Anton Ehrengut (* 6. März 1840 in München; † 23. Dezember 1890 ebenda) war ein deutscher Zimmermeister, Bauunternehmer und Mäzen.
Leben und Wirken Anton Ehrengut wurde 1840 in München geboren. Er erlernte das Zimmererhandwerk und machte sich als Zimmermeister und Bauunternehmer einen Namen. Als sogenannter bürgerlicher Zimmermeister gehörte er zu den selbstständigen Münchner Handwerks- und Bauunternehmern, die im Zuge der starken Bautätigkeit in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine wichtige Rolle bei der baulichen Entwicklung der Stadt München spielten.
Ehrengut wurde zur Ausführung von Zimmererarbeiten an mehreren Bauprojekten König Ludwigs II. herangezogen. Zu den mit ihm in Verbindung gebrachten königlichen Bauvorhaben gehören Schloss Herrenchiemsee, Schloss Linderhof und Schloss Neuschwanstein. Für Neuschwanstein ist seine Beteiligung an Vertäfelungen und Schnitzarbeiten überliefert. Dort arbeitete er unter anderem im Zusammenhang mit der Ausstattung des Schlosses mit dem Münchner Hofschreiner Anton Pössenbacher zusammen.
Auch auf dem Gebiet des Kunsthandwerks zeigte Ehrengut künstlerische Fähigkeiten. Nach dem Abbruch des Heilig-Geist-Spitals war er 1885 an der Erweiterung der Heilig-Geist-Kirche beteiligt. Insbesondere wirkte er an der Errichtung der repräsentativen Fassade des Kirchenbaus mit.
Neben seiner Tätigkeit an öffentlichen und königlichen Bauprojekten war Ehrengut als Bauunternehmer an der Errichtung zahlreicher Privatbauten in München beteiligt. Damit trug er zur baulichen Entwicklung der Stadt während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bei.
Auch die Kirchenbänke und Beichtstühle der Heilig-Kreuz-Kirche in Giesing stammen von Ehrengut. Zudem besaß Ehrengut ein Sägewerk an der Kapuzinerstraße am Dreimühlenbach, das jedoch 1903 in Konkurs ging.
Anton Ehrengut starb 1890 im Alter von 50 Jahren in München.
Familie Anton Ehrengut war mit Rosina Ehrengut geb. Oettiker (* 5. Juli 1851; † 14. Mai 1916) verheiratet. Die Ehe blieb nach den vorliegenden Quellen ohne Nachkommen.
Grabstätte mini|Grab von Anton Ehrengut auf dem Alten Südlichen Friedhof in München
Die Grabstätte von Anton Ehrengut befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 9 – Reihe 1 – Platz 42, ). In dem Grab liegt auch Ehrenguts Ehefrau Rosina. mini|Bronzerelief gefertigt von Friedrich Kühn Die Granitbestandteile des Grabmals stammen vom bekannten Steinmetz Erhard AckermannClaudia Denk, John Ziesemer: „Kunst und Memoria, Der Alte Südliche Friedhof in München“ (2014), S. 499. Die Bronzereliefplatte zeigt Maria als Schmerzensmutter mit dem Leichnam Jesu auf dem Schoß (Pieta) mit je einem Engel rechts und links der Pieta. Die Bronzeplatte wurde vom Bildhauer Friedrich Kühn geschaffenClaudia Denk, John Ziesemer: „Kunst und Memoria, Der Alte Südliche Friedhof in München“ (2014), S. 503.
Mäzenatentum und soziales Engagement Über seine berufliche Tätigkeit hinaus trat Ehrengut als Förderer von Kunst, Handwerk und kirchlichen Einrichtungen hervor. In seinem Testament setzte er die Stadt München zur Universalerbin seines bedeutenden Vermögens ein und verfügte verschiedene Zuwendungen für soziale, kirchliche und kulturelle Zwecke.
Unter anderem bestimmte er: Das städtische Waisenhaus sollte 10.000 Mark erhalten. Das Korbinianum sollte ebenfalls 10.000 Mark erhalten. Die Stadtgemeinde München sollte in der künftigen Maximilianskirche ein Messbenefizium mit einem Kapital von 85.000 Mark errichten. 50.000 Mark sollten zur Unterstützung armer, alter, arbeitsunfähiger oder in ihrem Verdienst beschränkter Bauhandwerker sowie deren Witwen und Waisen verwendet werden. Das verbleibende Vermögen sollte als „Anton und Rosina Ehrengut'sche Stiftung zur Förderung der Kunst in München“ verwaltet werden.
Die Erträge der Stiftung sollten zur Anschaffung von Kunstwerken aus den Bereichen Malerei, Skulptur und Kunsthandwerk verwendet werden, die von Münchner Künstlern und Kunsthandwerkern geschaffen worden waren.
Mit diesen testamentarischen Verfügungen verband Ehrengut die Förderung der Münchner Kunst mit einer sozialen Unterstützung von Angehörigen des Bauhandwerks. Damit setzte er einen Teil seines Vermögens gezielt zur Verbesserung der sozialen Lage von Künstlern, Kunsthandwerkern und Bauhandwerkern ein.
Namensgeber für Straße Nach Anton Ehrengut wurde 1894 in München im Stadtteil Dreimühlen (Stadtbezirk 2 – Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt) die Ehrengutstraße benannt (Erstnennung). Ehrengutstraße, auf stadtgeschichte-muenchen.de
Literatur Afra Schick: Möbel für den Märchenkönig. Ludwig II. und die Münchner Hofschreinerei Anton Pössenbacher. 248 Seiten, 263 Abbildungen. ISBN 3-89790-186-2. Claudia Denk, John Ziesemer: Kunst und Memoria. Der Alte Südliche Friedhof in München. 2014, S. 499, 503. Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde, S. 65 und 84. Dehio Bayern III (Schwaben), 1989, S. 462.
Weblinks
Wissenschaftliches Bildarchiv: Anton Ehrengut – Vertäfelungen und Schnitzereien in Schloss Neuschwanstein
Einzelnachweise
Kategorie:Zimmerer Kategorie:Baumeister Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1840 Kategorie:Gestorben 1890 Kategorie:Mann