mini|Klosterkomplex der Sieben Kirchen. Die Ruinen eines Bauwerks der Anlage Der Klosterkomplex der Sieben Kirchen oder Klosterkomplex „Yeddi Kilsə“ (aserbaidschanisch Yeddi Kilsə monastır kompleksi) ist eine aus mehreren Sakralbauten bestehende architektonische Anlage unweit der Ortschaft Ləkit der Provinz Qax im Nordwesten Aserbaidschans. Sie stammt aus der Zeit des Kaukasischen Albaniens (Vorgängerstaat des heutigen Aserbaidschans) und liegt ca. 15. Kilometer nordwestlich der Provinzhauptstadt Qax.

Geschichte und Architektur Zur Geschichte der Anlage liegen nur wenige gesicherte Informationen vor. Es wird jedoch vermutet, dass sie Ende des 5. bzw. Anfang des 6. Jahrhunderts während der Herrschaft des albanischen Königs Watschagan III. errichtet wurde, einer Zeit, in der das Christentum im Kaukasischen Albanien seine Blüte erlebte. Die Tempelanlage gilt als die größte ihrer Art am linken Ufer des Kura-Flusses. Archäologischen Untersuchungen zufolge lässt sich die ursprüngliche Bauphase des Tempels mit seinem säulengetragenen Innenraum und dem von drei halbkreisförmigen Apsiden geprägten Altarbereich in das 5.–6. Jahrhundert datieren. Eine zweite Bauphase wird in das 7.–8. Jahrhundert, eine dritte in das 11.–12. Jahrhundert eingeordnet. Der Orientalist Alexander Chachanow, ein Forscher der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, äußerte in seinem Reisebericht über den Kaukasus die Vermutung, dass Ləkit aufgrund der zahlreichen Ruinen architektonischer Anlagen möglicherweise ein bedeutendes Zentrum des Bistums der albanischen Kirche gewesen sein könnte.

„Yeddi Kilsə“ bedeutet auf Aserbaidschanisch Sieben Kirchen. Doch der Komplex umfasst insgesamt neun Baudenkmäler, darunter sieben Kirchen sowie die an sie angrenzenden Gebäude für die Unterbringung von Mönchen und Gästen, einen Glockenturm, einen hohen Wachturm und die zur Sicherung des Komplexes errichteten mächtigen Schutzmauern. Unter den Kirchen des Komplexes hebt sich nur die Hauptkirche durch ihre größere Ausmaße hervor; sie ist dreischiffig gestaltet. Die anderen sechs Kirchen sind kleinere einschiffige Bauten.

Alle Bauten der Klosteranlage, einschließlich der Hauptkirche, wurden in Basilikaform ausgeführt und aus einer Mischung von Fluss- und Kalksteinen unter Verwendung von Kalkmörtel errichtet und mit sorgfältig behauenen Steinen verkleidet. Die Innenräume sind ebenso schlicht gestaltet wie die Fassade und strahlen dennoch eine gewisse Würde und Erhabenheit aus. Die Innenwände sind weiß getüncht und weisen keinerlei Fresken auf. Auf einigen Säulen sind jedoch albanische Kreuze in Schnitztechnik eingearbeitet.

Die Anlage befindet sich heutzutage in Ruinen.

Literatur

Kategorie:Kirchengebäude in Aserbaidschan Kategorie:Christentum in Aserbaidschan Kategorie:Kirchenruine in Aserbaidschan Kategorie:Bauensemble in Asien Kategorie:Kloster (6. Jahrhundert) Kategorie:Rayon Qax