mini|Konviktstraße 1, Wohnhaus und Atelier von Lothar Schätzl (1914–2006) Die Schätzlvilla, auch Schätzlhaus genannt, ist ein denkmalgeschütztes Baudenkmal in der Altstadt von Dillingen a.d.Donau und trägt die Hausnummer Konviktstraße 7. Das im späten 19. Jahrhundert errichtete Wohnhaus erfuhr im Lauf der Zeit mehrfach Erweiterungen durch verschiedene Anbauten und verfügt zudem über einen gleichfalls denkmalgeschützten Lustgarten. Es liegt nördlich der Gebäude der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Augsburger Bischöfe, auf der gegenüberliegenden Straßenseite gelegen, und ist unter der Kennnummer D-7-73-125-218 in der bayerischen Denkmalliste verzeichnet.

Der Bau präsentiert sich in dreiteiliger Komposition mit mittigem, zweigeschossigem Hauptbau, den Richard Greiner 1889 über den Fundamenten eines schmalen Gartensalettls des 18. Jahrhunderts errichtete. Ein steil aufragendes Satteldach krönt den in Ziegelmauerwerk ausgeführten Baukörper, dessen Erscheinungsbild von rustizierten Ecklisenen, kräftig profilierten Gesimsen und einem gestuften, mit Natursteinelementen durchsetzten Schweifgiebel bestimmt wird, der die Anlehnung an den englisch-holländischen Neorenaissancestil deutlich erkennen lässt. Die nördliche Giebelfront wurde dabei geschickt über einen bereits bestehenden polygonalen Schalenturm der Stadtmauer hinweggeführt und bindet diesen in die Gesamtkomposition ein.

Beidseits schließen sich, unter Einbeziehung der Stadtmauer, eingeschossige Flachdachflügel mit Attika an. Sie wurden 1920 erneuert, der östliche Flügel zusätzlich 1960, der westliche 1984 – im selben Jahr erhielten auch die Fassaden eine Überarbeitung. Als Wohnhaus und Atelier diente das Anwesen dem Maler Lothar Schätzl (1914–2006), nach dem es bis heute seinen Namen trägt.

Im Süden führt eine gemauerte Hofeinfahrt in die Anlage, deren Torpfeiler noch die Zirbelnussaufsätze aus dem letzten Viertel des 18. Jahrhunderts tragen. Dahinter erstreckt sich, axial angelegt, ein parkartiger Garten, der die Struktur jener Zeit bis heute weitgehend bewahrt hat. Beidseits des Hauptwegs stehen barocke Sandstein-Traufknoten, bekrönt von Obelisken aus der Bauzeit um 1889; nach Norden hin ist der verfüllte Stadtgraben in die Anlage einbezogen.

Literatur Werner Meyer/Alfred Schädler: Die Kunstdenkmäler von Bayern. Schwaben VI.: Die Stadt Dillingen an der Donau. München 1964, S. 654. Bernd-Peter Schaul: Schwaben. Ensembles – Baudenkmäler – Archäologische Geländedenkmäler. München 1986, S. 174.

Weblinks

Eintrag des Ensembles im digitalen bayerischen Denkmal-Atlas.

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