Hugo Schaer (* 29. Juli 1952 in Luzern) ist ein Schweizer Maler, Bildhauer, Theatermacher, Szenograph und Videokünstler. Hugo Schär lebt heute im Atelierhaus «Casa dell’ arte» in Vasia, Italien.
Leben Seine Ausbildung schloss Hugo Schaer mit dem Lehrpatent am Lehrerseminar Hitzkirch ab. Aufgrund seines bereits während der Seminarzeit entwickelten Interesses an den darstellenden Künsten setzte er seine Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Luzern fort. Es folgten verschiedene Studienaufenthalte an der Académie de la Grande Chaumière in Paris. Seit 1980 ist Schaer mit Ausstellungen an die Öffentlichkeit getreten. Neben seinem freien Schaffen bilden Arbeiten im Bereich Kunst am Bau ein zentrales Element seines Werks.
Zusammen mit dem Bildhauer Thomas Birve gründete er ein Figurentheater, mit dem er international auftrat. Dabei wurden unter anderem spartenübergreifende Theater- und Kunstprojekte wie «Gilgamesch» im Alpnacher Steinbruch Guber realisiert.Der König von Uruk im Guber, Thomas Birve und Hugo Schär inszenieren im Steinbruch Guber ob Alpnach „Gilgamesch“, Urs Bugmann, Luzerner Neueste Nachrichten Kultur, 17.08.1995 Schaer unternahm lange Studienreisen, fuhr mit dem Zug nach China und mit dem Frachtschiff nach Indien. In Kleinteil (Giswil) baute er 1991 in Zusammenarbeit mit dem Architekten Hanspeter Bysäth das Atelierhaus «Herber». 1995 heiratete er die Ukrainerin Iryna Tkachenko und richtete ein Atelier in Kyiv ein. Dort entstanden ab 1997 die Videoarbeiten der «Kyiv Trilogie».
Von 1996 bis 2000 war er Mitglied im Zentralvorstand der Gesellschaft Schweizer Maler, Bildhauer und Architekten (GSMBA). Von 2000 bis 2004 konzipierte und gestaltete Hugo Schaer als künstlerischer Leiter der international tätigen Agentur Steiner Sarnen Schweiz Brandlands, Museen und Ausstellungen in der Schweiz, in Deutschland und Österreich.
Im Jahr 2005 verlegten Hugo und Iryna Schaer ihren Wohnsitz nach Odessa.Hugo Schaer und der scharfe Gegenwind, von Giswil nach Odessa, Niklaus Oberholzer, Neue Luzerner Zeitung 23.4.2005, S. 48 Kultur Dort entstanden die Kurzfilme der «Odessa Trilogie», die auf internationalen Filmfestivals wie den Solothurner Filmtagen, Molodist Kyiv und dem Cannes Short Film Festival gezeigt wurden.Ein Maler wird zum «alten Jungfilmer», Filme aus Odessa, Urs Bugmann, Neue Luzerner Zeitung, 24.1.2008, S. 38 Kultur Bis 2009 konzipierte und realisierte er in Odessa als Art Director das «Wine Culture Centre Shabo», das mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde.
Schaer entwickelte über viele Jahre ein eigenes Vokabular aus Zeichen und Symbolen. Mithilfe dieser Zeichensprache konzipierte er Werke für den öffentlichen Raum.
Nach einer einjährigen Segelreise von Odessa ins Mittelmeer liess er sich 2010 in Ligurien nieder. In Vasia errichtete er das Atelierhaus «Casa dell’ arte». Es entstehen Ölmalereien darunter die Porträtserie "Memorial" sowie Skulpturen in Holz, Bronze und Zinn. In Zusammenarbeit mit der Fabbrica Ceramiche Giuseppe Mazzotti in Albisola realisiert er Bilder auf Keramik und Bronzefiguren in der Fonderia Artistica De Carli in Volvera. Ab 2019 konstruiert er in Zusammenarbeit mit der Metallbaufirma Daniele Sgro die Lichtskulpturen «FARO» aus Cortenstahl, die seine Symbolschrift aufgreifen.
