Der Große Preis von Ungarn 2026 (offiziell Formula 1 Lenovo Hungarian Grand Prix 2026) fand am 26. Juli auf dem Hungaroring in Mogyoród statt und war das elfte Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 2026.
Lando Norris sicherte sich die erste Pole-Position für ihn und McLaren-Mercedes in dieser Saison vor den beiden Ferrari-Fahrern Lewis Hamilton und Charles Leclerc. Damit beendete er die Serie von zehn aufeinanderfolgenden Pole-Positions von Mercedes. Hamilton erhielt jedoch eine Startplatzstrafe von drei Plätzen, weil er Oscar Piastri behindert hatte. Dadurch wurde er auf den fünften Startplatz zurückversetzt. Infolgedessen rückte Leclerc auf den zweiten Startplatz neben Norris und Piastri auf den dritten Startplatz vor. Auch der Führende der Weltmeisterschaft und Vierte des Qualifyings, Kimi Antonelli, erhielt die gleiche Startplatzstrafe für nicht ausreichendes Abbremsen nach einer gelben Flagge.
Piastri führte das Rennen in der Anfangsphase an, verlor jedoch während des zweiten Boxenstopps Zeit, als er beim Überrunden von Carlos Sainz jr. kollidierte und später aufgrund eines Getriebeschadens aufgeben musste. Norris nutzte seine Pole-Position und holte seinen 12. Karrieresieg vor Verstappen und Antonelli. Es war sein und McLarens erster Saisonsieg, sein erster als amtierender Weltmeister und sein zweiter Sieg beim Großen Preis von Ungarn. Damit holte er zum ersten Mal in seiner Formel-1-Karriere mehr als eine Sieg auf einer Strecke oder bei einem Grand Prix. Mit diesem Sieg baute McLaren den Rekord für die meisten Siege beim Großen Preis von Ungarn mit 14 Siegen weiter aus und das Team markierte somit auch den dritten Sieg in Folge auf dem Hungaroring.
Bericht Hintergründe Nach dem Großen Preis von Belgien führte Kimi Antonelli in der Fahrerwertung mit 204 Punkten, 45 Punkte vor Lewis Hamilton und 50 Punkte vor George Russell. In der Konstrukteurswertung führte Mercedes mit 358 Punkten, 73 Punkte vor Ferrari und 163 Punkte vor McLaren-Mercedes.
Beim Großen Preis von Ungarn stellte Pirelli den Fahrern die weichsten Reifenmischungen der Saison – C3 Hard (weiß), C4 Medium (gelb) und C5 Soft (rot) – sowie Cinturato Intermediates (grün) und Cinturato Full-Wets (blau) für nasse Bedingungen zur Verfügung.
Oliver Bearman (vier), Antonelli, Hamilton, Lance Stroll (jeweils drei), Oscar Piastri, Alexander Albon, Carlos Sainz jr., Liam Lawson, Gabriel Bortoleto, Pierre Gasly (jeweils zwei), Charles Leclerc, Esteban Ocon und Franco Colapinto (jeweils einer) gingen mit Strafpunkten ins Wochenende.
Mit Lewis Hamilton (achtmal), Verstappen (zweimal), Fernando Alonso, Ocon, Piastri und Norris (jeweils einmal) traten sechs ehemalige Sieger zu dem Grand Prix an.
Als Rennkommissare für dieses Rennwochenende fungierten Garry Connelly (AUS), Matthew Selley (AUS), Richa Mergulhao (IRL), Vitantonio Liuzzi (ITA) und István Móni (HUN).
Training Das bislang die Saison dominierende Mercedes-Team, das insbesondere alle bisherigen Pole-Positionen geholt hatte, hatte diesmal relativ große Probleme und konnte in keinem der Testläufe die Bestzeit erzielen.
Im ersten freien Training kamen fünf Young Driver zum Einsatz. Leonardo Fornaroli übernahm den McLaren MCL40 von Piastri, Frederik Vesti den Mercedes-AMG F1 W17 E Performance von Antonelli, Ryō Hirakawa den Haas VF-26 von Bearman, Paul Aron den Alpine A526 von Colapinto und Colton Herta den Cadillac MAC-26 von Valtteri Bottas. Leclerc war mit einer Rundenzeit von 1:19,075 Minuten Schnellster vor Verstappen und Hamilton.
