mini|hochkant|Gedenktafel in der Heiliggeistkirche mini|hochkant|Heiliggeistkirche; seitlich davon: Prälat-Miller-Weg. Konrad Miller (* 30. Mai 1912 in München; † 9. April 1991 ebd.) war päpstlicher Ehrenprälat, Stadtpfarrer in der Münchener Heilig-Geist-Kirche, Sekretär des Kardinals Faulhaber und langjähriger Leiter des von diesem gegründeten Klerusverbandes und Vorsitzender des Diözesanpriestervereins München.

Miller empfing mehrere Ehrungen. Er ist besonders bekannt für die durch ihn veranlasste Wiederinstandsetzung und Renovierung der Münchener Heilig-Geist-Kirche.

Leben Millers Priesterweihe erfolgte laut Michael Fellner am 8. August 1937, den Angaben Millers Gedenktafel zufolge hingegen bereits am 2. Mai 1937.siehe Gedenktafel In den Jahren 1937 bis 1939 war Miller Kooperator ins Einsbach, zwischenzeitlich Pfarrvikar in Puchheim und Unterpfaffenhofen, 1939 Kooperator in der Münchener Heilig-Geist-Kirche, wo er im Jahr 1947 schließlich Stadtpfarrer wurde.

Er veranlasste deren Wiederaufbau in den Jahren 1953 bis 1957 nach den Schäden im Zweiten Weltkrieg.

Vom 19. August 1956 ist im Archiv der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus ein Brief von Konrad Adenauer an Miller erhalten. Miller hatte Adenauer im Urlaub auf der Bühlerhöhe kennengelernt. Adenauer dankte Miller nach dem Besuch der heiligen Messe dafür, dass dieser ihm am Vortag wiederum per Brief angekündigt hatte, am 19. August „für das persönliche Wohlergehen unseres Herrn Bundeskanzlers ... in Dankbarkeit für all Ihre opfervolle Arbeit“ in dessen Anwesenheit die heilige Messe zu lesen. Des Weiteren sind zwei Briefe aus dem Jahr 1955 und ein weiterer aus dem Jahr 1974 von Miller an Ludwig Englert in der Monacensia im Hildebrandhaus archiviert.

Im Jahr 1962 ließ Miller den Architekten Erwin Schleich die Heilig-Geist-Kirche im Neubarock umgestalten, was nach Beurteilung des Münchner Kunsthistorikers Peter B. Steiner völlig misslang. In dieser Kirche wurde Miller auch ein Denkmal gewidmet, des Weiteren wurde im Jahr 1992 die Straße zwischen Viktualienmarkt und Kirche in Gedenken an ihn Prälat-Miller-Weg genannt. Im Jahr 1963 wurde er zum Vorsitzenden des Diözesanpristervereins München gewählt.

Miller war Sekretär des Kardinals Faulhaber. In den Jahren 1967–1982 leitete Miller den vom zu diesem Zeitpunkt bereits verstorbenen Kardinal Faulhaber gegründeten Klerusverband.

Am 26. Juni 1977 flog Miller als Teil der aus 38 Personen bestehenden „Kardinalsfamilie“ des Erzbischofs Joseph Ratzinger bzw. „ein[es] Querschnitt[s] der wichtigsten Vertreter der Erzdiözese München und Freising“ von München nach Rom zu dessen Kardinalskreierung am darauffolgenden Tag.

Im Jahr 1977 wurde er auch zum Päpstlichen Ehrenprälaten ernannt.

Als Vorsitzender des Klerusverbandes wurde Millers Forderung anlässlich des erwarteten Besuchs des Papstes Johannes Paul II. im Jahr 1980 in München zitiert. Miller forderte eine „Bestärkung in der offenen und frohen Art der Verkündigung [...] die der Papst vermittelt und die bei den Menschen so gut ankomme. Man könne von ihm lernen, wie man den Menschen die Hilfe geben kann, nach der sie verlangen und auf die sie warten: Wir spüren, dass er den Menschen helfen will. Auf diese Linie müssen wir kommen. So muss Seelsorge ausgerichtet sein.“

Im Jahr 1982 beschrieb der Domkapitular Heinrich Schultes in einem Beitrag anlässlich Millers 70. Geburtstags diesen charakterlich als mit ausgereifter Persönlichkeit: „ruhig und doch energetisch, abwägend und doch entschlossen, herb und doch gütig, nüchtern und fromm, arbeitsfreudig und gottvertrauend, im Konservativen wurzelnd und offen dem guten Neuen; geistig interessiert und aufgeschlossen allen seelsorgerlichen und gesellschaftlichen Problemen“.

Miller starb im Jahr 1991 im Alter von 79 Jahren und wurde am Waldfriedhof in München in der Grabanlage Domvikare beigesetzt.

Trivia Konrad Miller war gut befreundet mit dem Schriftsteller Reinhard Raffalt. Der plante einst, wegen zu geringer finanzieller Mittel letztlich aber erfolglos, seinen Landsitz auf dem Monte Sant’Angelo zu errichten. Er hatte sich von Ludwig Eisenbarth bereits eine Orgel anfertigen lassen hatte, die in den 1970er Jahren schließlich an die Münchner Heilig-Geist-Kirche verkauft wurde.

Werk

Ehrungen 1977: Päpstlicher EhrenprälatTrauer in Heilig Geist: Prälat Miller gestorben, Süddeutsche Zeitung, 12. April 1991 Medaille „München leuchtet“ Bayerischer Verdienstorden 1992: Benennung des Prälat-Miller-Wegs in München

Literatur Heinrich Schultes: Ein Handlanger Gottes: zum 70. Geburtstag v. Prälat Konrad Miller in: Klerusverband (Hrsg.): Klerusblatt 62. 1982. S. 113. Miller, Konrad in: Werner Ebnet: Sie haben in München gelebt – Biografien aus acht Jahrhunderten. Allitera Verlag, München 2016. S. 408. (Online) Andreas Geisenhofer: Das Lebenswerk von Konrad Miller. In: Zerstörung und Wiederaufbau. Geschichte des Untergangs und der Wiederauferstehung der Heilig-Geist-Kirche in München. Schnell & Steiner, 2025, S. 35–44, ISBN 978-3-7954-9045-4. Prälat-Miller-Weg in: Hans Dollinger: Die Münchner Straßennamen. Ludwig (Verlag) 1995. S. 233. (Vorschau)

Einzelnachweise

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