Henrik Kaessmann (* 1971 in Mönchengladbach) ist ein deutscher Evolutionsgenetiker und Professor für Evolutionsgenomik am Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg.

Leben und wissenschaftlicher Werdegang Kaessmann studierte Biologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie an der Universität Uppsala in Schweden. Seine Promotion absolvierte er am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Anschließend war er als Postdoktorand an der University of Chicago im Bereich Ökologie und Evolution tätig.

Im Jahr 2003 wechselte Kaessmann als Assistenzprofessor an das Center for Integrative Genomics (CIG) der Universität Lausanne. Dort wurde er 2014 zum ordentlichen Professor berufen. Seit 2015 ist er Professor am Zentrum für Molekulare Biologie Heidelberg (ZMBH) und Mitglied der DKFZ-ZMBH Alliance.

Henrik Kaessmann produziert in seiner Freizeit Musik lebt mit seinen 3 Kindern und seiner Frau in Heidleberg

Forschung Die Forschung von Henrik Kaessmann befasst sich mit der Evolution von Genomen, Organen und Zelltypen bei Säugetieren und anderen Wirbeltieren. Ein Schwerpunkt seiner Arbeiten liegt auf der Untersuchung genetischer und molekularer Mechanismen, die der Evolution und Entwicklung von Organen zugrunde liegen.

Zu seinen wissenschaftlichen Beiträgen zählen vergleichende Genexpressionsanalysen verschiedener Wirbeltierarten, darunter Mensch, Schimpanse, Maus, Schnabeltier, Huhn und Fische. Seine Arbeiten haben zum Verständnis der evolutionären Entstehung und genetischen Regulation von Organentwicklung und Organfunktion bei Wirbeltieren beigetragen.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Forschung ist die Evolution von Zelltypen, insbesondere im Gehirn der Wirbeltiere. Darüber hinaus untersucht seine Arbeitsgruppe die evolutionäre Anpassung verschiedener Organe, darunter Leber, Darm und Plazenta, sowie deren Bedeutung für die Ernährungsanpassung und Evolution der Säugetiere.

Die Ergebnisse seiner Forschung wurden in internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht und unter anderem von Medien wie der New York Times, Der Spiegel, Die Welt und New Scientist aufgegriffen. Außerdem wurden seine Arbeiten in wissenschaftlichen Dokumentationen wie der BBC-Produktion Rise of Animals: Triumph of the Vertebrates sowie der France-5-Dokumentation The Secret History of our Evolution vorgestellt.

Wissenschaftskommunikation Neben seiner Forschung engagiert sich Kaessmann in der Wissenschaftskommunikation. Er hält regelmäßig öffentliche Vorträge sowie Vorlesungen für Schülerinnen und Schüler. Darüber hinaus war er Mitglied des von der Europäischen Union geförderten Ausbildungsnetzwerks EvoCELL, das sich der Erforschung der Evolution von Zelltypen widmete. Im Rahmen dieses Projekts entstand 2022 in Zusammenarbeit mit dem Museum für Naturkunde Berlin eine virtuelle Ausstellung.

Auszeichnungen und Mitgliedschaften Henrik Kaessmann erhielt zahlreiche wissenschaftliche Auszeichnungen und Förderungen, darunter: 1999: Sino-German Young Scholar (Deutsche Forschungsgemeinschaft) 2001: EMBO Long-Term Fellowship 2002: Emmy-Noether-Postdoktorandenstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft 2005: EMBO Young Investigator Award 2008: Basic Life Science Award der Fakultät für Biologie und Medizin der Universität Lausanne 2009: ERC Starting Grant des European Research Council 2010: Friedrich-Miescher-Preis der Swiss Society for Biochemistry 2014: ERC Consolidator Grant des European Research Council 2014: Wahl zum Mitglied der European Molecular Biology Organization (EMBO) 2014: Cloëtta-Preis der Max Cloëtta Foundation 2021: ERC Advanced Grant des European Research Council 2021: Award for Outstanding Research Achievements der Universität Heidelberg 2022: NOMIS Foundation Researcher Grant 2026: Ernst Schering Prize der Schering Stiftung 2026: Wahl zum Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina

Weblinks Ausführliches Curriculum Vitaei Homepage Informationen zu seiner Verleihung des Ernst Schering Preises der Schering Stiftung

Einzelnachweise

Kategorie:Genetiker Kategorie:Hochschullehrer (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg) Kategorie:Mitglied der Leopoldina (21. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1971 Kategorie:Mann