Im zweiten freien Training war Hamilton mit einer Rundenzeit von 1:18,729 Minuten Schnellster vor Leclerc und Norris.
Im dritten freien Training war Norris mit einer Rundenzeit von 1:17,939 Minuten Schnellster vor Hamilton und Antonelli.
Qualifying Das Qualifying bestand aus drei Teilen mit einer Nettolaufzeit von 46 Minuten. Im ersten Qualifying-Segment (Q1) hatten die Fahrer 18 Minuten Zeit, um sich für das Rennen zu qualifizieren. Alle Fahrer, die im ersten Abschnitt eine Zeit erzielten, die maximal 107 Prozent der schnellsten Rundenzeit betrug, qualifizierten sich für den Grand Prix. Die besten 16 Fahrer erreichten den nächsten Teil. Norris war Schnellster. Bearman, beide Williams-Fahrer, Stroll und beide Cadillac-Fahrer schieden aus.
Der zweite Abschnitt (Q2) dauerte 15 Minuten. Die zehn schnellsten Piloten qualifizierten sich für den dritten Teil des Qualifyings. Norris war erneut Schnellster. Lawson, beide Alpine-Fahrer, Bortoleto, Ocon und Alonso schieden aus.
Der finale Abschnitt (Q3) ging über eine Zeit von 13 Minuten, in denen die ersten zehn Startpositionen vergeben wurden. Norris fuhr in 1:17,207 Minuten die Bestzeit vor Leclerc und Hamilton. Es war dies die 17. Pole-Position für Norris in seiner Formel-1-Karriere und die erste für ihn in der Saison 2026. Am Ende des Qualifyings wurden Hamilton und Antonelli jeweils um drei Startplätze für das Rennen wegen ihrer jeweiligen Vergehen zurückversetzt – Hamilton aufgrund der Behinderung von Piastri in Q3 und Antonelli aufgrund einer ungenügenden Geschwindigkeitsreduzierung während der gelben Flagge. Nach einem Setup-Wechsel und dem damit einhergehenden Bruch der Parc-fermé-Bedingungen musste Sergio Pérez das Rennen aus der Boxengasse starten, obwohl er auf Platz 22 qualifiziert hatte.
Rennen Der Großteil der 22 Fahrer setzte für den Start auf den Medium-Reifen von Pirelli mit der Ausnahme von Hamilton und Leclerc von Ferrari, Alonso und Stroll von Aston-Martin, Bortoleto und Sainz jr., die auf Soft-Reifen starteten.
Von der Pole-Position behauptete Norris die Führung auf den ersten Metern, die er jedoch in Kurve 2 beim Verteidigen gegen seinen McLaren-Teamkollegen Piastri verlor. Von Startplatz zwei konnte Leclerc den Vorteil des Soft-Reifens nicht nutzen und fiel hinter Verstappen und Hamilton auf Platz 5 zurück. Nach dem Start komplettierten Antonelli, Isack Hadjar, Lawson, Arvid Lindblad und Hülkenberg die ersten zehn Positionen. Russells Chassis ging beim Start in den Anti-Stall und er fiel auf Platz 21 zurück.
An der Spitze führten die McLaren-Fahrer Piastri und Norris einen Zweikampf um die Führung. Verstappen konnte die Pace von Piastri und Norris nicht mitgehen und musste in der 3. Runde gegen Hamilton verteidigen. In Runde sechs meldete Verstappen im Funk, dass die Dämpfer versagten und sein Chassis nicht genügend funktionierte. Zu diesem Zeitpunkt lag er zwei Sekunden hinter Norris.
Russell arbeitete sich nach vorne und nach zehn Runden war er auf Platz 12. An der Spitze fuhr Norris knapp über eine Sekunde hinter Piastri, klagte am Teamradio jedoch, dass er nur wegen Dirty-Air von Piastri abreißen lassen musste und eigentlich schneller fahren könnte. Weitere Beschwerden gab es auch bei Verstappen, der in Runde 12 mehrfach über das Getriebe klagte. Außerdem bauten Verstappens Hinterreifen stark ab und Verstappens Lücke gegenüber Norris war bereits über drei Sekunden angewachsen.
