mini|Haim Eshed (2008) Haim Eshed (auch Chaim Eshed; ; * 1933 in der Türkei) ist ein israelischer Luft- und Raumfahrtingenieur sowie ehemaliger Brigadegeneral des israelischen Militärgeheimdienstes Aman. Er leitete rund drei Jahrzehnte das militärische Raumfahrtprogramm des israelischen Verteidigungsministeriums und war maßgeblich am Aufbau des israelischen Satellitenprogramms beteiligt. Internationale Aufmerksamkeit erlangte er 2020 durch Behauptungen über angebliche Kontakte zwischen Regierungen und außerirdischen Lebewesen.

Karriere Eshed wurde 1933 in der Türkei geboren und wanderte 1934 im Alter von etwa einem Jahr mit seinen Eltern in das damalige britische Mandatsgebiet Palästina ein. Die Familie ließ sich im Süden von Tel Aviv nieder. Eshed studierte am Technion und erwarb dort einen Bachelorabschluss in Elektrotechnik, einen Masterabschluss in Operations Research sowie einen Doktorgrad in Luftfahrttechnik.

Im Jahr 1965 begann Eshed in der technologischen Einheit des israelischen Militärgeheimdienstes zu arbeiten, die Forschungs- und Entwicklungsaufgaben für den Nachrichtendienst übernahm. Die Einheit wurde später unter der Bezeichnung Einheit 81 bekannt. Eshed stieg innerhalb des militärischen Nachrichtendienstes bis zum Brigadegeneral auf. 1967 erhielt er eine Belobigung des israelischen Generalstabschefs für seine Initiative, seine technischen Kenntnisse und seine Beteiligung an der Entwicklung von sicherheitsrelevanten Systemen. 1969 wurde Eshed vom Militärgeheimdienst zur Promotion in die USA entsandt. Nach seiner Rückkehr mit dem Doktortitel in Luftfahrttechnik wurde er zum Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung des Aman ernannt.

Als Oberst des Militärgeheimdienstes schlug Eshed 1979 den Aufbau einer eigenständigen israelischen Satellitenfähigkeit vor. Hintergrund war der im israelisch-ägyptischen Friedensvertrag vereinbarte Rückzug Israels von der Sinai-Halbinsel, durch den die bisherigen Möglichkeiten zur unmittelbaren militärischen Beobachtung des Gebietes eingeschränkt wurden. Aufklärungssatelliten sollten Israel ermöglichen, den Sinai und andere strategisch bedeutende Gebiete unabhängig aus dem Weltraum zu beobachten. Im Verlauf seiner Laufbahn wurde er außerdem dreimal mit dem Israelischen Verteidigungspreis ausgezeichnet, die Gründe dafür unterliegen allerdings der Geheimhaltung.

Zu Beginn der 1980er Jahre übernahm Eshed die Leitung des militärischen Raumfahrtprogramms im israelischen Verteidigungsministerium. Er war 1983 gemeinsam mit dem Physiker und damaligen Wissenschaftsminister Yuval Ne’eman am Aufbau der israelischen Raumfahrtagentur beteiligt. 1984 wirkte er zudem an der Gründung des Instituts für Weltraumforschung am Technion mit. Seit 1985 war er als Gastprofessor an der Fakultät für Luft- und Raumfahrttechnik des Technion sowie zeitweise am Sackler Institute for Advanced Studies der Universität Tel Aviv tätig.

Unter Esheds Leitung entwickelten das Verteidigungsministerium und die israelische Luft- und Raumfahrtindustrie eine eigenständige Infrastruktur für Aufklärungssatelliten, Trägerraketen und Bodenstationen. Am 19. September 1988 brachte Israel mit Ofeq 1 erstmals einen selbst entwickelten Satelliten mit einer eigenen Trägerrakete in eine Erdumlaufbahn. Israel wurde damit zum achten Staat, der einen Satelliten aus eigener Kraft starten konnte. Mit dem Start von Ofeq 3 im Jahr 1995 ging das Programm nach Angaben des Verteidigungsministeriums von experimentellen Satelliten zu einer einsatzfähigen weltraumgestützten Aufklärung über

Im Juni 2007 beaufsichtigte Eshed als Leiter des Raumfahrtprogramms des Verteidigungsministeriums den Start des Aufklärungssatelliten Ofeq 7. Er erklärte anschließend, der Satellit werde Israels Möglichkeiten zur Beobachtung des iranischen Atomprogramms und anderer sicherheitspolitisch relevanter Entwicklungen verbessern.

Eshed schied 2011 nach rund 30 Jahren an der Spitze des militärischen Raumfahrtprogramms aus dem Verteidigungsministerium aus. Während seiner Amtszeit war er an den Starts von insgesamt 20 in Israel entwickelten Satelliten beteiligt. Aufgrund seiner Rolle beim Aufbau dieser Strukturen wurde er in israelischen Medien und Publikationen wiederholt als „Vater“ der israelischen Raumfahrt bezeichnet.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Verteidigungsministerium war Eshed unter anderem Vorsitzender des Weltraumausschusses des israelischen Nationalrats für Forschung und Entwicklung sowie Mitglied des Lenkungsausschusses der israelischen Raumfahrtagentur. Daneben trat er als Gastprofessor und Berater bei Raumfahrt- und Technologieprojekten auf.

Behauptungen über Außerirdische Im Dezember 2020 behauptete Eshed in einem Interview mit der israelischen Tageszeitung Jedi’ot Acharonot, die Regierung der Vereinigten Staaten stehe seit Jahren in Kontakt mit außerirdischen Lebensformen und habe geheime Vereinbarungen mit einer „Galaktischen Föderation“ geschlossen, um Experimente auf der Erde durchzuführen. Zudem gebe es unter der Oberfläche des Mars eine gemeinsam mit den Außerirdischen betriebene Basis der USA. Eshed erklärte außerdem, der damalige US-Präsident Donald Trump habe davon gewusst und kurz davor gestanden, die Öffentlichkeit über die Existenz der Außerirdischen zu informieren. Die „Galaktische Föderation“ habe ihn jedoch davon abgehalten, da sie eine Massenhysterie habe verhindern wollen und die Menschheit noch nicht bereit für die Enthüllung sei.

Das auf Hebräisch geführte Interview erlangte größere Aufmerksamkeit, nachdem Teile davon in englischer Sprache von der Jerusalem Post veröffentlicht worden waren. Der UFO-Forscher Nick Pope erklärte gegenüber NBC News, die ufologische Gemeinschaft wolle wissen, ob Esheds Darstellung auf Informationen aus erster oder aus zweiter Hand beruhe:„Entweder handelt es sich um eine Art Scherz oder einen Werbegag, der den Verkauf seines Buches fördern soll, wobei möglicherweise etwas bei der Übersetzung verloren gegangen ist, oder jemand mit Insiderwissen schert aus der Reihe aus.“Bei dem Buch handelt es sich um The Universe Beyond the Horizon: Conversations with Professor Haim Eshed, das von der Schriftstellerin Hagar Yanai verfasst und im November 2020 veröffentlicht wurde. Darin behauptet Eshed unter anderem, Außerirdische hätten mögliche nukleare Katastrophen verhindert. Dazu habe auch ein nicht näher bezeichneter nuklearer Zwischenfall während der Invasion in der Schweinebucht gehört. Esheds Aussagen blieben unbestätigt. Im Jahr 2020 erklärte Isaac Ben-Israel, der damalige Vorsitzende der israelischen Raumfahrtagentur, gegenüber der Times of Israel, Eshed sei mit seinen Behauptungen „zu weit gegangen“.

Einzelnachweise

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