mini|220x220px|Nataliya Kosmyna Nataliya Kosmyna (* 1990 in Saporischschja, Ukraine) ist eine ukrainisch-französische Informatikerin, Forscherin und gründete das Start-up Braini und ist bekannt für die Arbeit an der Schnittstelle zwischen menschlichem Gehirn und Computer.
Leben Nataliya Kosmyna erhielt den ersten Computer mit 6 Jahren und interessierte sich ab der Kindheit als Tochter einer Neurologin und angestoßen durch den Film Matrix, den sie 27 Mal ab dem Jahr 1999 ansah, für neurologische Themen. Sie bestand das Abitur mit 15 Jahren.
Kosmyna zog ohne Fremdsprachenkenntnisse dank eines Stipendiums nach Frankreich, studierte ab 2010 an der Universität Grenoble-Alpes und schloss 2012 mit dem Master of Sciences and Artificial Intelligence ab.
Sie erwarb nach weiterem Studien den Doktorgrad über nicht-invasive Gehirn-Computer-Schnittstellen (Brain-Computer Interfaces, BCIs) im Jahr 2015.
Nach der Promotion arbeitete sie bis 2017 am Nationalen Forschungsinstitut für Informatik und Automatisierungstechnik am Inria-Institut in Rennes, Frankreich und seither am MIT Media Labor, wo sie bearbeitet, wie EEG-Hauben Menschen unterstützen, die Handlungen nicht selbst vollbringen können. Ein weiteres Projekt ihrer Mitarbeit am MIT ist die Integrated Learning5 Initiative für den Selbstwert und die Schulleistung von Schulkindern. Durch eine Studie mit dem Titel Your Brain on ChatGPT im Jahr 2025 wurde der Begriff der kognitiven Schuld erforscht. Kosmynas Forschungsprodukte wurden in den Jahren 2015 bis 2025 an 17.000 Personen getestet.
Ab 2018 gründete sie das Start-up Braini, um Menschen bezüglich der künstlichen Intelligenz zu beraten, die EEG-Hauben-Lösung für Menschen ohne wissenschaftliche Vorbildung nutz- und bezahlbar zu machen und als Schnittstelle zwischen Wissenschaftlern und Personen mit Einschränkungen zu fungieren.
Im Jahr 2025 war Kosmyna für die UNESCO tätig und wirkte bei der Empfehlung zur Ethik der Neurotechnologie mit, die im November auf der 43. Sitzung der Generalkonferenz verabschiedet wurde und bei der schädliche Auswirkungen der intensiven Nutzung generativer KI-Werkzeuge wie Large Language Models im Vorfeld untersucht worden waren. Sie ist weiterhin Mitglied der beratenden Expertengruppe für diesen Bereich und für das Thema Neurotechnologie und Kinder.
Die Forscherin hält Vorträge, ist Autorin zahlreicher Forschungsarbeiten und Gutachterin für Fachzeitschriften und Konferenzen. Sie ist zusätzlich Mitglied des Programmkomitees bei Konferenzen und Fachzeitschriften wie Nature Scientific Reports oder Frontiers in Human Neuroscience und arbeitet mit Teams von Microsoft Research und der NASA zusammen. Über ihre Arbeit wurde in mehr als 500 Fernsehbeiträgen, Radiosendungen und anderen Nachrichtenmedien weltweit berichtet, darunter, unter anderem, in The New York Times, Nature, The Guardian, The Wall Street Journal, France Culture, Le Figaro.
Forschungsschwerpunkte Die Forscherin arbeitet an der Rekonstruktion mentaler Bilder und an Messungen von Engagement, Erschöpfung oder Verwirrung einer Person. Sie sucht nach Möglichkeiten der Kommunikation zwischen Menschen mit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), minimal-verbalem autistischem Spektrum (mvASD) bzw. anderen Krankheiten und Familienmitgliedern oder Pflegekräften. Sie will das Steuern von Robotern durch diese Personen über einen mit Bluetooth verbundenen Elektroden-Helm ermöglichen. Sie arbeitet daran, die tatsächlichen Kosten der Nutzung dieser Werkzeuge besser zu verstehen und versucht, sie trotz der Kosten für Menschen gewinnbringend einzusetzen.
Positionen Kosmyna hält eine Kooperationen zwischen künstlicher Intelligenz und menschlicher Intelligenz, der Verschmelzung einer Maschine mit einem menschlichen Gehirn, für möglich und wünschenswert, weshalb sie ihre Bildwerke künstlerisch bearbeitet an Arbeitsplätzen, in Krankenhäusern und weiteren Orten ausstellt. Sie sieht Unterschiede, wenn man ab dem Kindesalter eine Wachstumsmentalität fördert und nutzt ihre Kunstprojekte für die Präsenz in Klassenzimmern, wünscht sich aber einen intelligenten, auf wissenschaftlichen Untersuchungen basierenden Umgang mit künstlicher Intelligenz ab dem Kindesalter und im Bildungsbereich.
Die Forscherin hält es für wahrscheinlich und wünschenswert, dass um die 2025er Implantate in Menschengehirnen zu realen Handlungen, wie das Bewegen von Stühlen oder das Bedienen von Kaffeemaschinen für den Morgenkaffee, durch reines Imaginieren dieser Aktionen führen und dass Menschen so unabhängig von ihren körperlichen Fähigkeiten werden.
Auszeichnungen
2010: Doktorandenstipendium der französischen Botschaft
2016: L’Oréal-UNESCO-Preis für Frauen in der Wissenschaft 2017: Auszeichnung für „Innovators Under 35“ als eines der 10 besten französischen Talente durch das MIT
Schriften (Auswahl)
(Zusammen mit Utkarsh Sarawgi und Pattie Maes:) AttentivU: Evaluating the Feasibility of Biofeedback Glasses to Monitor and Improve Attention. In: Proceedings of the 2018 ACM International Joint Conference and 2018 International Symposium on Pervasive and Ubiquitous Computing and Wearable Computers (UbiComp '18). ACM, New York 2018, S. 999–1005, DOI:10.1145/3267305.3274124 (Zusammen mit Caitlin Morris, Thanh Nguyenet al.:) AttentivU: Designing EEG and EOG Compatible Glasses for Physiological Sensing and Feedback in the Car. In: Proceedings of the 11th International Conference on Automotive User Interfaces and Interactive Vehicular Applications (AutomotiveUI '19). ACM, New York 2019, S. 355–368. (Zusammen mit M. Pecukonis, P. Hickey Townsend et al.:) Fine motor skills predict expressive, but not receptive, language abilities in minimally verbal autistic adults. In: Front. Language Science 4:1619744. 2025, doi:10.3389/flang.2025.1619744. (Zusammen mit Ninon Lizé Masclef, Taisija Demcenko und Antonella Catanzaro:) Dual-Stream EEG Decoding for 3D Visual Perception. In: Proceedings of NeurReps 2025. (Zusammen mit Haojun Zhuang, Dünya Baradari et al.:) Detecting Reading-Induced Confusion Using EEG and Eye Tracking. In: arXiv:2508.14442, 2025.
Weblinks
Homepage von Brain.io Vortrag von Nataliya Kosmyna über die Schnittstelle von Gehirn und Computer Körber-Stiftung 2024, 20:22 Min. (englisch)
Einzelnachweise
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