Maria Reichenwallner, geborene Apfelkammer (* 4. November 1905 in München; † 22. Juni 1981 in Berg) war eine deutsche kommunistische Widerstandskämpferin.

Leben Apfelkammer arbeitete 1919 in einer Zigarettenfabrik, wurde 1923 Mitglied des Kommunistischen Jugendverbandes (KJVD) und war in ihrem Stadtviertel München-Haidhausen politisch aktiv. 1929 heiratete sie den Bahnarbeiter Anton Reichenwallner und hatte mit ihm zwei Kinder.

Nach der Machtübernahme 1933 verteilte sie Flugblätter gegen das NS-Regime und war in der Unterstützungsorganisation Rote Hilfe aktiv, wo sie heimlich Spenden einsammelte und an mittellose Familien von Inhaftierten weiterleitete. Für illegale Kuriere und KPD-Mitglieder stellte sie ihre Wohnung als Unterschlupf zur Verfügung. Durch Vermittlung von Max Troll, Leiter der Roten Hilfe und Gestapo-Spitzel, kam Reichenwallner in Kontakt mit den Brüdern Lettenbauer, mit denen sie im Sommer 1936 in ihrer Wohnung Flugblätter druckte und für die Verteilung verpackte. Am 3. Juni 1936 wurde sie sowie andere Mitglieder der KPD-Gruppen in Giesing, Ramersdorf und Haidhausen durch die Denunziation von Troll verhaftet und kam über ein Jahr in Untersuchungshaft in der JVA Stadelheim. Am 8. Juli 1937 verurteilte sie das Oberlandesgericht München in einem Prozess gegen weitere 67 Angeklagte, vorwiegend KPD-Mitglieder, Angehörige der Roten Hilfe und Sozialdemokraten, zu drei Jahren und neun Monaten Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust.

Nach Verbüßung ihrer Haftstrafe wurde Reichenwallner im Juni 1940 ins KZ Ravensbrück deportiert und dort Ende April 1945 von der Roten Armee befreit.

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Verurteilte Person (NS-Opfer) Kategorie:KPD-Mitglied Kategorie:Kommunistischer Widerstand gegen den Nationalsozialismus Kategorie:Person (Münchner Geschichte) Kategorie:Mitglied der Roten Hilfe Kategorie:Häftling im KZ Ravensbrück Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1905 Kategorie:Gestorben 1981 Kategorie:Frau