Werke (Auswahl) Kunst am Bau 1990/91: Künstlerische Gestaltung des neuen Verwaltungsgebäudes Hostett in Sarnen, 1. Preis öffentlicher Wettbewerb und Ausführung mit Thomas Birve 1989/90: Travel Report, Bodenplatte mit Zeichentext für den neuen Bahnhofplatz in Luzern 1993: Wandgestaltung im neuen Mehrzweckgebäude in Ufhusen/LU, mit Thomas Birve 2003: Sgraffito für das Eingangsportal (54 m²) zur Weinwelt Loisium Langenlois, Österreich 2009: Dionysos-Brunnen, Wahrzeichen des Wine Culture Centre Shabo, Odessa, Ukraine 2012: „Ehrenhausen Weingeschichten“, 18 m² Wandgemälde, Loisium Ehrenhausen, A 2019: Eisenplastik „Chariot Tardent“, Denkmal für Louis - Vincent Tardent und die Kolonisten von Chabag (Shabo), Chexbres, Schweiz 2022: Bronzeskulptur „Colonne de Champagne“, Champagner Geschichten, Loisium Mutigny, Frankreich
Inszenierungen und Ausstellungen 2001: Bild und Inszenierung des begehbaren Märchens „Das kalte Herz“ von W. Hauff als mechanisches Theater, (Figuren: Thomas Birve, Musik: Peter Sigrist), Schloss Neuenbürg, Zweigstelle des Landesmuseum Baden, Deutschland 2003: Künstlerische Leitung der Weinwelt LOISIUM, Musik Mathias Rüegg, Architektur Steven Holl, Langenlois, Österreich
Theaterprojekte Schär-Birve 1982: „Fridli Bucher“, Musik Urban Mäder, Kleintheater Luzern, Figurentheaterfestivals Basel und ZürichPuppentheater als Ereignis, Figurentheater Schär-Birve mit „Fridli Bucher“ im Luzerner Kleintheater Hansueli W. Moser-Ehinger, St. Galler Tagblatt, 6. November 1982, Kultur 1984: „Sebastian“ nach Meinrad Inglin, Musik Urban Mäder, Chäslager Stans, Kleintheater LuzernInglins ”Meister Sebastian” – dramatisiert, Ein Theaterexperiment in Stans Beatrice von Matt, NZZ, Neue Zürcher Zeitung, 5. November 1984. 1988: „Tell“ nach Friederich Schiller, Musik Peter Sigrist, Inszenierung für internationales Figurentheaterfestival in Japan, Nagoya und Iida, Reithalle Sarnen, Theaterhaus Gessnerallee, ZürichIn Sarnen probt man für Gastspiel in Japan, „Projekt Tell“ des Figurentheaters Schär/Birve Pirmin Schilliger, Vaterland Kultur, 4. Februar 1988.
Film und Video 2005: Ivan Vorobjev 31’26, Videodrama, Schweiz/Ukraine, Schnitt Otmar Bommeli, Auftrag für des Schweizerfernsehens SF DRS „Sternstunde Kunst“ 2006: B.O.M. Battery Operated Mobiles, Videotriptychon, 3-Channel-Videoinstallation, Ukraine/Schweiz, Ausstellung „bodybild“, Heiligkreuz, Schweiz
Publikationen 2001: „Keine Angst vor der Dunkelheit“, Text Andrej Kurkow, Siebdrucke Hugo Schaer, Gestaltung Markus Bucher, Verlag Martin Wallimann, Alpnach, Frankfurter Buchmesse, ISBN 3-908713-06-4.
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Schweiz) Kategorie:Bildhauer (Schweiz) Kategorie:Videokünstler (Schweiz) Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1952 Kategorie:Mann