mini|Kreuzkirche, Ansicht von Südosten (2013) Die Kreuzkirche ist eine 1960–1962 erbaute evangelisch-lutherische Kirche in der Südstadt der südniedersächsischen Universitätsstadt Göttingen (Immanuel-Kant-Straße 46). Seit 2025 gehört die Kreuzkirchengemeinde zum Kirchengemeindeverband „Region Gleichen/Göttingen-Süd“ im Sprengel Hildesheim-Göttingen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.
Geschichte Der Bau der Göttinger Kreuzkirche entstand nach einem 1954 stattgefundenen Architektenwettbewerb, aus dem als Gewinner der Göttinger Architekt Diez Brandi hervorging. Die Wettbewerbsaufgabe umfasste ein großes Gesamtprojekt, zu dem an der Nordwestseite des neuen Quartiers (Ecke Königsberger Straße) ein neues evangelisches Gemeindezentrum sowie die beiden südlich und westlich benachbarten Schulen (Immanuel-Kant-Straße 44A, 44B) gehörten. Der Bedarf an Schulen und Kirchenzentrum reagierte auf die nach dem Zweiten Weltkrieg auch in der Göttinger Südstadt expandierenden neuen Wohngebiete. Die städtischen Schulen entstanden 1955–1956 und zeitversetzt das Kirchenzentrum in den Jahren 1957–1962, beginnend 1957–1958 mit dem Pfarrhaus und Küsterhaus. Abschließend erfolgten 1960–1962 der Bau der Kirche und des Gemeindesaals. Die Einweihung der Kirche fand am 4. November 1962 statt.Marina Neubert: 25 Jahre Kreuzkirche. In: Göttinger Jahresblätter, Jg. 11, 1988, S. 69–76, hier S. 70. Erst am 1. Januar 1963 wurde die neue Gemeinde gegründet. Drei Jahre später wurde am 12. November 1965 die von Rudolf Janke (Bovenden) erbaute Orgel eingeweiht. mini|Ansicht von Norden (2021) 1988 hatte die Kirchengemeinde 7500 Mitglieder,Marina Neubert: 25 Jahre Kreuzkirche. In: Göttinger Jahresblätter, Jg. 11, 1988, S. 69–76, hier S. 76. gegenwärtig (Stand Juli 2026) sind es nach Eigendarstellung 2800 Gemeindeglieder.
Architektur mini|Innenraum mir Orgel (2007) Die Kreuzkirche stellt den Schwerpunkt des um 1960 errichteten Kirchengemeindezentrums dar und bildet zugleich mit ihrem Kirchturm eine städtebauliche Dominante in der Südstadt. Der rechteckige Grundriss birgt einen breiten Saal unter einem quer liegenden Satteldach ohne Dachüberstände mit Erschließung vom westlichen Vorhof aus. Die Stahlbetonkonstruktion ist außen mit Sandsteinmauerwerk verblendet. Die von Brandi entworfenen vier Fassaden zeigen unterschiedliche Erscheinungsbilder: Die weitgehend geschlossene Ostfassade zur Königsberger Straße hin wird von einem großen von Ulrich Oelßner entworfenen Rundfenster dominiert. Die beiden Fassaden nach Norden und Süden werden durch vom Architekten selbst entworfene gleichartige, gebäudehohe Rastermaßwerke aus Sandstein dominiert, die mit Rundbogenformen und angedeuteten drei Golgathakreuzen versehen sind, wogegen die westliche Eingangsfassade vollständig aus einem Betonmaßwerk mit Rechteckrastern und Fenstern besteht, das ursprünglich ebenfalls von Ulrich Oelßner entworfen wurde. Der an die Südwestecke angefügte hohe Glockenturm ist eine (nachträglich mit Platten verkleidete) Stahlbetonskelettkonstruktion, die oben vertikale Schallöffnungen zeigt und von einem gegenüber dem Hauptdach gedrehten Satteldach bekrönt wird. An der Südostecke ist eine niedrige Sakristei angebaut.
Kirchenraum und Ausstattung Das Innere der Kirche betritt man durch eine mit Emaille verzierte zweiflügelige Tür und einen Windfang, an den sich zunächst eine breite Vorhalle unter der tiefen Westempore anschließt, die ursprünglich zum Kirchenraum geöffnet war. Der fast quadratische Innenraum der Kirche wird gestalterisch von einer Innenschale rotbraunen Ziegelmauerwerks geprägt sowie einem eingestellten, bis unter die schräge Decke reichenden Stahlbetongerüst, dessen Stützen von den Raumecken eingerückt sind, so dass die Konstruktion wie ein Baldachin wirkt, der den Gemeinderaum umfängt. Das außen auffällige Ost-Rundfenster ist im Inneren durch eine vorgestellte Wandscheibe verdeckt, die den Altar- und Kanzelraum nur indirekt beleuchtet. Die Wand ist Träger eines monumentalen barocken Holzkruzifixes, einem Geschenk der Erben von Herman Nohl, nach dem auch die angrenzende Schule benannt ist. Die Prinzipalstücke Altar, Ambo und Taufe stehen nicht erhöht, sondern auf dem Gemeindeboden zusammen mit den Kirchenbänken. Im Westen wird der Kirchenraum durch eine tiefe Empore erweitert, auf der in der Südecke die Orgel steht.
Die beiden Bronzeglocken im Kirchturm stammen aus der Glockengießerei Kurtz in Stuttgart.
Literatur
Wilhelm Rautenberg: Die Kirchenbauten in Südhannover. In: Südhannoverscher Heimatkalender, Jg. 1966, S. 70–76, hier S. 73 f. Marina Neubert: 25 Jahre Kreuzkirche. In: Göttinger Jahresblätter, Jg. 11, 1988, S. 69–76. S.B. (= Sophia Bornhagen): Kreuzkirche. In: Christian Freigang (Hrsg.): Diez Brandi – Ein Göttinger Architekt zwischen Tradition und Moderne. Verlag Göttinger Tageblatt, Göttingen 2002, S. 58–60.
Weblinks
Website der Kreuzkirchengemeinde Göttingen Göttingen, Kreuz, auf kirchengemeinelexikon.de Kreuzkirche Göttingen, im Denkmalatlas Niedersachsen (Datensatz des Ensembles, mit vier verlinkten Einzelobjekten, einschließlich Kirche)
Einzelnachweise
Kreuzkirche Kategorie:Kreuzkirche Kreuzkirche Kreuzkirche Kategorie:Erbaut in den 1960er Jahren Kategorie:Kirchengebäude der Moderne Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Kirchengebäude des Kirchenkreises Göttingen-Münden