Joan Elmer Woodbury (* 17. Dezember 1915 in Los Angeles; † 22. Februar 1989 in Desert Hot Springs) war eine US-amerikanische Schauspielerin.

Anfänge Woodburys Vater war Elmer Franklin Woodbury, ihre Mutter Joan Meta Hadenfeldt (deren Vater wiederum, Charles Hadenfeldt, war aus Deutschland in die USA eingewandert). Elmer besaß mehrere Hotels, darunter das „La Casa Grande“ und das „Maryland Hotel“ in Pasadena sowie das „Hotel Richelieu“ in der Innenstadt von Los Angeles. Woodburys Mutter war sechsmal zur „Rosenkönigin“ in Pasadena gekürt worden und hatte Erfahrung als im Varietékünstlerin.Wagner, Laura: "Joan Woodbury: Queen of the B's". Films of the Golden Age: S. 62–63. 2015. Im Alter von fünf Jahren trat Woodbury neben ihrer Mutter in Oliver Moroscos Film The Half Breed auf. 1922 wurde sie für die Hauptrolle in einer Reihe von Kinder-Märchenfilmen ausgewählt. Ein Artikel im San Francisco Chronicle kommentierte dies: „Joan Woodbury ist seit einiger Zeit Amerikas Vorzeigekind und wurde von vielen Künstlern fotografiert, gezeichnet und gemalt.“"S.F. Child Is Selected for Lead in Fairy Story Films". San Francisco Chronicle. California, San Francisco. 22 October 1922. S. 7 Realisiert wurden diese Filme offenbar aber nicht.

Ihre Schulzeit absolvierte Woodbury in einer Klosterschule, später genoss sie eine Tanzausbildung und schloss schließlich die „Hollywood High School“ ab. Ein erstes Tanzengagement hatte sie für die „Tanzkompanie Agua Caliente“; dann ging sie im Alter von 19 Jahren für eine Schauspielkarriere nach Hollywood. Ihre erste (ungenannte) Filmrolle erhielt sie in dem 1934 erschienenen Film Eight Girls in a Boat. Es folgte eine weitere Rolle ohne Namensnennung, bevor sie ihren ersten Leinwandcredit für One Exciting Adventure, in dem Binnie Barnes die Hauptrolle spielte, erhielt. Ihre erste größere Rolle, unter dem Pseudonym „Nana Martinez“, spielte sie in dem Hopalong-Cassidy-Film The Eagle's Brood. Woodbury wirkte in ihren ersten beiden aktiven Jahren in 15 Filmen mit.

Erfolg 1936 nahm ihre Karriere Fahrt auf, mit Auftritten in acht Filmen in diesem Jahr, wobei die in fünfen nicht im Abspann erwähnt wurde. Doch Woodbury machte Eindruck mit ihren Interpretationen. Ihre Herkunft mit einer Mischung aus dänischer, britischer und indianischer Abstammung verlieh ihr ein exotisches Aussehen und ermöglichte es ihr, Rollen verschiedener Ethnien zu spielen, von hispanisch über französisch bis asiatisch. Ab 1937 war ihre Karriere richtig in Schwung gekommen, vor allem mit B-Filmen wie Living on Love und Bulldog Courage. Sie spielte in ihrem ersten von mehreren Charlie-Chan-Filmen, Charlie Chan am Broadway. Daneben war sie in etlichen B-Western zu sehen, in denen sie an der Seite einiger bekannter Cowboy-Darsteller der 1930er-Jahre auftrat, darunter William Boyd, Roy Rogers und Johnny Mack Brown. Zwischen 1937 und 1945 war Woodbury in 50 Filmen zu sehen. Ihre beeindruckendste Rolle aus dieser Zeit war die Titelrolle im Serial Brenda Starr, Reporter aus dem Jahr 1945. Der Durchbruch zum Star blieb ihr jedoch verwehrt. Ab 1946 ließ Woodburys Karriere nach, weniger wegen mangelnder Schauspielangebote, sondern vielmehr aufgrund ihres Wunsches, mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen zu können.

Privatleben Am 17. Dezember 1938 heiratete Woodbury den Schauspieler und Produzenten Henry Wilcoxon. Aus der Ehe gingen drei Töchter hervor: Wendy Joan Robert, Heather Ann (benannt nach Heather Angel) und Cecilia Dawn „CiCi“ (benannt nach Cecil B. DeMille). Die Ehe wurde 1969 geschieden. Zwei Jahre darauf heiratete sie den Schauspieler Ray Mitchell; die beiden blieben bis zu ihrem Tod zusammen.

Nach der Schauspielkarriere Gemeinsam mit ihrem zweiten Ehemann Ray Mitchell gründete sie in Palm Springs die „Valley Players Guild“, die Stücke mit erfahrenen Schauspielern und Schauspielerinnen aufführte. Neben der Leitung dieses Unternehmens trat sie gelegentlich weiterhin in Filmen auf. Ihre größte Rolle nach 1946 war eine Nebenrolle in dem Monumentalfilm Die zehn Gebote von 1956. Ihr letzter Filmauftritt war eine Nebenrolle in 2071: Mutan-Bestien gegen Roboter 1964.

In den Jahren 1963–1964 war Woodbury in der Fernsehsendung Adventure in Art auf KCHU-TV zu sehen.Don Daynard: Henry Wilcoxon, in Peter Harris (Hrsg.): The New Captain George's Whizzbang #13. 1971,S 4 Die Sendung bestand aus „26 dramatisierten und illustrierten Folgen mit spannenden Abenteuern aus der Welt der Kunst“.

Als Woodbury sich zur Ruhe setzte, hatte sie in 81 Filmen mitgewirkt. Sie ließ sich in Desert Hot Springs nieder, wo sie bis zu ihrem Tod im Alter von 73 Jahren lebte.

Filmografie (Auswahl)

Weblinks

Boston Blackie, Joan Woodbury Glamour Girls of the Silver Screen - Joan Woodbury profile by Cheryl Messina

Einzelnachweise

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