mini|Conny, das Maskottchen der Rhein-Neckar Löwen mit dem DHB-Pokal 2023

Die Rhein-Neckar Löwen sind eine Mannschaft in der Handball-Bundesliga, die im Jahre 2002 als Spielgemeinschaft SG Kronau/Östringen gegründet wurde und den heutigen Namen seit 2007 trägt.Historie 2007/08 Die Löwen sind in der Metropolregion Rhein-Neckar zu Hause; ihre Heimspielstätten sind die SAP Arena in Mannheim und der SNP Dome in Heidelberg.

Geschichte Stammvereine Östringen und Kronau Der TSV Östringen, einer der beiden Vorgängervereine der Löwen, wurde im Jahr 1900 gegründet und stellte 1927 seine erste Handballmannschaft. 1926 entstand der andere Vorgängerverein, die DJK Kronau mit Handball als Hauptsportart. Diese wurde 1932 Badischer und Süddeutscher Meister im Feldhandball. Im Halbfinale um die Deutsche (DJK-) Meisterschaft in Dortmund unterlag man vor 35.000 Zuschauern – geschwächt durch das verletzungsbedingte Ausscheiden des Torhüters – dem späteren Meister DJK Styrum 06 (Mülheim a.d. Ruhr) mit 6:11. Drei Jahre später entstand die TSG Kronau aus Fusion von DJK und SV Viktoria 1904. 1946 fusionierte auch der TV Östringen und es entstand aus der Fusion mit der DJK Östringen der TSV Östringen. Dieser qualifizierte sich erstmals 1957 für die Endrunde um die Badische Meisterschaft, verlor aber beide Spiele und zahlte gerade im Spiel gegen die SG Leutershausen mit einem 1:16 viel Lehrgeld. Auch der TSG Kronau blieb 1965 bei ihrer ersten Teilnahme an der Endrunde um die Badische Meisterschaft nur der zwölfte und letzte Platz, in der folgenden Spielzeit verbesserte sie sich bei der Endrunde um die Badische Meisterschaft aber auf den elften Platz.

Nachdem zur Saison 1966/67 die zweigleisige Bundesliga als höchste deutsche Spielklasse eingeführt worden war und im selben Jahr die Oberliga Baden als höchste badische und zweithöchste deutsche Spielklasse ihren Spielbetrieb aufgenommen hatte, stieg die TSG Kronau nach ihrer ersten Oberligasaison ab. Fünf Jahre später scheiterte sie in den Aufstiegsspielen zur Oberliga – in der mit 1.100 Zuschauern überfüllten Roter Sporthalle ging das Entscheidungsspiel gegen die SG Walldorf-Astoria mit 9:11 verloren. Ein Jahr später gelang aber als Meister der neu eingeführten Landesliga Süd der Wiederaufstieg in die Oberliga Baden. 1978 stieg dann auch der TSV Östringen in die Oberliga Baden auf und vier Spielzeiten später sogar in die Regionalliga Süd – zwei Jahre später allerdings folgte der Abstieg. 1985 schließlich stieg die TSG Kronau aus der Oberliga ab, während der TSV Östringen 1989 erneut in die Regionalliga Süd aufstieg – die TSG Kronau schaffte im selben Jahr zum zweiten Mal den Wiederaufstieg in die Oberliga Baden, und 1993 gelangte auch die TSG Kronau in die Regionalliga Süd. Doch zwei Spielzeiten später folgte der Wiederabstieg der TSG Kronau in die Oberliga Baden. Im selben Jahr erreichte der TSV Östringen die 2. Bundesliga Süd. 1996 feierte die B-Jugend der TSG Kronau mit einem Endspielsieg über den SC Magdeburg den Titel des Deutschen Meisters. Die TSG Kronau und der HV Bad Schönborn bildeten im Jahr darauf eine Spielgemeinschaft (HSG), die 1999 in die Regionalliga Süd aufstieg und 2000 sogar mit dem zweiten Aufstieg in Folge die 2. Bundesliga Süd erreichte. 2002 scheiterte der TSV Baden Östringen als Vizemeister der 2. Bundesliga Süd in den Relegationsspielen zur 1. Bundesliga am Nord-Vize Wilhelmshavener HV (21:25, 24:21).

