Ménestérol-Montignac (, ) ist ein Ortsteil mit 2306 Einwohnern (Stand: 1962) in der französischen Gemeinde Montpon-Ménestérol im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Als bis 1965 selbstständige Gemeinde gehörte Ménestérol-Montignac zum Arrondissement Périgueux. Die Einwohner werden Montponnais und Montponnaises genannt.

Die Gemeinde entstand am 20. August 1824 durch den Zusammenschluss der früheren Gemeinden Ménestérol und Montignac (genannt le Petit, um nicht mit Montignac-Lascaux verwechselt zu werden). Durch einen Erlass des Präfekten vom 20. Mai 1964 wurde es mit Wirkung zum 27. Februar 1965 selbst von Montpon-sur-l’Isle eingemeindet und bildet so Teil der Gemeinde Montpon-Ménestérol.

Geografie Ménestérol-Montignac liegt etwa 48 Kilometer westsüdwestlich von Périgueux, etwa 85 Kilometer westnordwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 32 Kilometer nordwestlich von Bergerac am westlichen Rand des Départements. Das Ortsgebiet befindet sich am Übergang der Landschaft des Landais zum Double im touristisch benannten Landesteil des Périgord blanc. Es umfasst das Gebiet des auf dem rechten Ufer der Isle gelegenen Teils der Gemeinde Montpon-Ménestérol. Sein Gebiet gehört zum Einzugsgebiet der Dordogne und wird außer der Isle vom Flüsschen Babiol entwässert, das es im Osten begrenzt, und von den zeitweise trockenfallenden Flüsschen Duche und Petite Duche, die es zusammen im Westen begrenzen.

Das Ortsgebiet erstreckt sich über eine, insbesondere im Norden bewaldete Landschaft als Teil des Waldes von Double, mit welligem Relief, die vom breiten Tal der Isle im Süden markant begrenzt wird. Der topographisch höchste Punkt liegt mit im Nordosten in der Nähe der Grenze zur Nachbargemeinde Saint-Barthélemy-de-Bellegarde. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Süden auf etwa Höhe bei der Mündung der Duche in die Isle und gleichzeitigem Austritt der Isle aus dem Ortsgebiet. Das Ortszentrum von Ménestérol liegt erhöht im Tal der Isle auf etwa Höhe.

Etymologie und Geschichte Der Name von Ménestérol erschien am Ende des 11. Jahrhunderts als Monesteirol (1083) in einer Schreibweise, die sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts kaum veränderte, dann als Monestyrol im Jahre 1122. Die heutige Form datiert aus dem 19. Jahrhundert, wo sie nebeneinander mit Monestérol bestand. Der Name ist aus dem spätlateinischen monsteriolum () hervorgegangen, einem Diminutiv vom spätlateinischen monasterium. Dieses Wort führte zum okzitanischen monastier.

Der Name von Montignac ist im 13. Jahrhundert in der Schreibweise Montanhac belegt, später im Zusammenhang mit der Burg in Castellum de Montignacum, dictum (genannt) le Petit, woraus im 16. Jahrhundert Petit Montignac (1533) und Montignac im 18. Jahrhundert wurde. Zu beachten ist, dass -nh-, -ni- und -gn- in der gleichen Weise ausgesprochen werden. Das Wort repräsentiert, wie bei Montignac-Lascaux, einen gallorömischen Personennamen, Montanius, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde (somit Montaniacum, Landgut des Montanius).

Die ehemalige Pfarrkirche von Ménestérol wurde 1073 dem Kollegiatstift von Saint-Astier übergeben, dann zwischen 1083 und 1098 der Benediktinerabtei Saint-Étienne in Baignes. 1122 gelangte sie wieder in den Besitz der Stiftskirche von Saint-Astier (sie wird dann als "Sanctus Petrus de Monestyrol" erwähnt).

Am Lieu-dit Vauclaire, unweit des Ortszentrums von Montignac am Ufer der Isle gab es im Mittelalter ein unabhängiges Priorat (prieuré conventuel), das in einer Schrift von 1178 als Capella de Valas () erwähnt wurde. Der Ort wurde zu einer Kartause, deren erster Teil im 14. Jahrhundert errichtet wurde und dem Ort seinen heutigen Namen gab (Vale clara, 1335).Siehe Tanet, Hordé, Seiten 238–239

Bevölkerungsentwicklung

Sehenswürdigkeiten Ehemalige Chartreuse de Vauclaire aus dem 14. Jahrhundert mit einer Kapelle aus dem 14. Jahrhundert, heute als Fachkrankenhaus genutzt. Die Gebäude des ehemaligen Kartäuserklosters, insbesondere die Kirche, die Kapellen, das Kapitelhaus, das Refektorium und die beiden Kreuzgänge, sind in ihrer Gesamtheit seit 2014 als Monument historique eingeschrieben. Von der ursprünglichen Kirche Saint-Pierre-ès-Liens in Ménestérol aus dem 11. Jahrhundert sind lediglich das Eingangsportal und ein Teil der Fassadenmauer erhalten, die noch das alte Gesims mit Kragsteinen aufweist. Die heutige Kirche stammt aus dem 16. Jahrhundert und besteht aus einem einschiffigen Bau, der in einer polygonalen Apsis mit fünf Seiten abschließt. Die Kirche ist seit 1926 als Monument historique eingeschrieben. Die ehemalige Pfarrkirche von Montignac in unmittelbarer Nähe einer ehemaligen Erdhügelburg, die im Laufe des 11. oder 12. Jahrhundert auf einer Erhebung über dem Isle-Tal errichtet wurde, um diese zu kontrollieren. Die Kirche Saint-Martin wird erstmals 1335 in Sanctus Martini de Montignaco urkundlich erwähnt. Im 19. Jahrhundert wurde sie vollständig neu gebaut.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Nouvelle-Aquitaine Kategorie:Ehemalige Gemeinde im Département Dordogne Kategorie:Gemeindegründung 1824 Kategorie:Gemeindeauflösung 1965 Kategorie:Montpon-Ménestérol Kategorie:Ort an der Isle Kategorie:Ersterwähnung 1083