen für ihre Höfe erreicht.Hans Dreckmann, Die Verkoppelung. In: Hans Dreckmann, Henny Wiepking, Walter Lüdemann: Barmbek. Vom Dorf zur Großstadt. Ein Heimatbuch. Dammtor-Verlag, Hamburg 1965, Seiten 34 f. Ab 1784 wurden große Teile der Gemeinweide an die Vollhufner und die nunmehr als Halbhufner bezeichneten Kätner verteilt. Hier wurde darauf geachtet, dass nunmehr hinreichend große Stücke entstanden, so dass jeder Landwirt sich eine große Kuhweide anlegen konnte. Der Großteil der Weiden entstand auf den Ellerholzweiden und im Wischof. Aber auch südlich der Alten Wöhr (10. Hufe), an der Bramfelder Straße auf dem Gelände der heutigen Schiffsbauversuchsanstalt (2. Hufe) bzw. der Techniker Krankenkasse (11. Hufe) und später an der Habichtstraße, wo sich heute die Köster-Stiftung befindet, (12. Hufe) wurden Weiden angelegt.Hans Dreckmann, Aufteilung der Gemeinweide. In: Hans Dreckmann, Henny Wiepking, Walter Lüdemann: Barmbek. Vom Dorf zur Großstadt. Ein Heimatbuch. Dammtor-Verlag, Hamburg 1965, Seite 38.

Während der Zugehörigkeit Hamburgs zum französischen Kaiserreich (1811–1814) war Barmbek eine Mairie, zu der auch Eilbeck, Hohenfelde, Lübschenbaum, Uhlenhorst, Schürbek, Mundsburg, Kuhmühle und Schlachterhof gehörten. Anschließend konnte das Hospital bis 1830 die Landesherrschaft über Barmbek erhalten. Erst dann ging sie auf Hamburg über. Bis in das 19. Jahrhundert waren die Höfe der zwölf Hufner rund um den alten Dorfplatz an der Hufnerstraße gruppiert. Lediglich die Hufe 5 befand sich seit dem Brand von 1578 wenige Meter entfernt vom Dorfplatz am Markt. Zweihundert Jahre später folgte die 11. Hufe, die ebenfalls nach einem Brand auf das Gelände des heutigen Bahnhofes Dehnhaide an den Markt verlegt wurde. Als erster Hufner verlegte Johann Hinrich Harckensee 1840 die 4. Hufe aus dem Dorfkern in den Barmbeker Norden an die Bramfelder Straße 43, ungefähr dorthin, wo sich heute die Rettungswache des DRK befindet. Ihm folgte 1880 Otto Deseniß, der in eine Villa an der Bramfelder Straße 15 (etwa in Höhe der Straße Flachsland) zog, wo er auch eine Gärtnerei betrieb. Das alte Bauernhaus der 9. Hufe von 1627 verkaufte er, es brannte aber bereits 1884 ab. 1890 verlegt Heinrich Dreckmann seinen Hof, die 12. Hufe, vom alten Dorfplatz an die Grenze nach Bramfeld, wo er nördlich der heutigen Habichtstraße (damals noch Weg Nr. 207) auf den Hellbrookweiden den „Habichtshof“ errichtete, der – durch Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg verstümmelt – noch bis 2008 dort stand. Bereits seit 1883, als Heinrichs Vater Jochim Hinrich Dreckmann noch den Hof im Dorfkern bewirtschaftete, hatte Heinrich Dreckmann auf den Hellbrookweiden ein Gartenhaus errichtet, in dem er mit seiner Frau und ab 1884 dem erstgeborenen Sohn Hans Dreckmann wohnte.Johann Delekta, Habichthof – Eine Perle in der Krone der Familie Dreckmann, in: Der Barmbeker. Mitteilungsblatt für Barmbek • Bezirk Nord und Hamburg, Heft 9/2010, Seite 14 ff.