Spielgemeinschaft SG Kronau/Östringen mini|280px|Die SG Kronau/Östringen im Angriff gegen die HSG Wetzlar 2006

Die SG Kronau/Östringen entstand schließlich am 1. Juli 2002 aus der Fusion der TSG Kronau mit dem TSV Baden Östringen. Heimspielstätte war die Rhein-Neckar-Halle Eppelheim. In der nächsten Saison glückte der Spielgemeinschaft der Aufstieg in die 1. Bundesliga, 2004 folgte allerdings der Wiederabstieg, der 2005 mit dem sofortigen Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga behoben wurde. Die Heimspiele wurden ab der Saison 2005/06 in der neu errichteten SAP Arena in Mannheim ausgetragen. 2006 erreichte die SG Kronau/Östringen das Finale um den DHB-Pokal, das mit 25:26 gegen den HSV Hamburg verloren ging. Auch in der folgenden Spielzeit zog die SG Kronau/Östringen in das Finale um den DHB-Pokal ein und verlor erneut – mit 31:33 gegen den THW Kiel, auch weil sieben von zehn Siebenmetern vergeben wurden und man so eine 22:18-Führung aus den Händen gab. Danach wurde die 1. Herrenmannschaft offiziell in Rhein-Neckar Löwen (RNL) umbenannt.

Rhein-Neckar Löwen 2008 bis 2014 2008 wurde mit den Finalspielen des Europapokals der Pokalsieger erstmals ein Europapokalfinale erreicht, in dem die Löwen auf Anhieb das Finale erreichten, aber dem ungarischen Vertreter MKB Veszprém KC unterlagen (32:37, 28:28). In der gleichen Spielzeit errang die A-Jugend der SG Kronau/Östringen mit einem Finalerfolg über die JSpG SC Magdeburg/Concordia Staßfurt den deutschen Meistertitel.

Nach Abschluss der Saison 2008/09 belegten die Rhein-Neckar Löwen in der Bundesliga den dritten Platz. Bei der erstmaligen Teilnahme an den Spielen der Champions League erreichte die Mannschaft das Halbfinale.

2010 wurde erneut das Finale des DHB-Pokal erreicht, zum dritten Mal verloren die Rhein-Neckar-Löwen aber, dieses Mal gegen den HSV Hamburg mit 33:34 (n. V.).

Am 19. Mai 2013 gewannen die Löwen den erstmals ausgetragenen EHF Europa Pokal, den Nachfolgewettbewerb von EHF-Pokal und Europapokal der Pokalsieger. Im Finale des Final Four-Turniers siegten sie gegen Gastgeber HBC Nantes mit 26:24 und sicherten sich damit den ersten Titel der Vereinsgeschichte.Rhein-Neckar Löwen triumphieren im EHF-Cup Spiegel online, 19. Mai 2013, abgerufen am 19. Mai 2013.

In der Saison 2013/14 erreichten die Rhein-Neckar Löwen zum siebten Mal das Final Four des DHB-Pokals, wo sie im Halbfinale der SG Flensburg-Handewitt mit 26:30 unterlagen. In der Champions League wurde das Viertelfinale erreicht, wo die RNL das Heimspiel gegen den FC Barcelona mit 38:31 gewannen, das anschließende Rückspiel im Palau Blaugrana allerdings mit 24:31 verloren, so dass sie aufgrund der Auswärtstorregel ausschieden. In der Bundesliga ging das Team, aufgrund der gegenüber dem punktgleichen THW Kiel um sieben Treffer besseren Tordifferenz, als Tabellenführer in den letzten Spieltag. Sie gewannen zwar ihr Spiel gegen den VfL Gummersbach mit 40:35, aber weil die Zebras gleichzeitig die Füchse Berlin mit 37:23 besiegten, reichte es am Ende für die Löwen mit der um zwei Tore schlechteren Tordifferenz nur zum zweiten Platz. Mit Andy Schmid kam zum zweiten Mal der Spieler der Saison (MVP) aus dem Team der Löwen. Bester Torschütze war Uwe Gensheimer mit 209 Toren und Platz fünf in der HBL-Torjägerliste. Nach sieben Jahren als aktiver Spieler bei den Löwen beendete Kreisläufer und Abwehrspezialist Oliver Roggisch seine aktive Karriere und übernahm den Posten des sportlichen Leiters im Verein.

