mini|Guy Van Nueten (2009) Guy Van Nueten (* 25. Juli 1965 in Turnhout) ist ein belgischer Komponist, Pianist und Musikproduzent.
Leben und Karriere Van Nueten begann im Alter von vier Jahren mit dem Klavierspielen, als seine Mutter ihn in der örtlichen Musikschule anmeldete, wo man ihm noch bevor er Lesen und Schreiben konnte, das Notenlesen beibrachte. Als Teenager fing er an, sich für Pop- und Rockmusik zu interessieren. Nach seinem Studium der Wirtschaftsmathematik widmete er sich schließlich ganz seiner Musikkarriere.
In diesen frühen Jahren war Van Nueten Mitglied der Band The Sands, deren gleichnamiges Debütalbum von Bill Janovitz der amerikanischen Band Buffalo Tom produziert und weltweit von Universal Records herausgebracht wurde. Die Band tourte durch Europa, zusammen mit Künstlern wie John Cale. In 1990 schrieb Van Nueten den Song „April and June“, der ein Dauerbrenner im belgischen Radio wurde und bis heute häufig in Hitlisten wie den „100 besten belgischen Songs aller Zeiten“ wiederzufinden ist.
In 1998 fasste Van Nueten den Entschluss, seinen musikalischen Schwerpunkt zu ändern und sich am Königlichen Konservatorium Antwerpen für ein Studium der Komposition und Musiktheorie einzuschreiben. Unter der Anleitung des international renommierten Pädagogen Jacques De Tiège verfeinerte er seine Fähigkeiten am Klavier. Später sollte Van Nueten über diese Zeit sagen: „Bis dahin hatte das Klavier mit mir gespielt, jetzt spiele ich das Klavier.“
Van Nueten hat Musik für Film- und Theaterregisseure, Modedesigner und Choreografen komponiert. Seine Kompositionen waren in Produktionen bekannter Theater der Benelux zu hören, unter anderem Toneelhuis, Toneelgroep Amsterdam, Les Ballets C de la B, hetpaleis und Antwerp Symphony Orchestra. In 2005 komponierte er das preisgekrönte Musical Soepkinders, das später ins Französische und Englische übersetzt wurde. Außerdem hat er Musik komponiert für Filme von Regisseuren wie Koen Mortier (Ex Drummer) und Alex Stockman (Eva, Pulsar). Die Musikzeitschrift OOR beschrieb seine Arbeit für die Tanztheaterproduktion Bâche von Les Ballets C de la B als Meisterwerk, wobei die einzigartige Kombination von modernen elektronischen Soundlandschaften mit der gefühlsbeladenen elisabethanischen Musik hervorgehoben wurde.
Als Musiker und Arrangeur hat Van Nueten mitgewirkt an Alben von Künstlern wie dEUS, Admiral Freebee, Zita Swoon, Magnus, Tim Vanhamel und DAAN. Zwei seiner Songs sind enthalten in der Liste der „100 besten belgischen Songs aller Zeiten“ der belgischen Zeitschrift Knack. Das Doppelalbum Live, ein Gemeinschaftsprojekt mit Tom Barman, schaffte es auf verschiedene Jahreshitlisten des Jahres 2003.
In 2009 veröffentlichte Van Nueten Merg (Mark), ein zeitgenössisches klassisches Klaviersoloalbum mit Einflüssen aus der Barockmusik und von Komponisten wie Johann Sebastian Bach. In 2013 folgte das Album Pacman, das auf cobra.be, der kulturellen Website des Fernsehsenders VRT Canvas, als „zeitlos und frei von Trends“ beschrieben wurde und von Dimitri Verhulst in der Zeitschrift Humo als „beste CD von 2013“ bezeichnet wurde. Die Pacman-Trilogie wurde in 2018 abgeschlossen mit dem Erscheinen von Contact, womit Van Nueten der erste belgische Künstler war, der ein Album bei Sony Classical veröffentlicht. In der Zeitschrift Humo lobte Tom Lanoye es als das eindrucksvollste Album des Pandemiejahres 2020.
In 2016 wurde Van Nueten für seine Arbeit für die Tanztheaterproduktion Verveling (Langeweile), eine Zusammenarbeit mit der Tänzerin Sheila Rojas und dem Choreografen Amar Al-Bojrad, zum Fellow des Sundance Institute ernannt. Dieses Fellowship ist Teil des internationalen kulturellen Austauschprogramms zur Förderung unabhängiger Künstler aus dem Nahen Osten und Nord-Afrika dieses Instituts.
Im Herbst 2019 brachte Van Nueten die EP Night Has Come heraus, mit Musik des Soundtracks des gleichnamigen Films von Peter Van Goethem. In den darauffolgenden Jahren erschienen die EPs As Played By, auf der seine Kompositionen durch andere Künstler gespielt werden, Wired (elektronische Musik) und Pulsar (Soundtrack des gleichnamigen Films). Die Reihe fand ihren Höhepunkt in Decent Music, eine Sammlung von Kompositionen, die Van Nueten zwischen 2002 und 2022 für Theater, Film, Mode und Tanztheater komponiert hat. Um dieses Album live aufzuführen, bildete er das neunköpfige „Decent Music Ensemble“, das am 26. August 2024 beim „De Feeëriën“-Festival in Brüssel zum ersten Mal auftrat.
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Einzelnachweise
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