mini|Katholische Liebfrauenkirche in Marl-Sinsen Die Liebfrauenkirche in Marl-Sinsen nordwestlich von Dortmund in Nordrhein-Westfalen ist eine römisch-katholische Filialkirche der Großpfarrei St. Franziskus (Marl). Sie steht unter dem Patrozinium der Gottesmutter Maria und gehört zum Kreisdekanat Recklinghausen im Bistum Münster. Das Gotteshaus im Stil der Moderne ist ein Zentralbau und hat 300 Sitzplätze.
Geschichte 1883 wurde an der 1870 eröffneten Eisenbahnstrecke Wanne-Recklinghausen-Haltern in der zum Kirchspiel St. Peter und Paul (Oer) gehörenden Bauerschaft Sinsen eine Haltestelle und ein Verschiebebahnhof für die Zechen „Auguste Viktoria“ und „Brassert“ angelegt. Mehrere größere Ansiedlungen entstanden um den Bahnhof. Weil die Katholiken sich ein eigenes Gotteshaus wünschten, konstituierte sich 1905 ein Kirchenbauverein.
Nach der Abtrennung des Seelsorgebezirks Sinsen von St. Peter und Paul erfolgte 1910 die Errichtung des Pfarrrektorats und 1965 die Erhebung zur eigenständigen Pfarrei. Bei der neuen Zuordnung zum Dekanat Marl wurde das ursprüngliche Patrozinium „Unbefleckte Empfängnis Mariens“ zur Unterscheidung von St. Marien (Lenkerbeck) 1954 in „Liebfrauen“ umgewandelt.
Baubeschreibung Direkt neben der alten Notkirche entstand 1978–79 das aktuelle Gotteshaus in Sinsen nach den Plänen des Architekten Manfred Ludes (Dorsten).
Die Liebfrauenkirche ist ein moderner Zentralbau auf quadratischem Grundriss mit gegiebelter Decke und gestaffelten Pultdächern. Der Chor als integrierte Altarinsel mit geradem Schluss liegt im Nordwesten. Der eingebundene Glockenturm fasst im Erdgeschoss die Sakristei. Das im Osten angebaute Pfarrheim besitzt einen Gemeindesaal. Das Gotteshaus besteht aus rotem Ziegelmauerwerk und Dächern aus dunkelbraunen Faserzementplatten.
Zu den Gebäuden der Gemeinde gehören das Pfarrhaus von 1910, das Pfarrheim von 1976 sowie der 1957 eröffnete und 1992 umgebaute Kindergarten.
Strukturentwicklungen 2003 wurden die Gotteshäuser Christ König (Marl-Sickingmühle), St. Barbara (Marl-Hamm) und die 2006 profanierte Kirche St. Konrad (Drewer) zur neuen Gemeinde St. Franziskus (Marl) zusammengeschlossen. Am 2. Dezember 2007 erfolgte die Zusammenlegung der Pfarreien Liebfrauen (Sinsen), Herz Jesu (Hüls) und St. Marien (Lenkerbeck), die dabei die Pfarrkirche wurde.
Durch Fusion der Gemeinden St. Franziskus (Marl) und St. Marien (Lenkerbeck) zu Pfingsten 2016 entstand die neue Großpfarrei St. Franziskus mit der Hauptkirche St. Marien.
Am 1. Januar 2024 schlossen sich im Kreisdekanat Recklinghausen die Pfarreien St. Franziskus (Marl), Heilige Edith Stein (Marl) und St. Sixtus (Haltern am See) zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Haltern-Marl“.
Glocken Im Turm des Gotteshauses in Sinsen hängen zwei Kirchenglocken aus Stahl, die 1910 vom Bochumer Verein (Bochum) hergestellt wurden.
Orgel Der niederländische Orgelbaumeister Hendrik Jan Vierdag baute 1968 eine Pfeifenorgel für die Kruiskerk in Eerbeek (NL). Die Gemeinde der Liebfrauenkirche kaufte dieses Instrument, das vom Orgelbauer Ide Boogaard (Rijssen, NL) renoviert und 2009 in Sinsen aufgestellt wurde. Die Orgel besitzt neun Register auf einem Manual (C–f3) und Pedal (C–d1) sowie mechanische Spiel- und Registertrakturen.
Literatur Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster. Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Hrsg. Werner Thissen. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8. Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5. Margarete Luise Goecke-Seischab, Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.
Weblinks
Website der Liebfrauenkirche (Sinsen) Website vom Kreisdekanat Recklinghausen
Einzelnachweise
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