In Runde 14 kam Hamilton an die Box für den Undercut gegen Verstappen. Er fiel durch den Wechsel auf den harten Reifen vorerst auf Platz 9 zurück, kam genau hinter Lindblad wieder auf die Strecke, überholte ihn aber noch auf seiner Outlap, was auch nötig war, um vor Verstappen bleiben zu können. Red Bull reagierte sofort mit einem Boxenstopp für Verstappen, doch es reichte nicht, denn Verstappen kam hinter Hamilton ins Rennen, obwohl er am Boxenausgang fast auf gleicher Höhe mit Hamilton war. Doch schon in Runde 16 konnte Verstappen mit einem mutigen, Aufsehen erregenden Manöver Lawson und Hamilton gemeinsam überholen. In der gleichen Runde störte ein Problem von Bottas der Strategie von McLaren, da die Bremsanlage seines Cadillac MAC-26 vorne links Feuer fing. Bottas schlich in langsamer Fahrt in die Boxengasse, gerade als die Spitze im Anflug war. Piastri musste somit seinen Boxenstopp auf die 17. Runde verschieben und kam gemeinsam mit Leclerc an dieser Runde in die Box hinein. Piastri griff nach dem Wechsel auf Hard auf Platz 4 wieder ins Geschehen ein und Leclerc auf Platz 8.
Vorne übernahmen Piastri und Norris nach den ersten Boxenstopps wieder die Führung. Norris wurde hinter Piastri aber zunehmend ungeduldig. Von der Dirty-Air aus dem ersten Stint war nicht mehr viel zu sehen, da Norris plötzlich er eine halbe Sekunde hinter Piastri drückte. In Schlagdistanz kam er jedoch nicht. Verstappen folgte vier Sekunden dahinter nach dem Zweikampf mit Hamilton. In der 28. Runde stoppte Russell für neue harte Reifen und kam auf Platz 9 auf die Strecke wieder. In dieser Phase hatten nur zwei Fahrer zu diesem Zeitpunkt noch nicht gewechselt – Bortoleto auf Platz 8 und Alonso auf Platz 14 fuhren jeweils auf einem 28 Runden alten Soft-Reifensatz. Bortoleto kam in Runde 30 herein und Alonso blieb bis Runde 36, ehe er danach in die Box für den Reifenwechsel kam. Hamilton holte harte Reifen während seines zweiten Boxenstopps in Runde 31. Er war auf der Strecke danach 15 Sekunden vor Russell, direkt hinter Hadjar. Diesen überholte er in Runde 32 auf der Start-Ziel-Gerade mit dem Overtake-Modus.
Verstappen war mittlerweile bis auf zweieinhalb Sekunden an Norris herangerückt. Norris erkannte die Gefahr und forderte im Funk Priorität gegenüber Piastri, um seine Position nicht nur gegen Verstappen, sondern auch gegen Hamilton zu behaupten. Jedoch lehnte McLaren eine Teamorder zugunsten von Norris’ ab und holte Piastri in Runde 34 für einen Boxenstopp an der Boxengasse. Piastri ordnete sich nur zweieinhalb Sekunden vor Hamilton auf Platz 5 ein und Norris befand sich damit im Fernduell mit Hamilton.
In Runde 40 lief Piastri beim Überrunden in Kurve 2 auf Sainz jr. und Alonso auf, kollidierte jedoch mit Sainz jr., der auf Kampflinie mit Alonso nach links zog, und war fast von einem Ausfall bedroht. Sainz rechtfertigte dies nachträglich damit, dass er Piastri im toten Winkel seines Rückspiegels nicht sah und dass das System der elektronischen blauen Flaggen schadhaft war. Er erhielt zuerst eine Zehnsekundenstrafe, die anschließend wegen der mildernden Umstände auf fünf Sekunden reduziert wurde. Piastri war über den Vorfall auf dem Funk verärgert und ließ Sainz’ Entschuldigungen auch nachträglich nicht gelten. Er solle mehr in den Rückspiegel schauen. Norris profitierte von dem Vorfall, denn er kam in Runde 40 zu seinem zweiten Boxenstopp und kam ganz knapp vor Piastri auf die Strecke zurück. In der 42. Runde kam Verstappen zu seinem zweiten Boxenstopp, wo er einen weiteren Soft-Reifensatz holte und auf die Strecke acht Sekunden hinter Hamilton auf Platz 5 zurückkam. Derweil hatte Antonelli die Führung inne, der bisher nur einmal gestoppt hatte, der jedoch auf den alten Reifen die Führung nicht verteidigen konnte. In Runde 46 übernahm Norris die Führung und enteilte an der Spitze.