Karl August Hölker (* 17. Oktober 1880 in Nordvelen, Kreis Borken; † 18. Juni 1945 in Münster) war ein deutscher römisch-katholischer Geistlicher und Kunsthistoriker. Er unterrichtete Christliche Kunst und kirchliche Denkmalpflege an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Leben Karl Hölker wurde als Sohn des Windmühlenbesitzers Heinrich Bonifatius Hölker (1841–1911) und dessen Ehefrau Christina Anna Margaretha Maria Hölker, geborene Piethan (1836–1909), in eine Familie katholischer Bauern und Handwerker des Westmünsterlandes geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums Paulinum in Münster (1896–1901) studierte er an der Universität Münster, im Collegium Borromaeum wohnend, katholische Theologie und Kunstgeschichte. Nach dem Priesterseminar (1904/1905) wurde er am 17. Mai 1905 zum Priester geweiht und arbeitete in den Folgejahren bis 1920 in verschiedenen Kirchengemeinden des Bistums Münster: Tönisberg (1905–1911), Duisburg (1911–1913), Nordwalde (Vikar, 1913–1915), Buer (1915–1919), Raesfeld (1919–1920). Parallel studierte er von 1913 bis 1915 Kunstgeschichte an der Universität Münster. Dort wurde er am 4. April 1919 mit einer Arbeit über Conrad von Soest zum Dr. phil. promoviert.

Ab dem 31. Juli 1920 aus dem aktiven Priesterdienst beurlaubt, trat er unter Fritz Witte am Schnütgen-Museum in Köln eine Stelle als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter an. In dieser Zeit bearbeitete er ein Inventar von St. Viktor in Xanten. Am 8. Juli 1925 wurde er mit der Berufsbezeichnung „Museumsassistent“ im Marienheim in Telgte, einem Alters- und Erholungsheim für Ordensschwestern, getragen vom Orden der Göttlichen Vorsehung, als Hausgeistlicher angestellt, eine Funktion, die er bis zu seinem Tod versah.

Am 24. November 1926 wurde er mit der Schrift Die Malerfamilie tom Ring an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg zum Dr. theol. promoviert, 1928 folgte in Münster die Habilitation zum Thema Der Erzengel Michael als Schutzengel und Höhenpatron, und im selben Jahr begann er mit einem Lehrauftrag an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster als Privatdozent für Christliche Kunst und kirchliche Denkmalpflege zu unterrichten. 1929 erhielt er zusätzlich die Aufgabe eines „bischöflichen Kommissars für die Beaufsichtigung der kirchlichen Kunstdenkmale für das Dekanat Münster“.Schematismus der Diözese Münster. 1932, S. 9. Obwohl er in der Zeit des Nationalsozialismus ab 1934 durch eine regimekritische Haltung aufgefallen war, wurde er am 1. August 1935 in seinem Fachgebiet zum nichtbeamteten außerordentlichen Professor ernannt. Seine Nichtbeteiligung an der Reichstagswahl 1936 zog am 8. April 1937 den Entzug der Lehrbefugnis durch den Reichs- und Preußischen Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung Bernhard Rust nach sich.

Als regional bekannter und geachteter Kunsthistoriker starb Hölker im Alter von 64 Jahren im St. Franziskus-Hospital Münster.

Veröffentlichungen (Auswahl) Das Altarwerk der ‚Goldenen Tafel‘ aus der Michaeliskirche in Lüneburg. In: Zeitschrift für christliche Kunst, 33, 1920, S. 152–158 (Digitalisat). Meister Conrad von Soest und seine Bedeutung für die norddeutsche Malerei in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts (= Beiträge zur Westfälischen Kunstgeschichte, Heft 7). Universitäts-Buchhandlung F. Coppenrath, Münster 1921. Die Malerfamilie tom Ring (= Beiträge zur Westfälischen Kunstgeschichte, Heft 8). Universitäts-Buchhandlung F. Coppenrath, Münster 1927. Das Kümmernisbild zu Telgte. In: Mitteilungen des Deutschen Instituts für Volkskunde, Heft 1, 1934, S. 8.

Kreis Warendorf (= Die Bau- und Kunstdenkmäler in Westfalen. Band 42). Münster 1936. Die Denkmäler. In: Das Stift Vreden, seine Geschichte und seine Kunstdenkmäler. Vreden 1939, S. 18 ff.

Literatur Johannes Quasten und Karl Hölker. In: Pamela Bonnekoh, Dieter Korol: 135 Jahre Christliche Archäologie in Münster. Geschichte und Lehrende dieses Fachgebiets an der Westfälischen Wilhelms-Universität. wbv, Bielefeld 2020, ISBN 978-3-7639-6184-9, S. 39 ff.

Weblinks Angelika Pries: Zum Gedenken an Karl Hölker. In: flurgespräche. 2017 (PDF). Karl August Hölker. Lebenslauf in: flurgespräche. 2017 (PDF).

Einzelnachweise

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