mini|Feldmarschallleutnant Franz Ritter von Schidlach, vor 1900 Franz von Schidlach, seit 1869 Ritter von Schidlach (* 30. November 1816 in Přelouč, Böhmen; † 29. Mai 1907 in Innsbruck) war ein österreichischer Offizier der k.k. Armee, zuletzt Feldmarschallleutnant ad honores.Tiroler Volksvereinskalender für das Jahr 1908, S. 95

Leben

Militärische Laufbahn Franz von Schidlach trat 1836 in die Theresianische Militärakademie in Wiener Neustadt ein und wurde nach Abschluss seiner Ausbildung als Leutnant zum Tiroler Kaiserjägerregiment ausgemustert. Er wirkte an mehreren Feldzügen zur Verteidigung der Südgrenze Tirols im Ersten Italienischen Unabhängigkeitskrieg mit und wurde 1859 zum Major befördert. Nach 28 Dienstjahren bei den Tiroler Kaiserjägern wechselte er zum Steiermärkischen K.u.k. Feldjägerbataillon Nr. 9, welches später in Schleswig-Holstein kämpfte.

1864 wurde Schidlach zum Oberstleutnant befördert. Im Deutsch-Dänischen Krieg befreite und besetzte er mit seinen Truppen die nordfriesischen Inseln aus dänischer Hand. Dafür wurde ihm von der Insel Sylt und der Gemeinde Wyk auf Föhr die Ehrenbürgerschaft verliehen.

1866 nahm er als Oberst des Jägerbataillons Nr. 9 an den Schlachten bei Königgrätz und Blumenau teil, die mit einer Niederlage der Österreicher endeten. Sein Bataillon gehörte zur Brigade Henriquez im II. Armee-Korps der Nordarmee, das unter dem Befehl von Feldmarschallleutnant Karl von Thun und Hohenstein und dem Oberbefehl von Feldzeugmeister Ludwig von Benedek, stand.

Im Jahr 1869 wurde er in den österreichischen Ritterstand erhoben. 1870 erhielt er das Kommando über das k.u.k. Infanterieregiment Nr. 35. Nach seiner Pensionierung im Jahr 1876 wurde ihm der Charakter eines Feldmarschallleutnants verliehen.

Wirken und Anerkennung der Verdienste in Wilten Nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Militärdienst ließ sich Schidlach in Wilten bei Innsbruck nieder. Dort trat er als Förderer sozialer Einrichtungen hervor. Mit seinen Stiftungen unterstützte er unter anderem die Errichtung einer Kinderbewahranstalt im sogenannten Pechegarten, die 1903 eröffnet wurde. In Anerkennung seiner Verdienste wurde er zum Ehrenbürger der damaligen Gemeinde Wilten ernannt. Mit der Eingemeindung im Jahr 1904 hörte die Gemeinde Wilten auf, als eigenständiges Rechtssubjekt zu existieren. Eine automatische „Übertragung“ oder Aufwertung auf die aufnehmende Stadt Innsbruck war im damaligen Gemeinderecht nicht vorgesehen. Innsbruck hätte Schidlach formell in einem eigenen Gemeinderatsbeschluss separat ernennen müssen, was nicht geschah. Unmittelbar vor der Fusion mit Innsbruck benannte die Gemeinde Wilten zu seinen Ehren die Schidlachstraße (heute im Stadtteil Wilten).

Franz Ritter von Schidlach starb am 29. Mai 1907 im 91. Lebensjahr. Er wurde auf dem k.u.k. Militärfriedhof Pradl beigesetzt.

Familie 1844 heiratete Schidlach Josephine Leys von Laimburg, die einem alten Tiroler Adelsgeschlecht entstammte. Sie starb bereits 1870. Seine Tochter Rosa war mit dem Ingenieur und Bauunternehmer Josef Riehl verheiratet.Innsbrucker Nachrichten, 19. Januar 1898, S. 8

Auszeichnungen

Zu seinen Auszeichnungen gehörten unter anderem:

der Orden der Eisernen Krone (Österreich) der Preußische Kronenorden II. Klasse. Schidlachstraße in Innsbruck

Einzelnachweise

Kategorie:Feldmarschallleutnant (Österreich-Ungarn) Kategorie:Militärperson (Kaisertum Österreich) Kategorie:Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 2. Klasse Kategorie:Träger des Ordens der Eisernen Krone Kategorie:Ritter (Neuzeit) Kategorie:Geboren 1816 Kategorie:Gestorben 1907 Kategorie:Mann