Ära Jacobsen 2015 bis 2019 Zur Spielzeit 2014/15 wurde Nikolaj Jacobsen neuer Trainer. Im Rückraum wurde mit Mads Mensah ein weiterer für die Folgejahre wichtiger Däne verpflichtet. In der Bundesliga wurde man mit zwei Punkten Differenz erneut Vizemeister hinter dem THW Kiel. Andy Schmid erreichte seine zweite Auszeichnung als MVP, bester Torschütze war Uwe Gensheimer mit 218 Toren und Platz vier in der HBL-Torjägerliste. In der Champions League scheiterten die Löwen im Achtelfinale am ungarischen Club Pick Szeged. Wie im Vorjahr verlor man im Halbfinale des DHB-Pokals gegen die SG Flensburg-Handewitt. Am Ende der Saison begann man damit, Vereinslegenden zu würdigen, indem man ihre Trikotnummern für die Weiterverwendung sperrte und bei jedem Heimspiel die Trikots in überdimensionaler Größe unter dem Hallendach aufhängte. Kreisläufer Bjarte Myrhol war der erste Spieler, der diese Ehrung erhielt, als er im Juni 2015 verabschiedet wurde. Außerdem wechselte Niklas Landin von den Löwen zum THW Kiel.

Zu Saisonbeginn verpflichtete der Verein unter anderem mit Torwart Mikael Appelgren und Abwehrspezialist Hendrik Pekeler zwei wichtige neue Spieler. Nach zwei Saisons als Vizemeister wurden die Rhein-Neckar-Löwen in der Saison 2015/16 zum ersten Mal Deutscher Meister. Nach dem 35:23-Sieg am letzten Spieltag beim TuS N-Lübbecke lag die Mannschaft mit einem Punkt Vorsprung vor der SG Flensburg-Handewitt und hatte das mit Abstand beste Torverhältnis aller Mannschaften. Kurzfristig wurden nach dem Spiel zwei Flugzeuge gechartert, um nach einer abenteuerlichen Landung bei Schlechtwetter den Titel gemeinsam mit den Fans zu feiern. Zum dritten Mal in Folge wurde Andy Schmid MVP der Bundesliga und mit 164 Toren war er auch bester Werfer der Löwen. Kurz vor Beginn der Folgesaison im August 2016 gewannen die Löwen mit einem Sieg gegen den SC Magdeburg (27:24) auch erstmalig den Supercup. Den DHB-Pokalfluch konnte man weiterhin nicht besiegen und unterlag wieder im Halbfinale – erneut mit einem Tor Unterschied – gegen die SG Flensburg-Handewitt. Auch in der Champions League war wiederum im Achtelfinale Endstation. Nachdem man in Kroatien gegen RK Zagreb mit 24:23 gewonnen hatte, unterlag man in der SAP-Arena mit 29:31. Nach 13 Jahren bei den Löwen verließ Linksaußen Uwe Gensheimer am Ende der Saison die Rhein-Neckar-Löwen und unterschrieb einen Dreijahresvertrag bei Paris Saint-Germain. Auch er wurde in der oben beschrieben Form als Vereinslegende gewürdigt.

mini|180px|Deutscher Meister 2016/17 In der Saison 2016/17 verpflichteten die Rhein-Neckar-Löwen mit Andreas Palicka einen weiteren schwedischen Top-Torwart und Guðjón Valur Sigurðsson kehrte als Ersatz für Gensheimer vom FC Barcelona zu den Löwen zurück. In der Bundesliga konnten die Löwen ihren Meistertitel erfolgreich verteidigen. Dieses Mal sicherte man den Titelgewinn bereits am drittletzten Spieltag mit einem 28:19-Sieg gegen den THW Kiel bei einem Heimspiel in der SAP-Arena. Andy Schmid erhöhte seine MVP-Nominierungen auf vier und Sigurðsson war mit 201 Toren bester Torschütze auf Platz vier in der HBL-Torjägerliste. Im August 2017 verteidigten die Löwen ebenfalls den Supercup in einem spannenden Spiel nach Siebenmeterwerfen gegen den Pokalsieger THW Kiel. Auch im DHB-Pokal gab es keine Änderungen zur Vorsaison, zum fünften Mal in Folge (sechstes Mal insgesamt) scheiterte man an der SG Flensburg-Handewitt, zum vierten Mal in Folge im Halbfinale. Auch das Ergebnis in der Champions League glich dem im Vorjahr: wieder gewann man im Achtelfinale das Auswärtsspiel mit einem Tor, verlor aber im Heimspiel mit zwei Toren – Gegner war dieses Mal der THW Kiel.